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Stadt Kempen
An der Sicherheitsleine in luftiger Höhe

Stadt Kempen: An der Sicherheitsleine in luftiger Höhe
Auch spektakuläre Darbietungen am Trapez studieren die Kempener Grundschüler mit René Ortmann ein. Morgen ist Premiere im Zirkus. FOTO: Büntig
Stadt Kempen. Elf Artisten, 365 Kinder und eine Trainingswoche. Im Vier-Mast-Zelt von "Rondel - Circus for Kids" im Kempener East-Cambridgeshire-Park trainieren Grundschüler der Regenbogenschule für ihre Zirkus-Aufführungen. Von Bianca Treffer

"Zeigt mal eure Schuhe", meint René Ortmann und wirft einen prüfenden Blick auf die 24 Füße, die um ihn herum in der großen Manege stehen. Alle zwölf Grundschülerinnen der Regenbogenschule tragen Turnschlappchen und damit genau das richtige Schuhwerk für die erste Trainingsstunde in der Manege oder besser gesagt unter dem zwölf Meter hohen blauen Zirkuszelt mit den silbernen Sternen. "Ihr braucht nichts zu können. Nur eins dürft ihr nicht haben, und das ist Höhenangst", sagt der Leiter von "Rondel - Circus for Kids".

Ein vielfaches Kopfschütteln ist die Antwort, Angst vor der Höhe hat niemand, vielmehr herrscht erwartungsvolle Spannung als Ortmann per Automatik das Trapez herunterfährt und den Mädchen erklärt, wie ein Artist auf dem Trapez zu sitzen hat. Die Füße müssen zusammengehalten werden, die Fußspitzen zeigen nach unten und die Hände am Seil sind in Augenhöhe zu halten. Es folgt die Erklärung zum Akrobatengriff am Trapez und dann geht es auch schon los. Ein Kollege von Ortmann fährt die Anlage mit einem kopfüberhängenden Ortmann nach oben und Annika ist die erste, die, gehalten vom Artisten in dem vorab geübten Griff, mit in die Höhe schaukelt.

"Das ist einfach dafür da, damit ihr das Gefühl, in der Luft zu sein, einmal kennen lernt", sagt Ortmann. Es gibt ein paar Schwinger nach vorn und hinten, dann geht es wieder auf den Boden zurück. "Ist das cool", strahlt Annika, während es Jana, die als Nächste an der Reihe ist, mit Fliegen vergleicht. "Nein, es ist wie Schweben. Ich will gar nicht mehr runter", meint dagegen Henrike. Alle sind begeistert und voller Konzentration dabei, als Ortmann die Erklärungen zur ersten Übungsfigur gibt. Das Training am Trapez ist angelaufen.

Aber nicht nur hier wird konzentriert gearbeitet. Im Vorzelt weiht Artistin Jannika 16 Grundschülerinnen in die Geheimnisse des Bauchtanzes ein und im Manegen-Aufgang studieren weiterer Schüler unter der Anleitung von Ursula Ortmann zirzensische Übungen mit Tauben ein.

Im Rahmen der Projektwoche der Regenbogenschule macht zum ersten Mal ein Mitmach-Zirkus Station an der Kempener Grundschule. "Wir haben uns für ,Rondel - Circus for Kids' entschieden, nachdem wir selber Zirkusvorstellungen des Unternehmens erlebt haben", erklärt Schulleiterin Josefine Lützenburg. Vor dem Hintergrund, dass 365 Kinder die Grundschule besuchen, ist nicht nur ein Zirkus mit einem dementsprechend großen Zelt notwendig, sondern der Schule war es auch wichtig, dass die Kinder von Artisten unterrichtet werden, ohne Unterstützung von Lehrern und Eltern. "Wir meinen, die Kinder erleben Zirkus so authentischer und das ist uns, neben den vielen anderen positiven Aspekten eines solchen Angebotes, sehr wichtig", erklärt Rektorin Lützenburg.

Der in Hannover beheimatete Mitmach-Zirkus ist seit 21 Jahren aktiv und die Kinder lernen nicht nur Artistik, Akrobatik, Trapeznummern, Jonglage, Seiltanz oder Fakir-Einlagen, sondern bei Rondel arbeiten die Artisten auch mit Tieren. Tauben, Ziegen und Ponys gehören zu den Partnern in der Manege. "Alle unsere Akteure sind Artisten und haben selber auch Auftritte", berichtet René Ortmann. Ihm und seinem elf Personen starken Team liegt daran, mit den Kindern ein wirklich anspruchsvolles Zirkusprogramm auf die Beine zu stellen. Etwas, was bei entsprechender fachlicher Unterstützung und Übung auch möglich ist, wie das Zirkus-Team aus seiner langjährigen Erfahrung weiß. Eins ist klar, auf die vier Aufführungen dürfen die Kempener schon jetzt gespannt sein.

Quelle: RP
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