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Kreis Viersen
Angelika Feller ist neue KSB-Vorsitzende

Kreis Viersen: Angelika Feller ist neue KSB-Vorsitzende
Angelika Feller, Architektin aus Tönisvorst, wurde zur Nachfolgerin des langjährigen Kreissportbund-Vorsitzenden Kurt Heinrich gewählt. Die 61-Jährige war bereits elf Jahre lang seine Stellvertreterin. FOTO: ACHIM HÜSKES
Kreis Viersen. Im Vorster Restaurant "Tafelsilber" kamen 130 Delegierte des Kreissportbundes zusammen. Sie mussten für den langjährigen Vorsitzenden Kurt Heinrich eine Nachfolge wählen. Heinrich wurde Ehren-Vorsitzender des KSB. Von Willi Schöfer

"Ich werde Sie sehr vermissen", umarmte mit Tränen in den Augen Klaudia Schleuter ihren langjährigen Chef, der wenig später mit stehenden Ovationen zum Ehren-Vorsitzenden ernannt wurde. Mit dieser Aussage war die Geschäftsführerin des KreisSportBundes (KSB) nicht allein: über 130 Delegierte, soviel wie noch nie bei einer Vollversammlung des Dachverbandes (mit rund 240 Vereinen und etwa 78 000 Mitgliedern), kamen ins Vorster "Tafelsilber", drückten dadurch ihre Verbundenheit mit Kurt Heinrich aus, der 22 Jahre lang an der Spitze des KSB gestanden und einiges in Bewegung gebracht hatte.

Kurt Heinrich, der in Schaag wohnt und am 2. Juli 75 Jahre alt wird, wollte schon seit längerem diesen Führungswechsel, zu dem es jetzt offiziell kam. Seine Aufgabe wird die Tönisvorsterin Angelika Feller, Inhaberin eines Architektenbüros, übernehmen. Die 61-Jährige, die elf Jahre lang die stellvertretende Vorsitzende war und eine begeisterte Seglerin und Motoryacht-Fahrerin ist, wusste nach dem einstimmigen Votum, was auf sie zukommt: "In die großen Schuhe, die Kurt Heinrich hinterlassen hat, muss ich erst einmal reinwachsen, zumal der KSB vor enormen Herausforderungen steht."

Die Vereinsvertreter hatten gerade Platz genommen, als es mit den Lobreden auf den ehemaligen Lehrer, Leichtathleten, Handballer und Funktionär bereits losging. Den Anfang machte Landrat Peter Ottmann, der sich bei seinem Duzfreund Kurt Heinrich für seinen "unermüdlichen und teilweise unerbittlichen" Einsatz bedankte und ihm bescheinigte: "Du hast entscheidend für den exzellenten Ruf des Sports in unserem Kreis beigetragen." Außerdem habe Heinrich (neben dem Kreis-Sportausschuss und seinem Vorsitzenden Fritz Meies, der ebenfalls dabei war) daran mitgearbeitet, dass zukünftig neben dem Breiten- auch der Leistungssport in den Schulen eine stärkere Bedeutung bekommen soll. Aber nicht nur in dem Bereich, Ottmann: "Es muss uns auch gelingen, die Schüler mit Bewegungsmängeln, laut der Ärzteschaft soll es über 20 Prozent sein, gezielter zu fördern." Der Laudatio schloss sich die "Hausherrin", die Tönisvorster Vize-Bürgermeisterin Christiane Tille-Gander, ebenso an wie der Präsident des Landessportbundes, Walter Schneeloch, für den Heinrich stets ein kompetenter und verlässlicher Partner gewesen sei. Schneeloch blickte aber auch nach vorn, kam auf den Ganztag ("Die Sportvereine müssen sich noch mehr auf die Schulen zu bewegen"), die zurückgehenden Mitgliederzahlen und auf das "Ausbluten so mancher Vereine" bei der Gruppe der jungen Erwachsenen zu sprechen. Und sein Ratschlag: "Seid flexibel, kooperiert mit anderen Vereinen, macht auch für die ältere Generation mehr zeitgemäße Angebote." Zumal der Vereinssport im Gegensatz zu den vielen kommerziellen Anbietern einen hohen gesellschaftlichen Wert habe und das Zusammengehörigkeitsgefühl und somit die Lebensqualität in den Orten steigere.

Kurt Heinrich selbst nannte einige seiner persönlichen Gedanken, meinte unter anderem, dass ihm der Sport selbst viel gegeben habe. Heinrich dankte den vielen Wegbegleitern, vom Hausmeister bis zum Landrat, von den Fachschaften bis zu den Schulen oder Kindergärten, von den Sportabzeichen-Absolventen bis zu den Übungsleitern. Sie hätten alle gemeinsam auf ihre Art dafür gesorgt, dass die Menschen im Kreis Viersen gehörig in Bewegung gesetzt wurden. Er selbst werde dies weiterhin tun.

Der alte Vorstand wurde einstimmig entlastet. Das Geschäftsjahr 2014 hatte noch mit einem Verlust von rund 16.900 Euro abgeschlossen. In erster Linie deshalb, weil auch aus Vorjahren angelaufene Überstunden der Mitarbeiter ausgezahlt wurden. Dennoch ist noch eine kleine Rücklage vorhanden.

Quelle: RP
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