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Stadt Kempen
Anwohner erneuern Kritik an Baugebiet

Stadt Kempen. Im Vorfeld der Bürgerversammlung zum geplanten Neubaugebiet "An der Mühle" in St. Hubert haben Anwohner ihre Bedenken an den bisherigen Plänen der Stadt Kempen bekräftigt. Von Andreas Reiners

Bereits seit einigen Monaten rumort es im Nordwesten des Kendeldorfs. Besorgte Anwohner wandten sich an die Politik, als die ersten Pläne für das Neubaugebiet zwischen der Aldekerker Straße und der so genannten Wackertapp-Mühle bekannt wurden. Bei der Versammlung des CDU-Ortsauschusses St. Hubert stellte der Technische Beigeordnete Stephan Kahl erstmals die Pläne öffentlich vor. Danach waren sie Thema in der Juni-Sitzung des zuständigen Ausschusses für Umwelt, Planung und Klimaschutz des Kempener Stadtrates. Auch die Kempener SPD griff das Thema auf, organisierte einen Ortstermin an der Ecke Breitestraße/Auf dem Zanger. Auch damals äußerten Anwohner des Viertels Bedenken - vor allem gegen die geplante Erschließung des Baugebiets über die bislang ruhige Wohnstraße "Auf dem Zanger".

Im zuständigen Ausschuss hatte die Politik einstimmig beschlossen, wegen der Brisanz, die in der Planung steckt, die Bürger frühzeitig einzubeziehen. Das geschieht nun: Für kommenden Montag, 29. August, ist ab 19 Uhr eine Bürgerinformationen im St. Huberter Forum geplant. Dort soll die Planung den interessierten Bürgern erläutert werden, will die Bauverwaltung Bedenken und Anregungen entgegennehmen.

Bedenken gibt es bei den betroffenen Anwohnern genug. Zwei Initiativen sind seit Wochen aktiv, bündeln inzwischen ihre Kräfte. Sie haben jede Menge Informationen zusammengetragen und mehrere Schreiben an die städtische Bauverwaltung geschickt. "Wir sind vor allem sehr enttäuscht von der Stadt, weil unsere Schreiben bislang unbeantwortet geblieben sind. Wir haben noch nicht einmal einen Eingangsvermerk erhalten", sagt Werner Pfetzer, Anwohner der Straße "Auf dem Zanger", im Gespräch mit der Rheinischen Post. Mittlerweile hat die Initiative einen Anwalt eingeschaltet, um ihrem Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen.

Es geht den Anwohnern inzwischen um viel mehr als nur um die aus ihrer Sicht verkehrstechnisch unzulängliche Erschließung, wenn in dem östlichen Teil des Baugebietes 48 Einfamilienhäuser und etwa 50 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen sollten. Es geht auch um mehr als den Lärm und Dreck der Baufahrzeuge, die über mehrere Jahre über die Straße "Auf dem Zanger" fahren würden. Es geht auch um die geplanten Anhebung des Baugebietes, um es an das bestehende Kanalsystem anschließen zu können. Eine Überflutungsgefahr sei da nicht ausgeschlossen.

Den Anwohner geht es eigenen Angaben zufolge nicht darum, das Baugebiet zu verhindern. Man wolle sogar die Stadtplanung bei der Umsetzung der Pläne unterstützen, heißt es in einem Schreiben an die Stadt. Den Anwohnern ist klar, dass auch in St. Hubert dringend neuer Wohnraum benötigt wird.

Auch wenn offiziell bislang von der Bauverwaltung auf die Schreiben der Anwohner nicht reagiert worden ist, hat der Technische Beigeordnete Stephan Kahl schon in der Juni-Sitzung des zuständigen Ausschusses den Betroffenen signalisiert, dass die Stadt ihre Bedenken ernst nehmen und genau prüfen werde.

Ein Problem, das die Stadt bei der Planung hat: Weil sie auf absehbare Zeit nicht in den Besitz der gesamten Flächen in dem geplanten Baugebiet kommen wird - ein Großteil des Geländes im westlichen Teil will der Privateigentümer nicht an die Stadt verkaufen - muss die Erschließung über den östlichen Teil, sprich über die Straße "Auf dem Zanger", erfolgen. Eine angedachte Haupterschließung von der Aldekerker Straße ist vorerst nicht möglich.

Quelle: RP
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