| 00.00 Uhr

Stadt Kempen
Appell an die Betriebe: Jetzt ausbilden

Stadt Kempen: Appell an die Betriebe: Jetzt ausbilden
Klaus Koralewski, Peter Stockmanns, Jürgen Steinmetz und Dirk Strangfeld (von links) stellten die neuen Zahlen für den Ausbildungs- und den Arbeitsmarkt vor. FOTO: Lothar Strücken
Stadt Kempen. Wer heute keine Nachwuchspflege betreibt, könnte morgen vergeblich Ausschau nach Fachkräften halten. Das Handwerk ist einmal mehr um Ausbildung bemüht. Hier winkt sogar die Betriebsübernahme. Von Heiner Deckers

/ grefrath Mehr Stellen und weniger Bewerber, das ist in Kurzform das Ergebnis auf dem Ausbildungsmarkt. Für den Kreis Viersen kamen im jetzt zu Ende gegangenen Ausbildungsjahr auf 2121 Bewerber 1290 gemeldete Stellen. Auf der Bewerberseite ergibt das ein Minus von 5,2 Prozent, auf der Stellenseite ein Plus von 2,3 Prozent. "Es wird deutlich, dass noch immer Angebote fehlen, um allen Jugendlichen die Chance auf einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen", sagt Dirk Strangfeld, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld-Kreis Viersen. Der Fachkräftebedarf werde in den kommenden Jahren steigen, die Zahl der Bewerber sinken: "Deshalb ist es für die Betriebe sinnvoll, jetzt in die eigene Zukunft zu investieren und auszubilden." Wer jetzt nicht ausbilde, werde es in drei Jahren noch schwerer haben als heute, eine geeignete Fachkraft zu finden: "Deshalb müssen Betriebe auch bereit sein, den schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben, zumal es vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung gibt."

Zum Ende des Ausbildungsjahres waren im Kreis Viersen noch 247 Jugendliche gemeldet, die bislang keine Lehrstelle gefunden haben, im Vorjahr waren es 283. Andererseits waren aber auch nicht alle Stellen besetzt, für 121 hatte sich noch kein geeigneter Kandidat gefunden. In Deutschland gebe es rund 350 anerkannte Ausbildungsberufe, betont Strangfeld: "Jugendliche, die noch auf der Suche sind, sollten sich unbedingt über Alternativen zum Wunschberuf informieren und die vielfältigen Angebote der Berufsberatung nutzen."

Neben der individuellen Beratung und der Vermittlung von Stellen kann die Agentur für Arbeit auch Kosten übernehmen, die bei Vorstellungsgesprächen oder Aufnahme eines weiter entfernten Ausbildungsplatzes anfallen, sofern der Jugendliche die Mittel nicht selber aufbringen kann. Auch während der Ausbildung kann die Agentur mit ausbildungsbegleitenden Hilfen oder der assistierten Ausbildung helfen, wenn die Leistungen nicht ausreichen und Nachhilfe benötigt wird, um einen Abbruch der Ausbildung zu vermeiden. Betriebe, die für dieses Jahr noch einen Auszubildenden suchen, können sich unter der Service-Nummer 0800 4 5555 20 melden.

Sehr um Ausbildung bemüht ist seit eh und je das Handwerk. Im Kreis Viersen wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 901 Lehrverträge abgeschlossen, 46 weniger als im Vorjahr. Für den Gesamtbezirk steht ein Plus von 1,29 Prozent zu Buche. "Diese Zahlen belegen, wie attraktiv das Handwerk nach wie vor für junge Leute ist", sagt Klaus Koralewski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein. Gerade die technisch anspruchsvollen Handwerksberufe wie Elektroniker, Kfz-Mechatroniker oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik böten sehr sichere Arbeitsplätze und hervorragende Zukunftsperspektiven. Hinzu komme, dass zahlreiche Betriebe nicht nur gut ausgebildete Fachkräfte suchen würden, sondern auch Nachfolger in der Unternehmensführung. "Das zieht sich durch alle Handwerksbranchen", sagt Koralewski.

Für die berufliche Karriere brauche man nicht unbedingt ein Studium: "Wer ehrgeizig ist, hat im Handwerk allerbeste Chancen, um erfolgreich zu sein." Im Kreis Viersen hatten in diesem Jahr Straßenbauer, Metallbauer, Kfz-Mechatroniker und Elektroniker den größten Zulauf. Rückgänge gab es bei den Malern und Lackierern, im Sanitärgewerbe, den Tischlern, Bäckern und Friseuren. Der Kfz-Mechatroniker bleibt mit Abstand des ausbildungsstärkste Beruf, gefolgt vom Elektroniker.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Stadt Kempen: Appell an die Betriebe: Jetzt ausbilden


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.