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Stadt Kempen
Architekten-Wettbewerb fürs Gotteshaus

Stadt Kempen: Architekten-Wettbewerb fürs Gotteshaus
Die evangelische Thomaskirche an der Kerkener Straße in Kempen: Das Gotteshaus muss renoviert werden. Dazu hat die Kirchengemeinde einen Architekten-Wettbewerb ausgelobt. FOTO: WOLFGANG Kaiser
Stadt Kempen. Die evangelische Thomaskirche in Kempen muss renoviert werden. Das Presbyterium hat mehrere Architekturbüros um entsprechende Planungskonzepte gebeten. Eine Fachjury wählt im November den geeignetesten Entwurf aus. Von Silvia Ruf-Stanley

Die Evangelische Kirchengemeinde in Kempen steht vor einer großen Aufgabe. Nicht nur das Gotteshaus selbst, sondern auch die Innenausstattung der Thomaskirche an der Kerkener Straße ist in die Jahre gekommen, wie Uwe Hofer vom Presbyterium auf Anfrage der Rheinischen Post berichtet. Bereits im Juni 2016 beschäftigte sich das Presbyterium intensiv mit dem Zustand der Thomaskirche. Fest stand damals bereits: Der Zugang zum Altarraum muss für gehbehinderte Besucher erleichtert werden. Ebenso muss die 25 Jahre alte Orgel dringend gereinigt werden.

Damit dies geschehen kann, müssen vorher alle übrigen staubintensiven Arbeiten erledigt werden. Und da gibt es so einiges zu tun. Die Kirche benötigt eine modernere Beleuchtungsanlage. Auch muss die Heizung dringend erneuert werden. Uwe Hofer berichtet, dass sich die Temperatur bei der derzeitigen Heizanlage nicht regeln lässt. "Die kennt nur Ein oder Aus", sagt er. Dies ist zum einen längst nicht mehr zeitgemäß, zum anderen tut dies auch dem kostbaren Orgelinstrument nicht gut. Benötigt wird eine moderne Heizanlage, die in langsamen Gradstufen den Kirchenraum erwärmt. Die Nachbarn der Kirche werden sich über eine schallgedämpfte Anlage freuen, denn sie werden heute oft durch den Lärm der Heizung gestört.

Zudem ist ein neuer Anstrich des Innenraums der Kirche notwendig. Ebenfalls muss die Verdunklungsanlage der Fenster erneuert werden. Aus der Kirchengemeinde kam noch weitere Anregungen, so Hofer. Damit hat sich das Presbyterium nun intensiv beschäftigt und einen detaillierten Anforderungskatalog für die Sanierung erstellt. Gemeinsam mit der Leiterin des Baudezernates der Rheinischen Landeskirche wurde eine Ausschreibung verfasst, mit der ein Architektenbüro beauftragt werden soll. An der Ausschreibung können sich im sakralen Bereich erfahrene Architekten beteiligen. Sie wurde am 11. August an die Büros verschickt. Nun haben diese Zeit, ihre Konzepte zu entwickeln. Bei einem Treffen mit den beteiligten Büros erläuterte das Presbyterium vor wenigen Tagen seinen Anforderungskatalog. Die eingeladenen Architekten konnten sich in Ruhe die Räumlichkeiten der Thomaskirche ansehen, erste Fragen wurden geklärt.

Für den 14. November ist nun ein Preisrichtertag einer Fachjury geplant. Dem Gremium gehören neben den Pfarrern Michael Gallach und Bernd Wehner Vertreter des Presbyteriums, Künstler und Fachleute an. Bei dem Termin können die Architekturbüros ihre Konzepte vorstellen. Der Siegerentwurf soll dann bei einer Gemeindeversammlung am 3. Dezember vorgestellt werden. Im Sommer kommenden Jahres könnte dann mit den Arbeiten begonnen werden.

Eine Frage, die es zu klären gilt, ist bei der künstlerischen Ausgestaltung der Kirche unter anderem der Verbleib der Betonwand im Altarraum. Sie darf nicht verändert werden, denn sie ist ein geschütztes Kunstwerk. Sollte sie nicht ins Modernisierungskonzept passen, müsste ein anderer Platz im Gemeindezentrum gefunden werden. Über mögliche Kosten der geplanten Renovierung der Kirche schweigt sich Hofer noch aus. Doch die Ausgaben für die Renovierung sollen die übrige Gemeindearbeit nicht beeinträchtigen, versichert er. Vielmehr ist die Gemeinde nach Kirchenrecht verpflichtet, für solche Arbeiten langjährig Rücklagen zu bilden. Diese geben bereits einen Kostenrahmen vor. Allerdings scheint klar, dass die Renovierungskosten im sechsstelligen Bereich liegen werden. Deshalb ist die Kirchengemeinde auch auf Spenden angewiesen.

Von Anfang an war es dem Presbyterium wichtig, die Gemeindeglieder in das Projekt einzubinden. Es gab dadurch viele Anregungen. Gerade mit dem Verbleib der Betonwand haben sich viele Gemeindeglieder beschäftigt. Die unbequemen kalten Kirchenbänke waren ebenfalls ein viel genanntes Thema. Die Kirchenbesucher sind an dem weiteren Prozess beteiligt. Dies geschieht nicht nur über den Gemeindebrief, sondern auch durch Informationen auf der Homepage der Gemeinde, die stets aktualisiert werden sollen, so Hofer. Wichtig ist allen Beteiligten, dass die Kirche so gestaltet wird, dass sich hier jeder Gottesdienstbesucher wohl fühlen kann. Nähere Informationen gibt es unter www.thomaskirche-kempen.ekir.de

Quelle: RP
 
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