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Gemeinde Grefrath
Auch die Möhre braucht Bienen

Gemeinde Grefrath. Wie spannend das Thema Bienen ist, erfuhren die Teilnehmer beim Ferienprogramm "Daheim am Niederrhein" im Niederrheinischen Freilichtmuseum. Imker Paul-Heinz Backes nahm alle mit auf eine Reise ins Bienenland. Von Bianca Treffer

Die Frage nach der Imkerkleidung - Hut mit Schleier und weißer Anzug - steht allen 18 Kindern ins Gesicht geschrieben, als sich Paul-Heinz Backes im Niederrheinischen Freilichtmuseum auf dem Weg zum Bienenhaus zu ihnen gesellt und sich als Imker vorstellt. Matthias stellt die Frage laut. "Die Kleidung brauche ich jetzt nicht, weil ich keine Rahmen mit den Honigwaben entnehme", erklärt der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Oedt und Umgebung. Direkt mit Blick auf das Bienenhaus und die Bienenstöcke nehmen die Kinder auf den aufgestellten Bänken Platz. "Wisst Ihr eigentlich, wofür die Bienen da sind?", möchte Backes von den Kindern im Alter zwischen sechs und zehn Jahren wissen.

Amelie kennt sich bestens aus und informiert alle darüber, dass die Bienen Pflanzen bestäuben und dass dann Früchte wachsen können. Backes hat so eine mit Obst und Gemüse gefüllte Schale dabei. Darunter auch eine Möhre. Jonas kann sich nicht vorstellen, dass eine Möhre bestäubt werden muss. Die habe doch gar keine Blüten, bemerkt er. "Aber wenn wir Samen von der Möhrenpflanze haben möchten, um im nächsten Jahr wieder Möhren aussäen zu können, lassen wir sie wachsen. Dann blüht die Möhre und braucht genau wie die vielen anderen Pflanzen eine Bestäubung", berichtet Backes. Wie die Bestäubung an sich funktioniert, die Entwicklung einer Honigbiene, die Nahrungssuche und die Kommunikation unter den Bienen - Backes zieht die jungen Zuhörer in seinen Bann. Es gibt Holzrahmen mit Bienenwaben darin zum Anschauen, Wachs kann in die Hand genommen werden und das Glas mit Kittharz, wie Propolis auch genannt wird, mit denen die Bienen ihre Behausung abdichten, wird von den Kindern neugierig beäugt.

Während nebenan die Bienen gelassen in ihre Stöcke ein- und ausfliegen, lauschen die Teilnehmer des Ferienprogramms im Niederrheinischen Freilichtmuseum dem Fachmann, der spannend und kindgerecht erzählt. Das Staunen ist groß, als die Kinder erfahren, dass eine Biene 30 Stundenkilometer schnell fliegen kann. Die so genannten Kundschafterbienen zeigen mit einem Bienentanz ihren Artgenossen, wo sie Futter entdeckt haben. Eeine Biene muss für ein Glas Honig eine Flugstrecke zurücklegen, die sie dreimal um die Erde reicht. Fünf Millionen Blüten besucht sie dabei durchschnittlich und sammelt auf diesem Weg 2,5 Nektar. Die Kinder lernen den Unterschied zwischen Bienen und Wespen kennen und können es fast gar nicht glauben, dass eine Biene für ein Gramm Wachs 1250 Wachsblättchen aus ihren Wachsdrüsen ausscheiden muss.

Wie es im Bienenstock zugeht, können die Kinder live erleben. Denn im Bienenhaus gibt es nicht nur alte und neue Gerätschaften rund um die Imkerei und Bienenhaltung zu bestaunen, sondern auch einen beidseitig zu öffnenden Schaukasten. Völlig fasziniert drängen sich die Kinder um die Glasscheiben, hinter denen die Bienen fleißig bei der Arbeit sind. Selbst Leon, der eigentlich nicht so bienenbegeistert ist, weil ihn einmal eine in den Fuß gestochen hat, ist interessiert. "Ich mag Honig sehr gerne. Aber ich habe nicht gewusst, dass die Bienen dafür so viel arbeiten müssen", bemerkt Lena.

Zum Abschluss ist Handarbeit angesagt. Die Teilnehmer dürfen alle eine Bienenwachskerze selber drehen. Durch vorsichtiges Aufrollen eines langen Bienenwachsstreifens, der am Anfang einen Docht erhält, entsteht eine jede Kerze.

Wobei die Handwärme ausreicht, um den Streifen zu formen, ohne dass er bricht. Finger waschen ist danach nicht angesagt, denn dann würde der leckere Geruch an den Händen wieder verschwinden - und den wollen alle noch ein wenig behalten.

Quelle: RP
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