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Krefeld
Auf dem Flachsmarkt stehen die Kinder immer mehr im Mittelpunkt

Krefeld. 45.000 Besucher kamen an den drei Pfingsttagen nach Linn. Arbeitsminister Rainer Schmeltzer zeigte sich als Schirmherr von der Veranstaltung begeistert. Von Bärbel Kleinelsen (Text) und Mark Mocnik (Fotos)

Viele Familien zog es am Wochenende zum traditionellen Handwerkermarkt rund um die Burg. Strahlende Gesichter gab es vor allem bei den Kindern. "Wir gehen davon aus, dass wir an den drei Tagen rund 45.000 Besucher in Linn gehabt haben", resümierte gestern Nachmittag der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt, Alexander Raitz von Frentz.

Neben den zahlreichen Handwerkern begeisterten vor allem die Mannen des Historischen Feuerwehrlöschzuges Linn die Besucher. Die alte Linner Feuerwehr aus dem 19. Jahrhundert wurde 2001 als Formation im Schützenverein wiederbelebt und präsentierte sich erstmalig auf dem Flachsmarkt. Helme, Koppeln und Hammerbeile wurden nach original Vorlagen selbst gefertigt. Neben den originalgetreuen Uniformen zeigten die Linner auch das notwendige Löschequipment. Eine historische Handdruckspritze, ein Requisitenwagen und eine pferdegezogene Wassertonne belegten, mit welchen Mühen zwischen 1860 und 1920 gelöscht wurde.

Nach den Sommertagen der vergangenen Woche fiel das Thermometer pünktlich zum Flachsmarkt deutlich ab, statt Shirts und Shorts hatten viele noch mal die wetterfeste Jacke aus dem Schrank gekramt. Das Wetter zeigte sich in Linn an allen drei Tagen eher kühl, doch nach starker Bewölkung am Samstag riss der Himmel auf und brachte bis auf Minischauer bestes Flachsmarktwetter. "Vielleicht hätten fünf Grad mehr auf der Skala den einen oder anderen Besucher noch nach Krefeld gebracht, erfahrungsgemäß bleiben aber mehr Besucher weg, wenn es nur regnet oder das Freibad lockt", so Raitz von Frentz.

Entsprechend war der trockene Montag - im Gegensatz zum heißen Pfingstmontag des Vorjahres - diesmal sehr gut besucht. Am Samstag, dem Familientag, galt: Kinder unter 16 Jahren hatten freien Eintritt. Dieses Angebot wurde bestens angenommen. Unterstützt von mehr als 350 Helfern hatte die ehrenamtlich tätige Arbeitsgemeinschaft rund ein Jahr lang wieder alles darangesetzt, ein buntes Programm zu inszenieren. Metallkünstler, Handschuhmacher, Marionettenbauer und niederrheinische Handformfliesen - auch bei der 41. Auflage des Marktes gab es wieder viele neue Gesichter an den Handwerkerständen zu sehen. Viele davon waren Vertreter fast ausgestorbener Berufe.

Einen neuen Fan hat der Flachsmarkt offensichtlich in Rainer Schmeltzer, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW gefunden: Begeistert von dem, was er als Schirmherr erstmalig in Linn erlebte, legte er sein Manuskript zur Seite und improvisierte in sehr gelungener und launiger Form zur Freude der Zuhörer. Übrigens: Auch das DRK war mit dem Fest zufrieden. Bis gestern Nachmittag gab es nur einen einzigen Transport in ein Krankenhaus, außerdem fielen 39 Hilfen bei Schnitt- und Schürfwunden sowie Kopfschmerzen an.

Quelle: RP
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