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Stadt Kempen
Auf die Inszenierung des Motivs kommt es an

Stadt Kempen: Auf die Inszenierung des Motivs kommt es an
Stellen ihre Fotografien derzeit im Foyer des Kempener Rathauses aus: Ingrid Dierdorf, Walter Nork, Rainer Deling und Wiebke Bulgrin (v.l.n.r.) bilden die Gruppe "Camera Obscura". FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Kempen. Die Fotografengruppe "Camera Obscura" stellt neue Arbeiten bis zum 27. Mai im Foyer des Kempener Rathauses aus. Von Silvia Ruf-Stanley

Wieder einmal stellt die Fotogruppe "Camera Obscura" im Kempener Rathaus aus. Stets nimmt sich die vierköpfige Gruppe, die in diesem Jahr fünf Jahre zusammen ist, ein Thema für ihre Ausstellungen vor. Dieses Mal sind es "Lichter". Die Interpretation des zentralen Themas bleibt jedem Fotografen selbst überlassen.

Walter Nork verwies in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung darauf, dass das Licht als wesentlicher Bestandteil zur Fotografie gehöre. Dazu komme dann aber auch das Können des jeweiligen Fotografen. Der müsse einen besonderen Blick für reizvolle Motive haben und den Willen, auch ungewohnte Orte aufzusuchen. Er müsse dort hinschauen, wo der fotografische Laie vielleicht auf Anhieb gar kein passendes Motiv vermuten würde. Wichtig seien dann die richtigen Blendenwerten und Belichtungszeiten, um das Besondere herauszustellen. Alle Fotografen der Gruppe haben bei den Aufnahmen für die Ausstellung übrigens digital gearbeitet.

So hat sich Rainer Deling fotografisch die Notbeleuchtung in einem schwindelerregend tiefen Treppenhaus vorgenommen. Er zeigt auch eine Glühbirne - schlicht vor schwarzem Hintergrund. Die spezielle Inszenierung des Motivs gehört für den Fotokünstler mit dazu. Ingrid Dierdorf "malt" mit ihren Bildern. Eines heißt passend "Lightpainting". Bei einem anderen Foto lässt sie die Milchstraße funkeln.

Walter Nork zeigt beleuchtete Gebäude. Auch dies ist eine faszinierende Sicht. Oder er ist in ein Stahlwerk gegangen und hat dort genau den Augenblick fotografiert, wenn der erste Rohstahl heiß und rot-gelb glühend aus dem Hochofen kommt. Man spürt fast die Hitze des Stahls. Wiebke Bulgrin haben es bei ihren Arbeiten die Flammen angetan. Da ist auf einem Foto zum Beispiel ein entzündetes Streichholz zu sehen. Aber die Fotografin hat auch Gewitter festgehalten oder die Nordlichter auf den Lofoten. Noch immer ist sie angetan vom Licht in den Weiten von Utah in den USA.

In der Auswahl der Bilder für die Ausstellung sind die Künstler stets frei, erzählt Nork. Zwar werde manchmal diskutiert, ob etwas passt oder nicht, aber meistens könne man sich einigen. Alle Fotografen bestätigen im Gespräch mit der Rheinischen Post, dass sie die Diskussion in der Gruppe sehr schätzen. Man hilft sich mit Tipps. Und auch Kritik wird willig angenommen. Dann schätzen sie aber auch die Vielfalt, die in den Ausstellungen möglich ist. "Die Geschmäcker sind halt verschieden", meint Nork.

Herausgekommen ist dabei eine bemerkenswerte Ausstellung. Manche Fotografie lässt einen staunen oder auch lächeln. Oder man kann sich ganz still in das Sonnenlicht auf einer Blüte versenken. Man kann Urlaubssehnsucht bekommen beim Blick auf Menschen, die im Gegenlicht der Abendsonne auf einem Berg stehen. Es lohnt sich also, sich Zeit zu nehmen, wenn man die Ausstellung besichtigt.

Zu sehen ist die Ausstellung bis Freitag, 27. Mai, immer während der Öffnungszeiten im Foyer des Kempener Rathauses am Buttermarkt zu den normalen Öffnungszeiten montags bis freitags jeweils von 8 bis 18 Uhr. Am heutigen Feiertag oder am Wochenende ist die Schau nicht zu besichtigen, da das Rathaus geschlossen ist.

Quelle: RP
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