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Stadt Kempen
Aufzugprojekt schwer ins Stocken geraten

Stadt Kempen: Aufzugprojekt schwer ins Stocken geraten
Die Gebäude, die Realschule und Gesamtschule nutzen, sind nicht barrierefrei. Zwei Aufzüge müssen gebaut werden. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Der Stadtrat hatte Ende vorigen Jahres eine Machbarkeitsstudie für zwei Aufzüge für die Realschule in Auftrag gegeben. Das Vorhaben sollte zum neuen Schuljahr realisiert werden. Daraus wird nichts. Von Andreas Reiners

Es grummelt gewaltig. Fast alle Beteiligten sind entrüstet - einige mehr, andere weniger. Bei einem ganz wichtigen Projekt, um die Kempener Realschule und die Gesamtschule für die Inklusion aufzurüsten, hakt es derzeit. In seiner letzten Sitzung des vergangenen Jahres hatte der Stadtrat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, mit der untersucht werden sollte, ob und wo zwei Aufzüge an den Gebäuden der auslaufenden Erich Kästner Realschule angebaut werden können. Die Studie hatte das Viersener Architekturbüro Dewey + Blohm-Schröder erarbeitet und gleich eine grobe Kostenschätzung mitgeliefert. Der Stadtrat stimmte der Planung in seiner Sitzung im März zu. Auch wenn es noch keinen Zeitplan für die Umsetzung gab, gingen die Politiker damals davon aus, dass bis zum Ende der Sommerferien, spätestens nach den Herbstferien, die beiden Aufzugsanbauten fertig sein würden.

Dass die Zeit drängt, war allen Beteiligten klar. Denn die Aufzüge sollen dazu dienen, sowohl eine gehbehinderte Lehrerin der Gesamtschule als auch einen behinderten Jungen, der im neuen Schuljahr als Fünftklässler die Gesamtschule besuchen wird, zu Unterrichts- und Fachräumen in oberen Etagen der beiden Realschulgebäude zu bringen. Die Räume werden von der Gesamtschule mitgenutzt.

Doch scheint es innerhalb der Verwaltungsspitze im Kempener Rathaus ein massives Kommunikationsproblem in dieser Sache gegeben zu haben. Während sich Schuldezernent Michael Klee für den Bau der Aufzüge von Anfang an stark gemacht und eine Fertigstellung nach den Sommerferien in Aussicht gestellt hatte, hat sein Kollege Stephan Kahl, der zuständige Technische Beigeordnete, offenbar einen ganz anderen Zeitplan im Visier gehabt. Er hatte in einem Gespräch in der Sache, an dem Vertreter der politischen Parteien und auch die beiden Leiter der betroffenen Schulen teilgenommen haben, von einer Fertigstellung zum Schuljahresbeginn 2017/2018 gesprochen.

Nach Informationen der Rheinischen Post soll es zwischen den Kollegen Klee und Kahl bei dem Thema zu massiven Meinungsverschiedenheiten gekommen sein. Bürgermeister Volker Rübo soll die Sache inzwischen sogar peinlich sein, er soll über die genaue Tragweite der Verzögerungen nicht richtig informiert worden sein. In der Politik ist die Verärgerung groß, dass Baudezernent Kahl das Thema nicht mit dem nötigen Nachdruck verfolgt hat. Er wollte wohl abwarten, bis eine externes Architekturbüro mit der Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für die Schulsanierung beauftragt worden ist. Diesen Auftrag soll der Bauausschuss in seiner nicht-öffentlichen Sitzung am kommenden Montag erteilen.

Gesamtschulleiter Uwe Hötter ist bemüht, sowohl für die betroffene Kollegin als auch für den künftigen Gesamtschüler eine praktikable Lösung für die Übergangszeit zu finden, bis die Aufzüge in Betrieb gehen. Er sieht sich in einer besonderen Verantwortung, hat den besorgten Eltern des Jungen sein Wort gegeben, dass ihr Sohn trotz seines Handicaps an der Gesamtschule in allen Fächern umfassend unterrichtet werden kann. Auch für die betroffene Kollegin wird an einem entsprechenden Raumplan gearbeitet.

Quelle: RP
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