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Kempen
Autohaus Tendyck meldet Insolvenz an

Kempen: Autohaus Tendyck meldet Insolvenz an
Neben den Autohäusern in Lobberich und Dormagen betreibt die Familie Tendyck die Autofit-Werkstatt am Industriering Ost in Kempen. FOTO: Kaiser
Kempen. Der Händler klagt über sinkende Verkäufe von Dieselfahrzeugen. Doch der Kempener ist auch zuversichtlich, aus den finanziellen Schwierigkeiten wieder hinauszufinden. Von Emily Senf

Schwierige Zeiten für das Autohaus Tendyck in Lobberich: Inhaber Richard Tendyck hat Insolvenz angemeldet. Grund für die finanzielle Schieflage sei vor allem die Diesel-Debatte. "Aber wir sind zuversichtlich, dass es bald wieder besser wird", sagt Tendyck, der mit seinem Sohn Andreas als Geschäftsführer das Unternehmen leitet. Die Insolvenz biete die Möglichkeit, sich neu aufzustellen.

Tendyck betont, dass bislang alles ordnungsgemäß verlaufen sei. "Wir haben die Insolvenz selbst angemeldet, und bis dahin wurden alle Löhne gezahlt", sagt er. Für die Kunden ändere sich nichts: Das Geschäft würde wie gewohnt weiterlaufen, die 30 Mitarbeiter, die er im Autohaus an der Heinrich-Haanen-Straße in Lobberich sowie in der Niederlassung in Dormagen und der Werkstatt in Kempen beschäftigt, seien im Dienst wie immer. "Sie stehen zum Autohaus", sagt der Inhaber. Auch der "größte Teil" der Lieferanten halte dem Unternehmen die Treue. "Sonst hätte man auch keine Chance", sagt Tendyck. Das Insolvenzverfahren läuft seit dem 24. Januar, zuständig ist die Krefelder Insolvenzverwalterin Nada Nasser.

"Auslöser waren 2015 die Ungereimtheiten mit Diesel-Fahrzeugen", berichtet Tendyck. Hinzu seien die Abgasnormen gekommen, die Feinstaub-Debatte, die beginnende Unsicherheit bei den Autofahrern. Dadurch sei die Zahl der sogenannten Leasing-Rückläufer gestiegen: Nach Ende der Laufzeit kaufen die Kunden die Autos nicht wie sonst üblich, sondern geben sie häufiger wieder zurück. Bei manchen Marken gingen diese Wagen dann an den Hersteller, bei Nissan, einer von Tendycks Hauptmarken, müsse dagegen der Händler die Wagen zurücknehmen. Der Weiterverkauf solcher Dieselwagen sei schwierig. "Es gibt inzwischen lange Stehzeiten", sagt Tendyck.

Der Autohaus-Inhaber ist auch Obermeister der Kfz-Innung Kreis Viersen und weiß aus Erfahrung: "Es trifft nicht uns alleine", sagt er. "Nicht nur im Kreis Viersen, sondern bundesweit hadern die Autoverkäufer mit dem Diesel-Problem." Betroffen seien gerade Händler wie er, die Fabrikate mit einem hohen Dieselanteil vertreiben. In Lobberich verkauft er Autos der Marken Nissan und Volvo, in Dormagen nur Nissan. Im Kempen hat er eine freie Werkstatt. "Der Verkauf von Dieselautos hat bei uns immer mehr als 50 Prozent ausgemacht, jetzt ist er runter auf nur noch 20 Prozent", sagt der Kempener Tendyck.

Zwar sei gleichzeitig auch der Verkauf von Benzinern steigend - aber deutlich zu langsam. "Damit können wir den Verlust bei Diesel-Autos nicht auffangen", sagt Tendyck. Auch die Hersteller würden bei der Entwicklung hinterherhinken: "Die Zeit der Umstellung dauert zu lange." Das würden besonders Händler am Rand von Ballungsgebieten zu spüren bekommen. So wird etwa in Düsseldorf das Verbot von Dieselfahrzeugen diskutiert.

Tendyck, der das Nettetaler Autohaus seit 1982 betreibt, bleibt zuversichtlich. "Das ist für uns der Punkt für eine Restrukturierung", sagt er. "Wir können uns neu aufstellen und dann auch irgendwann wieder Geld verdienen."

Quelle: RP
 
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