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Stadt Kempen
Awo setzt ein Zeichen gegen Rassismus

Stadt Kempen: Awo setzt ein Zeichen gegen Rassismus
Mitarbeiter und Klienten der "Beschäftigung & Tagesstruktur" protestieren gegen den täglichen Rassismus. FOTO: norbert Prümen
Stadt Kempen. Menschen mit Behinderung aus dem Bereich Beschäftigung & Tagesstruktur gingen gestern auf die Straße, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Bei der Arbeiterwohlfahrt erfahren sie täglich Hilfe zur Selbsthilfe. Von Heiner Deckers

Ein Zeichen gegen Rassismus setzte gestern die Kempener Arbeiterwohlfahrt (Awo). Seit ihrer Gründung im Jahr 1919 steht der Verband für Toleranz, Demokratie, Gerechtigkeit und unteilbare Menschenrechte ein. Mitarbeiter und und Klienten der "Beschäftigung & Tagesstruktur" an der Kleinbahnstraße stellten sich gestern demonstrativ mit Awo-Fahnen vor die Tür der Einrichtung, um die Öffentlichkeit auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. "Wir als Arbeiterwohlfahrt treten seit jeher für Minderheiten ein, die am Rand der Gesellschaft stehen und es schwer haben, Fuß zu fassen", sagt Berit Greife, Sozialpädagogin und Leiterin der Einrichtung. Menschen mit Behinderung erlebten oftmals Vorbehalte, auch das sei eine Form des Rassismus.

Die Awo bietet Behinderten die Möglichkeit, etwas für sich zu tun und gemeinsam mit anderen Betroffenen gemeinsam aktiv zu sein. Die Menschen, die täglich zur Kleinbahnstraße kommen, sind zwischen 18 und 65 Jahre alt und aus den verschiedensten Gründen nicht in der Lage, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen oder in einer Behindertenwerkstatt zu arbeiten. Sie leben allerdings alleine, haben eigene Wohnungen, werden bei Bedarf jedoch vom Betreuten Wohnen der Awo unterstützt. Sie sollen, so das erklärte Ziel der Awo, ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Darauf habe schließlich jeder das Recht, auch Menschen mit Defiziten

Wichtig ist für diese Menschen, die an seelischen und/oder körperlichen Beeinträchtigen leiden, aber auch, dass ihre Tage feste Strukturen haben, dass sie sinnvoll beschäftigt sind. Dabei hilft die Arbeiterwohlfahrt. Da gibt es beispielsweise die Hauswirtschaftsgruppe, die mit viel Akribie dafür sorgt, dass täglich ein warmes Essen auf dem Mittagstisch steht. Wer möchte, kann auch einen Kuchen für das Büchercafé backen. Das ist nämlich öffentlich, an jedem ersten Donnerstag im Monat können von 14 bis 17 Uhr Bücherspenden abgegeben werden.

Wer von den Klienten Lust hat, etwas im Garten zu, hat die Gelegenheit dazu. In einer Werkstatt werden sogar eigene Geräte hergestellt. Wer handwerklich begabt ist, findet in der Ergotherapie wahrscheinlich das passende Angebot. Es gibt etwa eine kleine Holzwerkstatt, in der die Klienten beispielsweise Figuren und Nistkästen herstellen, die später verkauft werden.

Am Nachmittag stehen oft gemeinsame Unternehmungen auf dem Programm. Als Beispiele nennt Berit Greife Schwimmen, Sport, Ausflüge und Gedächtnistraining. Die Awo bietet den Klienten aber auch die Möglichkeit, außerhalb der Einrichtung tätig zu werden, etwa auf einem Pferdehof oder bei Garten- und Landschaftsarbeiten. Das erklärte Ziel all dieser Maßnahmen ist es, den Menschen psychische Stabilität und höhere Leistungsstärke zu vermitteln, ihnen Alltagsfähigkeiten zu geben und sie auf eine berufliche Zukunft vorzubereiten.

Quelle: RP
 
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