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Stadt Kempen
Bahnstraße: Anwohner für Tempo 30

Stadt Kempen: Bahnstraße: Anwohner für Tempo 30
Der Technische Beigeordnete Stephan Kahl (stehend) moderierte die Bürgerinformation im St. Huberter Forum. Im Bild ist die Ausbauvariante 4 mit Tempo-30-Zone zu erkennen. Sie wird von der Politik bislang bevorzugt. FOTO: Prümen
Stadt Kempen. Die Anwohner der Hauptverkehrsstraße zum St. Huberter Ortskern bevorzugen eine Ausbauvariante, die die Straße auch weiterhin verkehrsberuhigt. Bauchschmerzen bereiten den Betroffenen die Kosten, die sie anteilig zahlen müssen. Von Andreas Reiners

Gegen Ende der Bürgerinformation im St. Huberter Forum kam am Montagabend die - aus Sicht der betroffenen Anlieger - alles entscheidende Frage nach den Kosten, die sie anteilig an der Neugestaltung der Bahnstraße bezahlen müssten, wenn die geplanten Tiefbauarbeiten abgeschlossen sind. Etwa die Hälfte der Baukosten kann die Stadt Kempen nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) auf die Anlieger umlegen. Und diese Kosten bemessen sich nicht an den laufenden Frontmetern der Gebäude, die an der Bahnstraße liegen, sondern an der gesamten Grundstücksgröße und den umbauten Flächen. Tiefbauamtsleiter Torsten Schröder nannte ein Beispiel, wonach Anwohner mit einem mittleren Grundstück mit Kosten von rund 5000 Euro rechnen müssten.

Allerdings sind die genannten Zahlen längst noch nicht zu Ende berechnet, sondern beruhen auf groben Kostenschätzungen. Schröder und der Technische Beigeordnete Stephan Kahl verwiesen auf die Hunsbrückstraße im Kendeldorf. Die hatte die Straße zuletzt saniert, die Anwohner mussten entsprechende Beiträge zu den Gesamtkosten bezahlen. Das ging dort ziemlich geräuschlos über die Bühne. Für die Bahnstraße sicherten Kahl und Schröder persönliche Beratungsgespräche für alle betroffenen Anlieger zu, wenn sich die Politik auf eine Ausbauvariante festgelegt habe und diese dann genauer geplant und kalkuliert sei. Fest steht: Die Mehrheit der etwa 70 Anwesenden der Bürgerinformation ist für einen verkehrsberuhigten Ausbau der Bahnstraße, das heißt: mit Tempo 30. Auch die Politik hatte zuletzt Ende Mai im zuständigen Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz des Kempener Stadtrates eine solche Lösung als Priorität genannt.

Ob es allerdings zu einer Lösung kommt, die weitgehend dem derzeitigen Bild mit Verengungen durch Warnbaken und markierten Parkständen gleicht - wie sie eine Anwohnerin vehement forderte -, ist eher unwahrscheinlich. Die Stadt plant statt eines Provisoriums dauerhafte Fahrbahnumgestaltungen, die einer Verkehrsberuhigung dienen sollen. Was die Umlage der Anliegerkosten betrifft, werden der Discounter Aldi und die Stadt selbst als Eigentümerin des Sportplatzes An Eulen den Löwenanteil dafür tragen müssen. Sollte die Tempo-30-Zone über die Einmündung Brunnenstraße/Erkesweg beispielsweise bis An Steinen erweitert werden, würden die Gesamtkosten zwar steigen, aber da dadurch weitere Anlieger an den umlagefähigen Kosten beteiligt würden, könnte der einzelne Anteil möglicherweise geringer ausfallen. Aber das muss erst noch genau kalkuliert werden.

Die weiteren Schritte: Die Stadtverwaltung wird auf der Basis der Ergebnisse der jüngsten Bürgerversammlung die Planungen weiter konkretisieren, um für die Sitzung des Planungsausschusses im Oktober eine Variante mit Kostenschätzung auszuarbeiten. Dann soll die Politik den förmlichen Ausbaubeschluss fassen. Die Stadtverwaltung bietet den Anwohnern persönliche Gespräche an. Die machen aber erst Sinn, wenn die Politik entschieden und die Stadt die Kosten genauer ermittelt hat. Die Stadt Kempen möchte mit den Tiefbauarbeiten, an denen auch die Stadtwerke beteiligt sind, im kommenden Frühjahr beginnen.

Quelle: RP
 
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