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Gemeinde Grefrath
Bald flattern die Windvögel

Gemeinde Grefrath: Bald flattern die Windvögel
Windvogelbau in der Dorenburg: Daniela Mönnekes hilft ihrer Tochter Leni bei der Konstruktion. FOTO: achim hüskes
Gemeinde Grefrath. Das Element Luft rückte im Grefrather Niederrheinischen Freilichtmuseum in den Mittelpunkt. Museumspädagogin Rabea Badeda baute bei einer Herbstferienaktion mit den Kindern Windvögel. Von Bianca Treffer

Er ist grün, hat ein lachendes Gesicht und einen lustigen langen Sterz, der orange und gelb leuchtet. "So könnte euer Windvogel nachher auch aussehen", meint Rabea Badeda und deutet auf den Prototypen, der an der Wand hängt. Doch bevor es soweit ist, liegen vor den Kindern, die sich mit ihren Eltern oder Großeltern an den großen Tischen im museumspädagogischen Raum des Niederrheinischen Freilichtmuseums zum Windvogelbau eingefunden haben, noch eine Menge Arbeitsschritte.

Los geht es mit dem Gerüst, das in diesem Fall aus Weidenstöcken besteht, die Badeda bereits verteilt hat. "Wir müssen die Stöcke auf 80 und einmal auf 50 Zentimeter kürzen", erklärt die Museumspädagogin, was rege Betriebsamkeit auslöst. Desiree greift zum Zollstock und legt ihn fachmännisch an ihren Weidenrutenstock an. "Mein Sohn hat, als er klein war, einen Windvogel gebaut, der größer war als er selber", erzählt ihre Oma Christa Boje, während sie die Weiderute an der von der Neunjährigen gekennzeichneten Stelle durchbricht.

Nebenan hilft Arne Borrmann seinem Sohn Levin beim Abmessen. Mit Papas Hilfe findet der Sechsjährige die entsprechende Maßeinheit auf dem Zollstock. Die drei Jahre ältere Tochter Emily ist inzwischen schon mit dem Verbinden der beiden Ruten beschäftigt. Dafür hat Badeda entsprechend lange Zwirnfäden verteilt. "Als nächstes kerben wir die Enden der Ruten ein, um dort den Faden für die Bespannung durchzuführen", erläutert die Museumspädagogin den nächsten Arbeitsschritt. Der zwölfjährige Kai hantiert vorsichtig mit einem Messer, derweil sein Bruder Ben (9) die Kerben mit einer Schere einritzt. "Als Kind habe ich mal erfolglos versucht, einen Drachen zu bauen. Für uns ist der Windvogelbau heute eine Premiere", sagt Nicole Röder lachend.

Es sei ein ganz tolles Angebot, fügt die Mutter von Kai und Ben lobend an. Das finden auch Simone Müller und Beate Kreutzer, die mit ihren Söhnen Fynn und Anton unter die Drachenbauer gegangen sind. "Das sieht aus wie ein Segel", meint der fünfjährige Fynn und hält stolz sein mit Faden ummanteltes Gerüst hoch. Anton arbeitet noch an einem Doppelknoten, um die Schnur in der Weidenrutenkerbe zu verankern. Der Doppelknoten ist geglückt und mit Mamas Hilfe beginnt das Spannen. Leonie (10) hat sich entschieden, die Schnurbespannung mit einer Schlaufe zu befestigen.

Überall sind alle voller Konzentration bei der Arbeit. Schließlich sind die Grundgerüste fertig. Aus einem großen Karton holt Badeda buntes Transparentpapier heraus. Auf den Tischen leuchtet es in gelb, rot, grün und blau. Die Kinder überlegen, welche Grundfarbe ihr Windvogel bekommen soll. Bakari (7) entscheidet sich für rot, Leni (7) favorisiert gelb und Victoria (7), Niclas (8) als auch Mia (10) wählen ebenfalls rot aus.

Badeda zeigt den Drachenbauneulingen, wie die Folie am Gerüst befestigt wird. "Ganz wichtig ist die Zugabe von drei Zentimeter. Die brauchen wir, um das Papier an der Schnur entsprechend breit umschlagen und gut festkleben zu können", sagt die Museumspädagogin. Kreutzer erinnert sich, dass ihr Vater das Transparentpapier einst mit Kartoffelstärke geklebt hat, während Borrmann zusammen mit Levin und Emily schon überlegt, wo der Windvogel Fahrt aufnehmen soll. "Wir kommen aus Uerdingen und ich glaube, wir werden ihn auf den Rheinwiesen steigen lassen", meint Borrmann. Langsam, aber sicher nehmen die Windvögel Gestalt an.

Unter viel Gelächter entstehen die Gesichter, absolute Genauigkeit ist nochmals beim Anbringen der späteren Schnurhalterung gefragt und den Sterz gestalten macht einfach nur Spaß. Unter lautem Rascheln knuddeln die kleinen und großen Teilnehmer mit Begeisterung das bunte Transparentpapier für den Schweif zusammen.

Quelle: RP
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