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Stadt Kempen
Bauernmarkt mit eigenem Rennstall

Stadt Kempen: Bauernmarkt mit eigenem Rennstall
Mithilfe einer eigenen Startbox schickte die Kempener Landjugend ihre Ferkel an der Mühle ins Rennen. Maskottchen Elisa feuerte die Renntiere an. FOTO: Hüskes Achim
Stadt Kempen. Trotz des eher durchwachsenen Wetters strömten gestern Nachmittag die Besucher in die Kempener Innenstadt. Der Bauern- und Umweltmarkt hatte viel Wissenswertes zu bieten. Besonders umlagert war die Rennbahn für die Ferkel. Von Silvia Ruf-Stanley

Fast sah es ja so aus, als ob der Bauern- und Umweltmarkt am gestrigen Sonntag ins Wasser fallen würde. Denn pünktlich zu Beginn um 11 Uhr öffnete der Himmel seines Schleusen. Glücklicherweise wurde es dann gegen Mittag schöner und damit strömten auch immer mehr Besucher in die Kempener Innenstadt. Die Gemeinschaftsarbeit von städtischem Umweltreferat, Kempener Verkehrsverein, Ortsbauernschaft und Werbering zeigte sich als sehr gelungen. Es gab so viel zu entdecken. Die Besucher lobten die gute Mischung von heimischer Landwirtschaft bis zum Umweltschutz.

Nicht so umweltfreundlich wie die modernen Autos auf der Engerstraße waren die alten Traktoren auf der Kuhstraße. Beide waren aber trotzdem besondere Anziehungspunkte. Auf der Engerstraße erzählte ein Mitarbeiter eines Autoanbieters, dass sich Frauen inzwischen sehr gut mit den technischen Details von Elektroautos und umweltfreundlicher Technik auskennen.

Die Saftpresse von 1871 sorgte auf dem Buttermarkt für frischen Most. FOTO: Hüskes Achim

Ein weiteres altes Schätzchen konnte man auf dem Buttermarkt bestaunen: eine historische Saftpresse von 1871, angetrieben von einem Traktor, der wiederum die Bänder in Bewegung setzte, mit denen aus frisch gewaschenen Äpfeln der Most gepresst wurde. Wie der schmeckte, konnte man dann gleich probieren. Nebenan interessierte sich die vierjährige Leonie mehr für das Ziegeneis. Und bei Bettina Können gab es nicht nur das Eis in verschiedenen leckeren Sorten, sondern sie hatte auch gleich ein paar Erzeuger der Ziegenmilch mitgebracht. "Die lieben es, wenn Leute kommen", erklärte sie die Zutraulichkeit der Tiere, während Leonie sie streichelte.

Und es gab noch mehr zu lernen auf dem Bauernmarkt. Die Landfrauen klärten über die klassische niederrheinische Feldfrucht, die Kartoffel, auf. Verschiedene Sorten hatten sie mitgebracht. Diese konnte man auch gleich probieren - entweder als kleine Stückchen oder leckere Schmorkartoffeln. Aber auch als Waffel aus geriebenen Kartoffeln, als Kuchen oder Brot. Vera Gossen gab bereitwillig die passenden Rezepte preis. Herbert Hahn fand das sehr gut. Er ist Vegetarier und Kartoffeln gehören für ihn zum täglichen Speiseplan.

Blühendes für den heimischen Bauerngarten gab es auch zu kaufen, dazu Obst und Gemüse aus garantiert biologischem Anbau. FOTO: Achim Hüskes

Ein paar Schritte weiter musste man bei Josef Impelmanns und Herbert Platen von der Ortsbauernschaft nicht nur klug, sondern auch schnell sein. Denn sie stellten Fragen rund um die Landwirtschaft. Den Besten in der Runde winkten dann ein Beutel Kartoffeln oder ein Kohlkopf, als Trostpreise gab es Äpfel. Schnell ging es ebenso beim Ferkelrennen der Landjugend zu: Lotte, Brunhilde, Max, Pauline, Rudi und Luzie gaben auf dem Parcours im Schatten der Hessenmühle am Altstadtring alles. Einmal in der Stunde traten sie zum Rennen an. Linda Genneper von der Landjugend war ganz begeistert von ihrem Rennstall. Nach drei Tagen hätten die sechs gewusst, was sie tun sollten und richtig Spaß daran gefunden. 14 Tage Training reichten vollkommen. Die Wettbieter mussten mindestens einen Euro setzen, dann konnten sie sich auf einen Werbering-Gutschein als Gewinn freuen. Mit beim Rennen war auch Kuh Elisa, das Maskottchen der Kempener Landjugend. Elisa hatte aber wohl den ruhigsten Part, da sie nur Zuschauerin war.

Bei einer Pause fand man mitten im Gewühl auch den Werberingvorsitzenden Armin Horst, der sich vor seinem Lokal zufrieden die sich zunehmend füllende Stadt anschaute. Ein Stück weiter blieben immer wieder Leute stehen, um dem Musiker Rasmus zuzuhören. Er spielte sich durch das ganze Repertoire bekannter Oldies und so füllte sich sein Gitarrenkoffer schnell. "Handgemachte Musik, ist das nicht schön", meinte eine Besucherin und kaufte dem Musikanten auch prompt eine CD ab.

Die eineinhalbjährige Nina war mit ihren Eltern bei den Schafen an einem Stand stehen geblieben. Sie war ganz fasziniert von den wolligen Tieren. Andere Kinder versuchten am Stand des Jagdverbandes herauszufinden, welches Fell zu welchem Tier gehört. Das war wohl vor allem für Familien mit Kindern der größte Anziehungspunkt auf dem Bauernmarkt: Tiere sehen, hören, riechen, anfassen zu können. Aufklärungsarbeit der besonderen Art leistete Sören Kukielski, der sich mit der Kempener Umweltinitiative den Stand teilte. Er arbeitet für denn World Wild Life Found und klärte über den Unsinn von Reisesouveniers wie ausgestopften Leguanen und Ähnlichem auf. Man brauchte wirklich Zeit, wo es so viel in der Kempener Innenstadt zu sehen gab.

Quelle: RP
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