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Stadt Kempen
Baustellen-Ente soll "Judinchen" heißen

Stadt Kempen. Hildegard Köhler überzeugte die Jury mit ihrer Namensidee. Insgesamt 728 Vorschläge gingen ein. Von Silvia Ruf-Stanley

Wie soll das Kind denn heißen? Schon für Eltern eine schwierige Aufgabe. Für die Jury der Judenstraße war die Namensfindung für das Ententier, dass die Bauarbeiten auf der Straße begleitet, ungleich schwieriger. Ab 21. Februar wurden 2500 der quietschgelben Badeenten auf der Judenstraße verteilt. Die Ente wird in den kommenden zwei Jahren die Bauarbeiten auf der Straße begleiten. Also musste ein Name dafür her. Die Kunden waren aufgerufen, kreativ zu sein und einen passenden Namen zu finden.

Überwältigt waren dann aber Silke Zander, Beatrice Rupert, Inge Sander und Stefan Bunse von der Menge der eingereichten Vorschläge. 728 Teilnehmer gab es. Darunter viele kuriose witzige Beiträge, erzählt Silke Zander. Aber der Jury war recht bald klar, dass der Name entweder einen Bezug zu Kempen oder zur Judenstraße haben soll. Das machte den Berg der Vorschläge etwas kleiner, aber die Auswahl nicht leichter. Am Samstagmittag stand es fest. Die Ente heißt nun "Judinchen". Hildegard Köhler hatte diese Idee, die der Jury am besten gefiel. Dafür konnte sie eine große schicke Einkaufstasche, gestiftet von "B 3 - Dagmar Berwinkel", als Preis entgegen nehmen. Was natürlich direkt zu vielen Kommentaren aus den Reihen der Gratulanten von Judenstraße und Stadtwerken führte, dass dies das passende Geschenk sei, um möglichst viele Einkäufe von der Judenstraße nach Hause zu tragen. Aus den übrigen Teilnehmern des Namenswettbewerbs wurden noch drei weitere Gewinner gezogen. Isabel Petkens gewann eine Sonnenbrille, gestiftet von der Firma Habermann, Willi Backes einen Fahrradtachometer von Radsport Claaßen und Irmgard Spiegels einen Korb mit süßen Leckereien vom Kempener Früchtehaus.

Wer jetzt noch in den letzten Wochen keines der begehrten Entchen ergattert hat, kann hoffen: Denn Norbert Sandmann, Geschäftsführer der Stadtwerke, hatte die freudige Nachricht mitgebracht, dass die Stadtwerke Anfang dieser Woche noch einmal für Nachschub sorgen. Und wer dieses Mal mit seinem Namensvorschlag nicht gewonnen hat, kann noch dreimal kreativ werden. Denn Judinchen bekommt noch drei Mitstreiter, die dann auch Namen brauchen. Im Sommer geht es damit weiter, so Silke Zander. Und jeder, der jetzt mitgemacht hat, darf sich gerne wieder beteiligen, beruhigte sie auf Nachfrage.

Bauarbeiten vor dem Haus bringen bekanntlich nicht nur Unruhe, sondern auch Dreck. Auch dagegen haben die Kaufleute der Judenstraße seit dem Wochenende eine gute Maßnahme. Neue graue Schmutzfangmatten zieren die Eingänge zu den Geschäften und laden mit dem freundlichen Spruch "Judenstraße hereinspaziert" zum Eintreten ein. Natürlich nachdem man vorher die neuen Matten gründlich benutzt hat.

Quelle: RP
 
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