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Gemeinde Grefrath
Begeistertes Publikum holt zwei Zugaben

Gemeinde Grefrath. Der Männer-Gesang-Verein Vinkrath 1925 gab zum Abschluss seiner Jubiläumsjahres in der Kirche St. Josef ein Konzert. Anschließend feierte der Chor mit Vorsitzendem Franz Josef Kösters im Vereinslokal Derichs weiter. Von Gert Holtmeyer

Ein schönes Geschenk zum Abschluss des Jubiläumsjahres machte der Männer-Gesang-Verein Vinkrath 1925 seinem Publikum, dem Kindergarten St. Josef und nicht zuletzt sich selbst. Wie der Name des Chores unmissverständlich zu verstehen gibt, wurde der Chor in diesem Jahr 90 Jahre alt. Und in seinem Benefizkonzert, dem letzten Konzert dieses Jahres, schenkte er seinen treuen Zuhörern ein ansprechendes, gut gelungenes Konzert. Die Kirchenbänke waren voll gefüllt. Auf ein Eintrittsgeld wurde verzichtet, stattdessen wurde eine Kollekte für den Vinkrather Kindergarten durchgeführt. Der spart zur Zeit für ein Hochbeet, "damit die Kinder ihr eigenes Gemüse anbauen können". Gleichermaßen scherzhaft wie eindeutig war die Botschaft aus dem Chor: "Öffnen Sie ihre Herzen - und Ihre Portemonnaies".

Zugute kam dem Chor die für eine Kirche außergewöhnlich gute Akustik von St. Josef. Es gibt keinen langen Nachhall, andererseits klingt es aber auch nicht trocken. Klar ist aber auch, dass eine gute Akustik zwar die Ausführenden anspornt. Aber für die Qualität der Einsätze, der Intonation und der Ausgewogenheit der Stimmgruppen muss man schon selber sorgen. Und da war festzustellen, dass in den Proben sorgfältig gearbeitet wird, und Chorleiter Heinz Josef Clemens alles gut einstudiert hat. Und dass im Chor gute Sänger mitwirken, zeigte sich nicht zuletzt bei den solistischen Beiträgen der Chor-Mitglieder Hans Josef Kanters, Heinz Wefers, Christian Wilke und Wilfried Wix.

Angekündigt wurde ein volkstümliches, vorweihnachtliches Konzert. Das war in fünf Themenblöcke gegliedert und begann mit vier kultiviert vorgetragenen Abendliedern. "Im Dorf da geht die Glocke schon" stammte aus der Bretagne. Aus der Feder des früheren Chorleiters Hans L. Heinrichs kam der Satz des deutschen Volkslieds "Nun wollen wir singen das Abendlied". Und das von Kanters solistisch vorgetragene "Im Abendrot" war eine Komposition von Franz Schubert.

Im zweiten Block ging es um Weihnachtliches, und zwar ums Wetter ("Leise rieselt der Schnee"), ums Ambiente ("Weihnachtsglöckchen") und um die christliche Botschaft ("Maria durch ein Dornwald ging"). Chormitglied Wilke brachte nicht nur als Solist mit "White Christmas" amerikanisches Weihnachts-Feeling ins Spiel. Er steuerte auch eine eigene Komposition bei, ein romantisch eingefärbtes "Kyrie". Das dirigierte er auch selbst, während Clemens die Klavierbegleitung übernahm. Dass ihm hierfür ein Clavinova zur Verfügung stand, war durchaus praktisch. Schließlich konnte er hierauf auch noch den Klang anderer Instrumente erzeugen, zum Beispiel den eines Glockenspiels. Aber natürlich zieht es einen Berufsorganisten vor allem an sein ureigenes Instrument. Mendelssohns Präludium in G-Dur, von Clemens fein differenziert auf der Kirchenorgel vorgetragen, war zweifellos eine Bereicherung des Programms.

Der alpinen, bayrisch-österreichischen Weihnachtsstimmung war der vierte Themenbereich gewidmet, mit einem "Andachtsjodler", "Es wird schon glei dumpa" und "Wenn ich ein Glöcklein wär". Nach dem Spiritual "Oh my Lord" und dem in der Originalsprache Französisch gesungenen "Minuit Chretiens" von Adolphe Adams wäre mit "Wenn der Tag zu Ende geht" an sich Schluss gewesen. Aber da machten die begeisterten Zuhörer nicht mit. Erst nach zwei Zugaben durfte der Chor aufhören und erfreute sein Publikum noch mit Brahms' "Guten Abend, gut' Nacht" und dem "Trommlerlied" (Little Drummer Boy) von Katherine K. Davis.

Quelle: RP
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