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Stadt Kempen
Berufskolleg wird zur Ausbildungsbörse

Stadt Kempen: Berufskolleg wird zur Ausbildungsbörse
Groß war das Interesse der Besucher bei der Ausbildungsbörse am Kempener Berufskolleg. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Im Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen konnten sich am Samstag Schüler und Eltern über Berufe und Berufsaussichten informieren. Vertreter von Firmen oder der Polizei kamen mit den jungen Besuchern ins Gespräch. Von Eva Scheuss

Wie geht es nach der Schule weiter? Eine Frage, die viele Schüler ratlos macht und den Eltern die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Entsprechend groß war der Andrang beim "Tag der Offenen Tür" am Samstag beim Kempener Standort des Rhein-Maas Berufskollegs an der Kleinbahnstraße. Schon kurz nach der Öffnung war der schuleigene Parkplatz belegt. Aus allen Himmelsrichtungen strömten junge Menschen in die Schulgebäude, viele in Begleitung zumindest eines Elternteils.

Direkt vor dem Eingangsbereich stand ein großer Truck der Bundeswehr, der bereits die ersten Interessierten anzog. Zum zweiten Mal nach 2014 zeigte das Berufskolleg die ganze Palette der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bei einem solchen "Tag der Offenen Tür". 2015 hatte die Veranstaltung abgesagt werden müssen, weil die Sporthalle mit Flüchtlingen belegt war. Denn die große Halle ist das Herzstück der Veranstaltung. Dort präsentierten sich sowohl die schuleigenen Bildungsgänge als auch zahlreiche Unternehmen aus der Region, die auf der Suche nach geeigneten Auszubildenden sind. Mehr als 30 Unternehmen wie Banken, große Lebensmittelhändler, Behörden, Handwerksfirmen und Industriebetriebe stellten sich hier im Rahmen einer "Ausbildungsbörse" vor. Alle Werkstätten des Hauses waren geöffnet, überall gab es Einblicke in das Schulleben. Das gesamte Kollegium und viele Schüler gestalteten diesen Tag mit.

Erste Anmeldungen für die Vollzeitbildungsgänge konnte bereits vorgenommen werden. Vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur wird am Kempener Berufskolleg jeder Schulabschluss angeboten. Schulleiterin Elke Terbeck freute sich über die große Resonanz, schließlich war der Tag mit großem Aufwand vorbereitet worden. Die Fülle an Möglichkeiten, die das Berufskolleg bietet, bedeute für die Jugendlichen auch schon mal die Qual der Wahl.

Auf der anderen Seite suchen Unternehmen händeringend geeignete Auszubildende. Da kann eine gemeinsame Plattform Angebot und Nachfrage zusammenbringen. Andreas Paas aus St. Tönis etwa hat sich gerade gemeinsam mit seiner Mutter Hildegard am Stand des Krefelder Maschinenbauers Andritz Küsters informiert. Der 17-Jährige besucht derzeit noch das Rhein-Maas-Berufskolleg und wird im nächsten Jahr sein Fachabitur mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Informatik machen. Er ist auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz in einem kaufmännischen Beruf. Die Firma Andritz Küsters sucht ihrerseits sieben Auszubildende sowohl im gewerblich-technischen wie auch im kaufmännischen Bereich. Immer schwieriger werde es, die Stellen zu besetzen, erzählt Sabine Tillmann. "Bewirb Dich schnell", gibt sie Andreas Paas noch mit auf den Weg. "Die Auswahlverfahren laufen schon." Jan Felix Laufenberg (15) aus Wachtendonk weiss jetzt ziemlich sicher, dass er noch weiter die Schulbank drücken muss, um zumindest das Fachabitur zu erlangen. Er besucht derzeit die Erich Kästner Realschule in Kempen und möchte Polizist werden. Am Info-Stand der Kreispolizeibehörde Viersen habe es gerade ein "sehr gutes Gespräch" gegeben, wie seine Mutter Susanne findet.

Ein erfolgreicher Schulabschluss ist im Regelfall die Voraussetzung für den Einstieg in den Beruf. Auf dem Weg dahin sind Saskia Anstötz und Jacqueline Voß. Die beiden 17-Jährigen besuchen die Berufsfachschule mit Schwerpunkt Holztechnik und wollen den Hauptschulabschluss 10 a schaffen. Sie bieten an diesem Tag die Produkte aus ihrer Werkstatt an. "Ich gehe gern hier zur Schule, will etwas für meine Zukunft schaffen", erzählt Jacqueline Voß.

Aber selbst wenn der Ausbildungsplatz gefunden wurde, läuft es nicht immer ohne Probleme. Davon erzählen Colin Schmidt und Carina Smusch vom Bildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Niederrhein. Dort werden "ausbildungsbegleitende Hilfen" angeboten, das ist eine Art Nachhilfe in den theoretischen Kernfächern, wenn der Ausbildungsabschluss gefährdet ist. Denn während einerseits bei manchen Auszubildenden die schulischen Defizite größer werden, würden die theoretischen Anforderungen in einigen Handwerksberufen sogar noch steigen, erzählt Carina Smusch.

Quelle: RP
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