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Stadt Kempen
Berufsstand möchte besseren Schutz

Stadt Kempen: Berufsstand möchte besseren Schutz
CDU-Politiker informierten sich bei Höfkes in Unterweiden über die Gartenbaubranche. Unter anderem erfuhren sie die Unterschiede im Hinblick auf Baumärkte und Discounter. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. CDU-Politiker waren zu Gast bei Gartenbau Höfkes. Sie waren beeindruckt von der Fülle des Angebots, hörten sich aber auch die Probleme der Branche an. In den vergangenen 35 Jahren hat man 68 Lehrlinge ausgebildet. Von Willi Schöfer

"Klar, bin ich gerne im Garten", sagt lächelnd der siebenjährige Hannes Höfkes, den seine Mutter Carina zum Fototermin mitbrachte. Für seinen Großvater Rudolf (68) und seinen Vater Axel (37) trifft dies an über zehn Stunden am Tag zu. Die beiden führen nämlich seit vielen Jahren eine besonders blühende grüne Lunge an der Unterweidener Straße, Rudolf die Baumschulen, Axel den Garten- und Landschaftsbau (GaLa). Jetzt schauten sich nicht nur viele Kunden die Pflanzen, Sträucher, Bäume und Ensembles an, sondern auch Europa-, Bundes- und Landespolitiker der CDU.

"Politik trifft Gartenbau" hieß die Tour von Karl-Heinz Florenz, Uwe Schummer, Stefan Berger und Marcus Optendrenk, an der sich auch Verantwortliche des neu strukturierten Landesverbandes Gartenbau NRW beteiligten. Allen voran die Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf (Kempen), die direkt zu Beginn, als unter einer Ponderosa-Kiefer Vater & Sohn die Firmen vorstellten, bei der Vielfalt des Angebotenen sagte: "Hier bekommt man auch wirklich Garten zu sehen."

"Eigentlich sollte ich ja Schweinezüchter werden, so wollte es mein Vater", sagte eingangs Rudolf Höfkes. Er konnte sich noch an die Zeit vor etwa 35 Jahren erinnern, als gegenüber seinem Elternhaus der landwirtschaftliche Betrieb frei wurde und er diesen übernehmen sollte. Zucht ja, aber keine Tiere, sondern Pflanzen, dies war für ihn sofort klar. 1979 pflanzte er den ersten Baum. Mittlerweile ist daraus auf einer Fläche von rund zwölf Hektar größtenteils eine Park- und Skulpturenlandschaft entstanden, in der jeder Kunde fachmännisch und passgenau beraten wird.

"Natürlich können sich die Kunden auch mit Pflanzen bei den Discountern oder in den Baumärkten eindecken, aber damit ist beispielsweise überhaupt nicht gesagt, ob die gerade schön aussehende Aster auch wirklich für den eigenen Garten geeignet ist", erläutert Rudolf Höfkes den Politiker und fügt hinzu, dass man in dem Betrieb nicht planlos mit seinem Wägelchen durch die Gegend laufe, sondern von Fachberatern begleitet werde. Derzeit beschäftigen die beiden Unternehmen 30 Mitarbeiterinnen.

Axel Höfkes hat den Wunsch, dass sein Berufsstand besser geschützt werde: "Heutzutage darf sich jeder Gärtner nennen, so auch ein Hausmeisterservice, der in privaten Grünanlagen arbeitet." Dieser Konkurrenzkampf sei teilweise schon enorm. Und der Senior-Chef schildert ein weiteres Problem: "Die Preise, die wir zum Beispiel bei der Gestaltung eines Gartens verlangen, sind mit den Preisen anderer Handwerker, so den Dachdeckern oder Elektrikern, überhaupt nicht zu vergleichen." So ließen sich Stundenlöhne über 40 Euro überhaupt nicht realisieren, während dies bei anderen Gewerken ganz anders aussehe.

"Boah stark, das wäre was für meinen Garten", sagte bei der anschließenden Führung Stefan Berger. Die Gruppe steht gerade vor einem kleinen "Wäldchen" mit Formgehölzen. Übergroße Töpfe, in denen in verschiedenen Größen auf verschiedenen Etagen zurechtgeschnittene Ilex-Stechpalmen als Plateaus gesetzt sind. Die Bonsai-Pflanzen vermitteln das Gefühl, in Urlaub und in einer entsprechend schönen Landschaft zu sein. Die Runde, darunter ferner Verbands-Geschäftsführer Heiner Esser, Kreisvorsitzender Frank Bott und Eddi Kronenberg als Fachverbandsvorsitzender für den Zierpflanzenbau sind beeindruckt.

Auch als sie von Rudolf Höfkes erfahren, dass der gesamte Betrieb in den vergangenen 35 Jahren 68 Lehrlinge ausgebildet habe. "Leider verlassen uns immer mehr gute Gesellen, beginnen nach ihrer Prüfung ein Studium, derzeit sind dies bei uns vier Leute." Dass es auch etwas anders gehen kann, hatte der Grefrather Marco Poeira bewiesen. Der heute 31-Jährige machte 2004 erst seine dreijährige Ausbildung bei Höfkes, absolvierte dann erfolgreich sein Bachelor-Studium "Ingenieurwesen Maschinenbau". Danach arbeitete Marco zunächst bei einem Landschaftsarchitekten, ehe er dann wieder zurück den Höfkes kam.

Er begründet dies so: "Ich wollte dann doch an der Basis arbeiten und die Ausführungen meiner Planungen mit erleben." Heute ist er leitender Angestellter im GaLa-Betrieb von Axel Höfkes, entwirft, plant und berät in allen Angelegenheiten rund die Anlage eines eigenen Gartens.

Derzeit beschäftigen Rudolf und Axel Höfkes vier Auszubildende. "Jederzeit können hier zwei Auszubildende anfangen", sagt der Senior-Chef.

Quelle: RP
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