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Kempen
Bestechend schöne Biene

Kempen. Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen zählen zu den Insekten, die wohl am meisten missverstanden werden. Viele haben Angst davor, gestochen zu werden. Das passiert nicht, wenn man sich richtig verhält. Von Kerstin Artz

Kreis Viersen Wenn man an Bienen, Hummeln und Wespen denkt, dann schneidet die Hummel wohl am besten ab: Denn sie ist dick, rund und flauschig – und kommt nur selten in die Nähe vom Kaffeetisch oder Grill im Garten. In Kempen und Umgebung leben zahlreiche Arten dieser stechenden Insekten. Und sie sind weitaus ungefährlicher als gedacht. Sie stechen nur, wenn sie sich in Gefahr befinden. Wer sich richtig verhält, braucht sich nicht zu fürchten.

Biene In unserer Region leben elf verschiedene Bienenarten, in ganz Deutschland gibt es etwa 500 Arten. Neben der Wildbiene zählt auch die Honigbiene dazu. "Eigentlich sind die Honigbienen Haustiere", sagt Hans Palm, Ortsleiter des Naturschutzbundes (Nabu) Kempen. Denn die Menschen nutzen sie, um Honig zu produzieren. "Wir nehmen ihnen den Vorrat weg, deswegen muss man sie als Nutztiere ansehen." Bienen ernähren sich von Blütensaft, den sie auch verwenden, um Honig herzustellen. Den Nektar saugen sie mit ihrem kurzen Rüssel aus den Blüten. Da Bienen oft im Gras sitzen, liegt hier das größte Risiko, gestochen zu werden. Das Gefährliche: Die Giftblase reißt beim Stich mit aus und pumpt weiter das Gift in den Körper. Eine Honigbiene lebt in einem Staat, die meisten Bienenarten leben allerdings alleine und sorgen sich selbst um ihren Nachwuchs.

Hummel Besonders beliebt bei Kindern sind die Hummeln, weil sie kuschelig und rund sind. "Die ,Teddys der Lüfte' erwachen im März aus ihrem Winterschlaf", erklärt Harry Abraham, Bienen-Experte beim Nabu Willich. Doch handelt es sich nur um Königinnen, die im Herbst befruchtet wurden und dann in den Winterschlaf verfallen sind. Hummeln leben in Staaten, die Königin produziert Nachkommen. Für den Menschen sind sie nicht gefährlich, da sie sich erstens schwer anlocken lassen und zweitens selten im Gras sitzen. "Eine Hummel kann nur dann stechen, wenn sie auf dem Rücken liegt und sich abstützen kann", sagt Palm. Das Tolle: Wenn sie auf einer Blume sitzen, dann kann man sie sogar streicheln – und fühlen, ob das Fell wirklich weich ist.

Wespe Elf Wespenarten leben in der Region. "Die deutsche und die gemeine Wespe sind die zwei Arten, die wirklich nerven können", sagt Palm. Die anderen neun Arten seien menschenscheu. Vor allem sind Wespen an Süßem und Fleisch interessiert. "Das Fleisch ist für die Larven." Wie schon bei den Hummeln, überwintert die Königin und baut im Frühjahr einen neuen Staat auf. "Die jungen Königinnen suchen sich immer einen neuen Brutplatz", sagt Palm. Deswegen geschehe es nicht, dass ein Wespennest wiederholt besiedelt wird.

Bis auf die Königin, die ein Jahr lebt, werden Wespen nur 30 Tage alt. Was einen Stich unangenehm machen kann, ist die Tatsache, dass die Tiere manchmal Bakterien tragen, weil sie auch Aas fressen.

Hornisse Diese Großwespe ist laut Palm die harmloseste ihrer Art. "Wenn jemand vor einem Hornissennest steht, dann fliegen die zwei Wächter am Eingang zuerst einmal kräftig gegen den Kopf des möglichen Angreifers", erklärt Palm. Direkt stechen würden die Tiere nicht. Erst wenn die potenzielle Gefahr, also der Mensch vor dem Nest, nicht verschwindet, dann sondern die Wächter Duftstoffe ab – und signalisieren den Artgenossen, dass sie angreifen sollen.

Quelle: RP
 
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