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Gemeinde Grefrath
Besuchsdienst gegen Vereinsamung

Gemeinde Grefrath: Besuchsdienst gegen Vereinsamung
Winfried Hüren stellt die Frauen vor, die sich am Besuchsdienst beteiligen (v.l.): Brigitte Sleegers, Christel Dornbusch, Sozialarbeiterin Anja Dammer, Roswita Wehlings und Elisabeth Janssen. FOTO: kurt lübke
Gemeinde Grefrath. Der Verein "Älter werden in der Gemeinde Grefrath" will Senioren aus der Isolation holen. Sie sollen motiviert werden, wieder an der einen oder anderen Veranstaltung teilzunehmen. Erste Besuche haben bereits stattgefunden - mit Erfolg. Von Willi Schöfer

Aktiv und in Bewegung, drinnen wie draußen, sind schon lange die vielen Gruppen, die es beim Verein "Älter werden in der Gemeinde Grefrath" gibt. Derzeit nehmen etwa 500 Personen an den zahlreichen Veranstaltungen teil, besichtigen Museen, gehen ins Theater, beschäftigen sich mit Computerprogrammen, kegeln oder spielen Skat. Jetzt will der Verein die Menschen, die aus welchen Gründen auch immer alleine zu Hause sind, etwas aus der Isolation herausholen. Gerade hat sich daher ein Besuchsdienst gebildet, der in die Grefrather Haushalte geht, zuhört, mit den Leuten ins Gespräch kommt, um sie vielleicht wieder zu kleineren Aktivitäten zu motivieren.

Im "Treffpunkt Älterwerden", in einem ehemaligen Klassenzimmer der Oedter Grundschule, stellte jetzt der 77-jährige Vereinsvorsitzende Winfried Hüren das neue Angebot vor. Er sagt: ""Die Malteser hatten uns schon vor etwa einem Jahr gebeten, diesen Dienst zu übernehmen." Hüren hat auch gleich vier Frauen mitgebracht, die früher unter anderem einmal als Krankenschwestern oder Sekretärinnen gearbeitet hatten und bereits mit den ersten Besuchen begonnen haben: Christel Dornbusch, Elisabeth Janssen, Brigitte Sleegers und Roswita Wehlings. Janssen machte schon beim Malteser-Besuchsdienst mit.

Eng hatte der Verein bei der Planung mit der Senioren-Beauftragten Anja Dammer zusammengearbeitet. Sie bestätigte ebenfalls den Bedarf. Die Malteser-Hospizgruppe habe bei ihrer Trauerarbeit oft den Wunsch der Angehörigen gehört hatte, doch weiterhin im Kontakt und im Gespräch zu bleiben. Dammer schränkte den Wirkungskreis der neuen Besuchsgruppe etwas ein: "Es geht dabei nicht um so eine Art Hilfsbörse, bei der zum Beispiel der Rasen gemäht oder ein Schrank aufgebaut werden soll, sondern nur um die soziale Betreuung und um die Geselligkeit."

Seit einigen Wochen haben die vier Damen bereits mit ihrer Tätigkeit in der Gemeinde begonnen. So schildert Dornbusch die ersten Kontakte mit einer 102-Jährigen: "Die Tochter hatte uns gebeten, ihre Mutter mal zu besuchen. Drei Mal war ich schon da, wir haben erzählt und Karten gespielt, die Dame ist noch total fit." Sleegers hatte von sich aus den Kontakt zu einer Frau gesucht, die sonst immer aktiv beim Verein mitmachte, aber seit langem nicht mehr erschienen war. "Sie hatte einen Oberschenkelhalsbruch erlitten und sich total zurückgezogen, weil sie keinem zur Last fallen wollte."

"Die Damen schwirren jetzt nicht aus und suchen einsame Menschen", erklärte Hüren noch, dass dieser besondere Dienst so von Angehörigen gerne in Anspruch genommen werden könne. Sprecherin der Gruppe ist Roswita Wehlings, an die man sich wenden könne: Telefon 02158 911579. Natürlich können dort auch Menschen anrufen, die beim Besuchsdienst aktiv mitmachen möchten, egal, ob Männer oder Frauen.

"Diese Aufgaben passen haargenau zu unserem Verein", freute sich der Vorsitzende über das neue Angebot, bei dem die Aktiven auch durch spezielle Fortbildungen dazu lernen wollen. Es geht dabei zum Beispiel um das Erkennen von Demenzerkrankungen. Dazu findet am Mittwoch, 4. November, 16 Uhr, im "Treffpunkt Älter werden" ein Kurz-Seminar mit dem Referenten Helmut Woerner statt, der in der gerontopsychiatrischen Beratung der LVR-Klinik Viersen arbeitet. "Wir wollen dann später einmal den Demenzkranken beziehungsweise den Angehörigen die Möglichkeiten der weiteren Hilfe aufzeigen", sagte Hüren. Etwa zehn Anmeldungen liegen für das Seminar bereits vor; weitere Interessierte können sich noch bei Winfried Hüren (Ruf: 02158 5775) anmelden. Obwohl die vielen Angebote des Vereins auch seit Langem Menschen aus den umliegenden Städten und Gemeinden nutzen, arbeitet der neue Besuchsdienst nur in der Gemeinde Grefrath.

Quelle: RP
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