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Gemeinde Grefrath
Bienen hinter Glas bei der Arbeit beobachten

Gemeinde Grefrath: Bienen hinter Glas bei der Arbeit beobachten
Imker Jürgen Kupke (links) und der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins, Paul-Heinz Backes, hatten am Tag der Honigbiene viel zu berichten. FOTO: NORBERT PRÜMEN
Gemeinde Grefrath. Die Bienen und der Honig rückten für einen Tag im Niederrheinischen Freilichtmuseum in den Mittelpunkt. Der Tag der Honigbiene stand an.

Die große Honigschleuder aus Edelstahl im Schleuderraum des Bienenhauses im Niederrheinischen Freilichtmuseum steht still. "Eigentlich wollten wir heute, am Tag der Honigbiene, auch Honig schleudern. Aber der Wassergehalt ist zu hoch. Laut EU Verordnung darf er zwar 20 Prozent Wasser enthalten, aber die Richtlinien unseres Imkerbundes geben 18 Prozent vor. Aktuell liegt der Honig unserer Bienen bei 18,5 bis 19 Prozent", informiert Paul-Heinz Backes vom Bienenzuchtverein Oedt und Umgebung.

Die Frage, wie der Wassergehalt im Honig gemessen werden kann, ist den Besuchern am Gesicht abzulesen, noch bevor sie laut gestellt wird. Backes greift zu einem kleinen länglichen Gerät. "Das ist ein sogenannter Refraktometer", beginnt der Imker zu erklären. Auf das Trägerblättchen des Gerätes kommt ein Tropfen Honig, danach wird das Messgerät ins Licht gehalten und anhand der Lichtbrechung kann der Wassergehalt bestimmt werden. Im Inneren des Refraktometers ist nämlich an der rechten Seite eine Prozentskala zu sehen und wo der dunkle Trennstrich stehenbleibt, liegt der aktuelle Wert. Wer möchte, kann selber einmal durchschauen.

Auch wenn aktuell kein Honig geschleudert wird, so geht es im Bienenhaus trotzdem spannend und informativ zu. Dafür sorgen Backes und seine Jungimker, wobei diese im Alter zwischen 21 und 45 Jahren liegen. "Viele entdecken das Imkern für sich, wenn sie etwas älter sind, weil sie dann einfach mehr Zeit für dieses Hobby haben", bemerkt Backes. Der Umgang mit den Bienen erfordert einiges an Fachwissen. Das Know How vermittelt Backes gerne. Wer sich für die Haltung von Bienen interessiert, lernt beim Bienenzuchtverein von einem erfahrenen Imker, der die Neuen übers Jahr begleiten wird. Jürgen Kupke ist so seit April mit von der Partie, wie der Jungimker berichtet. "Als wir nach Grefrath gezogen sind und der Garten fertig gestaltet war, wollte ich gerne mehr Leben im eigenen Grün haben. Da ich mich für Bienen interessiere, wandte ich mich an den Bienenzuchtverein", sagt Kupke. Im Juli soll es nun das erst eigene Bienenvolk geben, einen Ableger der Museumsbienen. Wie Bienenhaltung funktioniert, welche wichtigen Aufgaben die Insekten erfüllen, wie Honig entsteht und geerntet wird, was es mit einer Honiglösemaschine für Heidehonig auf sich hat, was man im eigenen Garten generell für Bienen tun kann - die Imker haben die Antworten darauf. Richtig spannend wird es, wenn Backes die Schauwabe öffnet und die Besucher die Bienen hinter Glas direkt bei der Arbeit beobachten können.

(tref)
 
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