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Gemeinde Grefrath
Bischofsmütze kommt nicht auf den Kopf

Gemeinde Grefrath: Bischofsmütze kommt nicht auf den Kopf
In einen einzigen großen Bauernmarkt hatte sich gestern das vier Hektar große Gelände des Niederrheinischen Freilichtmuseum an der Dorenburg verwandelt. Dutzende von liebevoll gestalteten Ständen locken mit ihren landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten die Besucher an. FOTO: ACHIM HÜSKES
Gemeinde Grefrath. Wie schön und vielfältig das Landleben ist, zeigte gestern das Niederrheinische Freilichtmuseum. Das Erntedankfest mit großem Bauernmarkt im Ambiente rund um die Dorenburg begeisterte Tausende von Besuchern. Von Bianca Treffer

"Oh wie niedlich", der Ausruf der fünfjährigen Svenja gilt den beiden Kälbchen in ihren Boxen. Aber es geht nicht nur niedlich an dem landwirtschaftlichen Stand zu, sondern auch höchst informativ. Wie viel eine Kuh am Tag frisst, ist nämlich in einzelnen Abschnitten dargestellt - und das lässt so manchen Besucher überrascht den Kopf schütteln. Denn dass 25 Kilogramm Maissilage, acht Kilogramm Pressschnitzel und 3,5 Kilogramm Ausgleichsfutter die Tagesrationsdarstellen und dass dazu noch Mineralfutter kommt, ist für die meisten Neuland, wenngleich sie jeden Tag Milchprodukte genießen.

Auch die Vielzahl der Kürbissorten in den beiden Bereichen Ess- und Zierkürbisse überrascht. Bei so lustigen Namen wie Bischofsmütze muss mancher Besucher schmunzeln, aber "der Kürbis hat schon Ähnlichkeit mit einer solchen", kommt ein Kommentar aus der Menge. Vor dem Backhaus auf der Hofanlage Rasseln hat sich indes eine Menschentraube gebildet. "Es dauert noch ein bisschen. In einer Dreiviertelstunde gibt es das nächste Brot", vertröstet Dieter Schommer, der gerade erneut den alten Backofen anheizt. "Wir haben um 6 Uhr mit dem Heizen angefangen und die ersten 62 Brote um 10 Uhr eingeschoben. Die sind aber schon alle verkauft", verrät Schommer.

Nicht minder groß ist das Interesse an der Rüben-Apfelkraut-Mischung, die nur ein paar Meter weiter verkauft wird. "Die Mischung ist einfach nur köstlich", meint Margitta Ponds. Dich an dicht stehen die Besucher auch am Stand vom Landmarkt Wackertapp aus Wachtendonk. Sven Lorenz lädt nämlich ebenfalls zum Probieren ein. "Das ist unsere Hausmarke, das hausgemachte Schwarzbrot", informiert der junge Mann. Die Kommentare fallen positiv aus. "Mal sehen, ob das auch so lecker schmeckt, wenn ich es selber backe", meinte Sylvia Leuters, die sich direkt mit der fertig abgepackten Brotmischung eindeckt und sich auch noch für das Buttermilchbrot entscheidet.

In einen einzigen großen Bauernmarkt hat sich das vier Hektar große Gelände des Niederrheinischen Freilichtmuseums verwandelt, wobei das Museum gemeinsam mit der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen, der Landwirtschaftskammer NRW und der Rheinischen Landfrauen-Vereinigung den Markt organisiert. Dutzende von liebevoll gestalteten Ständen locken mit ihren landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten. Besucher pilgern in Mengen über das ganze Gelände, bleiben stehen, gucken, informieren sich, probieren und staunen. Vor dem Stand der Gärtnerei Beyen-Küsters aus Kerken ist herzliches Lachen zu hören. Der Grund sind die Maiskolben und die Sonnenblumen mit ihren lachenden als auch örigen Gesichtern. "Das ist wie bei uns, die einen Lachen, die anderen gucken etwas grimmig", meint Gärtner Andreas Küstern mit einem Augenzwinkern.

Am Nachbarstand begeistern die Holzarbeiten, die Karl Rouland in seiner Freizeit herstellt und zugunsten der Lepra-Stiftung verkauft. Die handgenähten Schürzen für Spülflaschen sind hingegen der Renner bei Jeannine Christian. Bratapfelkonfitüre, Apfelgebäck und Apfel-Zwiebel-Schmalz nach Hausfrauenart lassen bei Christa Tophoven und Christa Hening das Wasser im Mund zusammenlaufen.

In der Kräuterhexen-Werkstatt verbreiten hingegen Salbei und Beifuss auf dem Räucherstövchen einen angenehmen Geruch, während die Besucher staunend vor den verschiedensten Tinkturen stehenbleiben, die mit Hilfe der Natur hergestellt worden sind. Kinder üben sich indes in der Bienenwachskerzenherstellung, bemalen Kürbisse und schnitzen Rübenlaternen. Der Bauernmarkt hält für jedes Alter etwas parat.

Quelle: RP
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