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Stadt Kempen
Blasenschwäche: Zwei Chefärzte des Hospitals beraten am Telefon

Stadt Kempen: Blasenschwäche: Zwei Chefärzte des Hospitals beraten am Telefon
Dr. Bruno Wirth ist Chefarzt der Urologie im Krankenhaus. FOTO: Hospital
Stadt Kempen. Das Kempener Krankenhaus bietet wieder eine Telefonsprechstunde an. Die Experten raten, das Tabuthema Harninkontinenz frühzeitig anzugehen.

Jede fünfte Frau zwischen 25 und 75 Jahren ist betroffen, bis zu sieben Millionen sind es deutschlandweit - und dennoch wagen die meisten nicht, darüber zu sprechen. Tatsächlich werden Blasenschwäche und Harninkontinenz von 60 Prozent aller betroffenen Frauen verheimlicht, und auch der Gang zum Arzt erfolgt meist erst nach Monaten - bei betroffenen Männern oft noch später oder nie. Das sei ein großer Fehler, meinen die Experten vom Hospital zum Heiligen Geist in Kempen. Anlässlich der derzeitigen Welt-Kontinenz-Woche informieren Dr. Hajo Wilkens, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, sowie Dr. Bruno Wirth, Chefarzt der Urologie, betroffene Frauen und Männer. Die Chefärzte bieten am kommenden Donnerstag, 23. Juni, eine spezielle Telefon-Sprechstunde an.

Bei Frauen wie Männern gibt es zahlreiche Risikofaktoren, die eine Harninkontinenz begünstigen. "Dazu zählen Rauchen, Bluthochdruck, schwere körperliche Anstrengungen, Übergewicht, Diabetes mellitus oder eine Bindegewebsschwäche", erklärt Chefarzt Wilkens. Entsprechend vorbeugende Maßnahmen seien körperliche Bewegung, gesunde Ernährung zur Vermeidung von Übergewicht und Verstopfung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr.

Und wenn es trotzdem zur Harninkontinenz kommt? "Dann sollte unbedingt so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden", rät Chefarzt Wirth, "nicht nur wegen der damit einhergehenden gesundheitlichen Risiken."

Es drohen Hautreizungen, Harnwegsinfektionen oder sogar eine Nierenbeckenentzündung. Viel schlimmer, so die Erfahrung der Experten, seien jedoch die seelischen Folgen, unter denen die Betroffenen oftmals massiv leiden - also die Einschränkung der körperlichen Aktivitäten, vor allem aber der soziale Rückzug aus Scham. "Das ist umso bedauerlicher, als wir heute über eine Vielzahl an Therapien für die dauerhafte Behandlung der Harninkontinenz verfügen." Diese reichen - je nach Schweregrad der Erkrankung - von der Physiotherapie bis hin zum operativen Eingriff.

Um weiter aufzuklären und gleichzeitig Hemmschwellen abzubauen, stehen die beiden Ärzte am kommenden Donnerstag, 23. Juni, von 14 bis 16 Uhr für Betroffene und Angehörige zur telefonischen Beratung zur Verfügung. Interessierte können in dieser Zeit anrufen und einfach und anonym ihre Fragen zum Thema Harninkontinenz stellen. Dabei sind Dr. Hajo Wilkens unter Ruf: 02152 142-376 und Dr. Bruno Wirth unter Ruf: 02152 142-265 erreichbar. Wer im genannten Zeitraum keinen der Experten erreicht, muss nicht beunruhigt sein: Die Nummern werden notiert und die Anrufer später zurückgerufen.

Quelle: RP
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