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Stadt Kempen
Blasmusik der besonderen Art

Stadt Kempen: Blasmusik der besonderen Art
Blasmusik vom Balkan in der altehrwürdigen Kempener Paterskirche: Das Publikum war vom Konzert begeistert. FOTO: Norbert Prümen
Stadt Kempen. Das slowenische Ensemble "Balkansamble" gastierte in der Paterskirche. Von Silvia Ruf-Stanley

Die Reihe "Klangkosmos Weltmusik" im Rahmen des Kempener Kulturprogramms ist für manche Überraschung gut. Das traf jetzt auch auf das Konzert des slowenischen Ensembles "Balkansambel" in der Paterskirche zu. Was die sechs Musiker boten, war Blasmusik vom Feinsten. Und das Publikum in der zu rund einem Drittel gefüllten Kirche war von Anfang an bereit, sich auf diese Musik einzulassen.

Marek Pastirik (Saxophone, Dudelsack und Flöte), Martin Noga (Posaune), Juraj Hodas (Tuba), Andrej Ràzga (Trompete), Peter Hruby (Akkordeon) und Martin Králik (Schlagzeug) haben sich zwar der Blasmusik des Balkans verschrieben, aber sie wandern gekonnt durch die Musikwelten. Da werden traditionelle Melodien mit Jazz oder Klassik gemischt, die Stile wechseln ebenso wie das Tempo rasant.

Alle Musiker kommen aus der klassischen Musik, aber wie Martin Noga sagte, könne man in der Balkanmusik viel mehr Töne als in einer Oper unterbringen. Das machen sie dann auch mit sehr viel Humor. Es war erst der zweite Auftritt ihrer Konzertreise durch Deutschland, aber das erste Mal, dass sie in einer Kirche auftraten. So warnten sie manches Mal davor, dass der Hall noch da sein würde, wenn ein Stück eigentlich schon zu Ende wäre. Aber ihre Sorge war unbegründet. Denn sie hatten die manchmal schwierige Akustik der Paterskirche hervorragend im Griff. Bei vielen Stücken hätte man am liebsten mitgetanzt. Ansteckend war die Musik in ihrer Fröhlichkeit, die dann manchmal aber auch ein wenig in Schwermut wechselte. Daneben zeigten sich die vielen Einflüsse der Balkanstaaten. Ungarische, tschechische Melodien, aber ebenso gab es auch Anklänge an orientalische Musik.

Marek Pastirik ist nicht nur derjenige, der die meisten Instrumente spielte. Er arrangiert auch die Stücke für die Gruppe. So gab es an diesem Abend die zweite Aufführung eines neuen Stückes. Daran würden sie noch arbeiten, erzählte Martin Noga, der die Moderation übernommen hatte. Sie wollten im Laufe ihrer T ournee weiter daran arbeiten und dann sehen, wie das Stück sich entwickelt. Eigentlich hätte man richtig Lust, irgendwann einmal die Endversion zu hören. Aber so viel Spaß, wie die sechs offensichtlich am Ausprobieren haben, wird es wohl nie so richtig fertig werden.

Am Ende des Konzerts gab es selbstverständlich eine Zugabe und dazu gleich eine kleine Vorwarnung. Man spiele nun das schnellste Stück der Welt noch schneller und das auf Blasinstrumenten. Damit war man mittendrin im "Hummelflug" des russischen Komponisten Nicolai Rimski-Korsakow. Und konnte beschwingt nach Hause gehen, die Hummeln im Hinterkopf.

Quelle: RP
 
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