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Polizei Viersen sucht Hinweisgeber
Bombendrohung könnte Missverständnis gewesen sein

Bombendrohung in Kempen möglicherweise nur Missverständnis - Zeugen gesucht
Im Einkaufskomplex am Hessenring in Kempen gab es am Donnerstag wegen einer vermeintlichen Bombendrohung einen Großeinsatz der Polizei. FOTO: Kurt Lübke
Kempen. Nach der vermeintlichen Bombendrohung gegen einen Kempener Supermarkt am Donnerstag sucht die Polizei zwei Männer. Sie hatten bei den Angestellten den Eindruck der Drohung erweckt. Möglicherweise handelte es sich aber um ein Missverständnis. Von Heiner Deckers

Die angebliche Bombendrohung, die Donnerstagabend dafür gesorgt hat, dass Edeka und Aldi am Kempener Hessenring samt ihrer Parkplätze geräumt wurden, war vermutlich gar keine. Das teilte die Polizei mit. Zwei Männer hatten gegen 17 Uhr auf dem Aldi-Außengelände zwei Angestellte angesprochen, die gerade Pause machten. Einer der Männer redete in gebrochenem Deutsch und wild gestikulierend auf die beiden Frauen ein. Dabei, so die Polizei, fielen Worte und Gesten, die als Bombendrohung gegen den benachbarten Edeka-Markt verstanden werden konnten.

Die Frauen informierten zunächst ihre Vorgesetzten und machten sich dann auf den Weg, um die beiden Männer bei Edeka ausfindig zu machen. Als dies nicht gelang, informierten sie auch die Polizei. Diese nahm die Drohung ernst und durchsuchte den Einkaufskomplex und die Außengelände. Auch Sprengstoffspürhunde waren im Einsatz. Verdächtige Gegenstände wurden aber nicht gefunden.

Die Auswertung der bisherigen polizeilichen Ermittlungsergebnisse lässt noch keinen sicheren Rückschluss zu, welche Informationen die Hinweisgeber den beiden Frauen genau geben wollten. Da so eine Kommunikation mit Händen und Füßen durchaus missverständlich sein kann, möchte die Polizei gern erfahren, was die beiden Männer den Aldi-Angestellten genau mitteilen wollten.

Die Kripo ist daher auf deren Identifizierung angewiesen, um sie gemeinsam mit einem Dolmetscher zu ihren Kenntnissen und Hinweisen befragen zu können. Sie bittet die Bevölkerung um ihre Hilfe bei der Suche nach den Männern, die nun als Zeugen gelten.

Der Mann, der gesprochen hat, ist rund 1,75 Meter groß und etwa 25 Jahre alt. Er ist schlank, hat nach hinten gekämmte und gegelte Haare und trug eine Sonnenbrille. Er hat ein durch Akne vernarbtes Gesicht, einen getönten Teint und trägt einen Drei-Tage-Bart. Auf dem Kopf hatte er eine schwarz-weiß-grau karierte Baskenmütze. Er trug ein graues oder khakifarbenes T-Shirt, eine kurze helle Blue Jeans bis über die Knie und geschnürte Slippern. Sein Begleiter, der kein Wort sprach, ist 1,70 bis 1,80 Meter groß und hat längere dunkle Haare, die bis in den Nacken reichen. Außerdem hat er einen längeren brauen Bart. Er ist etwa gleichalt wie der andere Mann.

Hinweise auf die Identität der beiden unbekannten Männer nimmt die Polizei unter Telefon 02162 3770 entgegen.

Begonnen hatte der Einsatz der Polizei, als die Leitstelle am Donnerstag um 17.18 Uhr von der Bombendrohung erfuhr. Der gesamte Einkaufskomplex wurde evakuiert und weiträumig abgesperrt. Angestellte, die Feierabend hatten, konnten nicht nach Hause. Die Polizei ließ es nicht zu, dass jemand mit seinem Auto den Parkplatz verlässt. Erst nach 20.30 Uhr durften die Leute wieder zu ihren Autos, aber nur einzeln und jeweils von einem Polizisten begleitet.
Währenddessen hatten im Inneren der Gebäude längst Sprengstoffhunde begonnen, die Räumlichkeiten zu durchschnüffeln. Die Tiere fanden aber keine Spur von einer Bombe.

Die Schar der Schaulustigen war im Lauf der Stunden immer weniger geworden. Der Einsatz wurde am späten Abend beendet, das Gelände wurde freigegeben. Am Freitag lief das Geschäft bei Edeka und Aldi völlig normal weiter.