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Stadt Kempen
Briefmarken-Liebhaber präsentieren ihre Schätze

Stadt Kempen. Großtauschtag des Kempener Philatelisten-Vereins in der Martin-Schule zog Sammler aus der ganzen Region an. Von Eva-Maria Geef

Mittagszeit in der Aula der Martin-Schule, man hört leise Gespräche, Kisten werden durchsucht, Listen abgeglichen, ab und zu raschelt Papier. Elke Weinowski zieht vorsichtig mit der Pinzette eine Briefmarke aus einem Album, untersucht die Rückseite mit der Lupe und steckt sie mit einem kleinen Seufzen wieder zurück. "Das ist leider nicht die gesuchte", erklärt die Mönchengladbacherin, die Briefmarken mit Eulen, Leuchttürmen sowie Schweizer gestempelt sammelt. "Es gibt diese Marke in zwei Ausführungen: einmal mit langen und vielen und einmal mit kurzen und wenigen Fasern auf der Rückseite. Ich suche die mit den kurzen Fasern, das ist leider die falsche." Wie viele andere nutzte die Sammlerin den jährlich im März stattfindenden Großtauschtag der Philatelisten in Kempen, um ihre Sammlungen zu vervollständigen. Alle haben ihre Fehllisten stets zur Hand, um abzugleichen und vielleicht das gesuchte zu entdecken. "Das ist eine teure Liste, denn die letzten Stücke sind meist auch die, die viele Sammler noch suchen." Die Hoffnung auf eine vollständige Sammlung könne man daher aufgeben: "Komplett werden sie nie." Veranstaltet wurde der Tauschtag vom Philatelisten- Verein Kempen. "Wir hatten rund 100 Teilnehmer", fasst der Vorsitzende, Josef Vinken, den Tag zusammen. Dieser findet bereits seit 25 Jahren einmal pro Jahr statt, immer in verschiedenen Lokalen. "Wir sind sehr froh, dass wir nun die Aula nutzen dürfen. Ein sehr heller, freundlicher Raum, purer Luxus." Die Tische sind an Sammler und Händler vergeben worden, wobei der größte Teil der privaten Sammler gleichzeitig auch Händler sein muss: "Tauschen ist nicht mehr so einfach", erklärt Vinken. "Die Leute suchen spezielle Dinge, diese im Tausch zu erhalten ist schwierig. Denn eins ist klar. Die guten Stücke möchte jeder haben. Deshalb muss man den Umweg gehen und Stücke zukaufen."

Ein klassisches Gebiet, das viele Briefmarkenfreunde sammeln, ist das Deutsche Reich. Da etwas komplett zu kriegen, sei nicht möglich. "Nicht einmal mit einer Million in der Tasche", meint Vinken lachend. Ein Sammler, der sich für das Deutsche Reich und dabei für die Jahre 1870 bis 1945 interessiert, ist Rolf Grabig. Sein Vorteil: Er sammelt bereits seit Jahrzehnten, hat schon einiges zusammen getragen. Grabig hat mit 200 Kilometern eine weite Anreise aus Bad Salzuflen hinter sich gebracht. "Wir verbinden das immer mit Familienbesuchen, deshalb ist das nicht weiter tragisch." Er ist zufrieden mit dem Verlauf des Tauschtags, hatte viele nette Kunden am Stand und konnte Vatikan- und Europa Union-Briefmarken verkaufen. Während es bei den Marken rund um das Deutsche Reich viele relativ seltene und damit teure Serien gebe, gebe es auch solche, die man zahlreich findet: "Nicht mehr gesucht sind Bund, DDR oder Berlin, hier sind lediglich die frühen Jahre noch interessant für Sammler", erläutert Vinken. Der Rest sei Massenware.

Auch der Nachwuchs nutzte den Tauschtag, um weitere Stücke für ihre Sammlungen zu ergattern. Leonie (10) sammelt seit einem Jahr, ihr Gebiet: die Olympischen Spiele. Sie hat bereits einen Olympia-Ersttagsbrief gefunden, den sie kaufen möchte. Klaus Wollersheim, Leiter der "Jungen Briefmarkenfreunde Kempen", begleitet die jungen Sammler bei ihrer Runde. "Dabei handelt es sich um einen Schmuckbrief, der vom Preis noch tragbar ist", erläutert der langjährige Sammler. Auch Franziska (9) hält bereits zwei Briefe in der Hand, ist aber noch unschlüssig, welche der beiden Blumen-Briefmarken sie haben möchte. Die Empfehlung von Wollersheim: "Es gibt Millionen von Blumenmarken, vielleicht solltest Du Dich auf eine Sorte konzentrieren, beispielsweise Orchideen oder Rosen."

Quelle: RP
 
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