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Kempen
Brüggen braucht Geld und Ideen für die Burg

Kempen: Brüggen braucht Geld und Ideen für die Burg
Die Burg Brüggen ist das Wahrzeichen der Burggemeinde. Sie gehört nicht der Gemeinde, sondern ist langfristig gepachtet. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Kempen. Die Gemeindeverwaltung soll für die Burg Brüggen ein Konzept entwickeln, das unter dem Motto "Kreativ-Hoch-Burg" Nutzungsmöglichkeiten für die Burg entwickelt. Den Beschluss dazu fasste der Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus kürzlich einstimmig, nun muss noch der Rat sein Okay geben. Von Birgitta Ronge

Die ersten beiden Ideen, die zu diesem Motto passen, gibt es schon: So soll im Obergeschoss ein Proberaum für Bands eingerichtet werden, außerdem will das Niederrheintheater einen Raum anmieten und ab 2018 seine Spiel- und Produktionsstätte aus Schloss Dilborn in die Burg Brüggen verlegen.

Diese beiden Ideen stellte Guido Schmidt, Wirtschaftsförderer der Gemeinde, dem Ausschuss vor. Von den beiden neuen Nutzungen - Proberaum und Theaterstätte - erhofft sich die Gemeinde Einnahmen, die für den Erhalt der Burg eingesetzt werden könnten. Sollten sechs Bands den Proberaum an je einem Wochentag nutzen und das Niederrheintheater einen Raum mieten, könnte die Gemeinde monatlich 1250 Euro einnehmen, so Schmidt.

Er erläuterte auch, dass die Gemeinde von beiden Nutzungen profitiere: Mit dem Band-Proberaum spreche die Gemeinde ein junges Publikum an, das einer Erhebung zufolge in Brüggen eher unterrepräsentiert ist. Die Kooperation mit dem Niederrheintheater locke unter anderem Besucher aller Generationen in die Burg - was bislang eher problematisch ist.

Denn die Besucherzahlen lassen zu wünschen übrig: Das Museum Mensch und Jagd, das in der Burg beheimatet ist, zählte im Jahr 2008 noch 7438 Besucher. 2010 waren es 6691, im Jahr 2012 kamen 5676 Besucher, im Jahr 2014 nur noch 3598. Die Gemeinde startete Maßnahmen zur "Belebung der Burg", gab unter anderem Eintrittsgutscheine mit der Neubürger-Begrüßungstüte aus, bot Kindergeburtstagsfeiern in der Burg an, organisierte Mittelaltermarkt und Hubertusmarkt. 2015 stiegen die Besucherzahlen auf 5598 Besucher, 2016 kamen 6309 Menschen ins Museum. Bis Mai 2017 wurden bereits 1418 Gäste gezählt. Schmidt fasste im Ausschuss zusammen: "Wir sind im Durchschnitt bei 23 Besuchern pro Tag - nichts, wo man Hurra schreien würde."

Für die Gemeinde Brüggen ist das Wahrzeichen mit großen Kosten verbunden. Seit Jahren zahlt die Gemeinde jährlich 50.000 Euro als Mitgliedsbeitrag an den Trägerverein "Museum Mensch und Jagd", der Förderverein gibt ebenfalls Geld hinzu. Sich vom Museum zu trennen, kommt für die Gemeindeverwaltung nicht infrage: Weil es für Projekte Fördergelder gab, müssen die Projekte mindestens bis 2024 weiterlaufen. Würde man das Museum schließen, müsste die Gemeinde mehrere 10.000 Euro zurückzahlen, erklärte Schmidt.

Einnahmen für die Burg generiert die Gemeinde unter anderem aus den Eintrittsgeldern für das Museum, aus der Vermietung von Räumen und durch Trauungen im Kultursaal der Burg. Die Hochzeiten im reizvollen Burgambiente sind ein "Renner", sie machen unter den Einnahmen den größten Posten aus. 2015 kamen durch Trauungen 13.950 Euro zusammen, 2016 waren es 12.300 Euro. Durch die Vermietung von Seminarräumen konnte die Gemeinde 2015 nur 450 Euro einnehmen, 2016 waren es hingegen schon 4076,50 Euro. Die Vermietung des Kultursaals brachte 2015 insgesamt 600 Euro ein, im Jahr 2016 waren es 700 Euro. Seit 2016 ist das Turmzimmer an einen Gitarrenlehrer vermietet, dies führt zu 1200 Euro Einnahmen pro Jahr.

Im Ausschuss wurde klar, dass die Einnahmen deutlich gesteigert werden müssen. Denn Schmidt stellte heraus, dass unabhängig von der künftigen Nutzung einige Dinge repariert werden müssen: So sind die Fenster im Obergeschoss marode, die Heizanlage weist eine schlechte Leistung auf.

Quelle: RP
 
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