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Stadt Kempen
Bürgermeister will Burgherr werden

Stadt Kempen. Die Markterkundung zur möglichen künftigen Nutzung der Kempener Burg ist abgeschlossen. Es gibt neun ernsthafte Interessenten, die das Denkmal übernehmen wollen. Aber eine ganz andere Lösung zeichnet sich nun ab. Von Andreas Reiners

Dem Kreis Viersen als Eigentümer der ehemaligen kurkölnischen Landesburg wäre diese Lösung am liebsten und auch Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke zeigte sich von dem Plan gestern geradezu euphorisch begeistert: Nach dem Abschluss der so genannten Markterkundung zur möglichen neuen Nutzung der Kempener Burg und ersten internen Gesprächen innerhalb der Stadtverwaltung und mit den Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Parteien zeichnet sich für die Burg eine Nutzung ab, die ganz im Sinne vieler Kempener Bürger sein dürfte: Die Stadt will in den nächsten Monaten prüfen lassen, ob sie das Denkmal vom Kreis übernehmen und - nach einem entsprechenden Umbau - dort mit Teilen der Stadtverwaltung einziehen kann. Diese Idee präsentierte Bürgermeister Volker Rübo bei einem Pressegespräch im Lesesaal des Kreisarchivs in der Burg, bei dem die Ergebnisse der Markterkundung vorgestellt wurden.

Zunächst zum Ergebnis der Abfrage, die das Planungsbüro Assmann-Gruppe von Mitte April bis Mitte Juni vorgenommen hatte: 50 Adressaten wurde mit Exposé und Fragebogen angeschrieben. Außerdem gab es bis gestern etwa 1300 Abrufe der Internetseite www.burg-kempen.de. Von den 50 angeschriebenen möglichen Interessenten gab es 23 Rückmeldungen. Assmann organisierte fünf Ortstermine mit Interessenten in Kempen.Am Ende blieben neun ernsthafte Interessenten übrig, alle aus Nordrhein-Westfalen. Namen wurden gestern nicht genannt. Das sei so abgesprochen, betonte Landrat Dr. Andreas Coenen als Hausherr. Es gab daher auch keine Bestätigung der konkreten RP-Informationen, dass unter den neun möglichen Interessenten die Firmen Ralf Schmitz aus Kempen und Tecklenburg aus Straelen sein sollen.

Ob einer dieser beiden oder ein anderer Interessent überhaupt noch in Betracht kommt, soll sich in den kommenden Wochen und Monaten entscheiden. Denn Bürgermeister Rübo macht Druck, was den Prüfauftrag wegen einer Nutzung der Burg durch die Stadtverwaltung betrifft. Mit der Prüfung will die Stadt die Assmann-Spezialisten betrauen, weil die "sehr gute Arbeit" geleistet hätten (O-Ton Coenen) und "schon im Thema" seien (O-Ton Rübo). Bestandteil des Prüfauftrags wird es sein, zu untersuchen, wie eine Öffnung der Burg, etwa durch einen Gastronomiebetrieb im Erdgeschoss, für mehr Publikumsverkehr sorgen kann. Denn das bleibt der Wunsch der Beteiligten: Die Burg soll sich dem Bürger öffnen. Welche Ämter der Stadtverwaltung später möglicherweise einziehen werden, ist ebenso offen wie ein konkreter Zeitplan. Der Bürgermeister will bis zum Jahresende Klarheit, eine Grundsatzentscheidung könnte der Stadtrat bereits in seiner Oktober-Sitzung treffen. Bis dahin sollen die Assmann-Daten inklusive einer ersten Kostenschätzung vorliegen. Der Kreis könnte die Burg zu einem eher symbolischen Preis an die Stadt abgeben. Wie der aussehen könnte, ließ der Landrat gestern offen.

Der Plan, die Burg für die Stadtverwaltung zu nutzen, kommt dem Vorhaben der Stadt entgegen, sich von Verwaltungsaußenstellen in Kempen (etwa fürs Grünflächenamt und fürs Standesamt) sowie fürs Jugendamt in St. Hubert zu trennen und an einem zusätzlichen zentralen Standort unterzubringen.

Quelle: RP
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