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Kreis Viersen
Bundesverkehrswegeplan: Suche nach regionalem Konsens

Kreis Viersen. Der vom Bundesverkehrsministerium vorgelegte Entwurf des Bundesverkehrswegeplans stößt bei Politikern in der Region zumindest teilweise auf Zustimmung. Bekanntlich hatten sich vor allem führende Politiker von CDU und SPD, darunter die beiden Kreis Viersener Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer und Udo Schiefner, für die Wünsche an den Plan aus der Region stark gemacht. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein hatte im Vorfeld klar Stellung bezogen. Allen Beteiligten aus der Region geht es vor allem um den Ausbau der Autobahn 52 bei Viersen, Mönchengladbach und Neersen auf sechs Spuren sowie den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Kaldenkirchen und Dülken mit dem notwendigen Lärmschutz. Beide Projekte sind im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans unter "vordringlicher Bedarf" eingestuft.

Spitzenpolitiker aus dem Kreis Viersen setzen sich für einen regionalen Konsens ein. Der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Dülken, Kaldenkirchen und Venlo ist bei der Beurteilung um einen Platz nach vorne gerückt und steht nun auf Platz neun im Rahmen der Projekte mit "potenziellem Bedarf". Die beiden Bundestagsabgeordneten Schummer (CDU) und Schiefner (SPD) kündigten aber an, dass sie im Bundestag dafür stark machen wollen, dass auch dieses Projekt noch weiter nach vorne rückt. "Dabei steht fest: Es gibt umfassenden Lärmschutz und die notwendige Querung der Bahnstrecke in Dülken," so Schummer. Die Kreis-CDU lehnt die Viersener Kurve weiterhin entschieden ab. "Es ist wichtig, dass der regionale Konsens dazu hergestellt wird und der Bund das aus dem Plan abschließend streicht", betonte der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Marcus Optendrenk. Dafür werden sich die CDU-Politiker weiterhin einsetzen. Erst bei der Bewertung des Projektes gegen Jahresende wird feststehen, wie der Bundesverkehrswegeplan aussieht. "Im parlamentarischen Verfahren werden wir die Interessen des Kreises Viersen engagiert vertreten", kündigte Uwe Schummer an.

"Wir begrüßen den Ansatz, dem Erhalt und der Sanierung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur und der Beseitigung von Engpässen den Vorrang zu geben", erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. "Allerdings fehlt den Maßnahmen, die von der Wirtschaft am Niederrhein gemeldet wurden, der ausreichend hohe Dringlichkeitsstatus." Auch die IHK setzt sich für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Kaldenkirchen und Dülken ein. "Überhaupt nicht nachvollziehbar ist die einspurige 'Viersener Kurve', die in den Entwurf eingebracht wurde", so Steinmetz. Dieses Projekt ist aus Sicht der IHK unter anderem wegen zu hoher Kosten, zu geringer Leistungsfähigkeit und zu großer Widerstände nicht realisierbar. Entsprechend plädiert die IHK in ihrer Stellungnahme dafür, die "Viersener Kurve" aus dem Entwurf zu streichen. Stattdessen spricht sie sich weiterhin für die Fortführung des "Eisernen Rheins" entlang der A 52 bis zum Kreuz Neersen aus.

(rei)
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