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Stadt Kempen
Buntes Allerlei auf Kempens Feldern

Stadt Kempen: Buntes Allerlei auf Kempens Feldern
Per Kutsche erkundete Bürgermeister Volker Rübo (rechts auf dem Bock) die landwirtschaftlichen Anwesen rund um Kempen. Er staunte über die große Vielfalt des Angebots. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Bürgermeister Rübo informierte sich bei einer Kutschfahrt mit Vertretern der Bauernschaft über die verschiedenen Anbauflächen. Die Zahl der Bauernhöfe ist zurückgegangen. Von Willi Schöfer

Bürgermeister Volker Rübo hatte sogar seine Frau Irena zu einer besonderen Dienstfahrt überreden können. Auch Gitte Birkmann, die Frau seines Stellvertreters Otto Birkmann, sagte ihre Teilnahme sofort zu. Das Quartett ließ sich mit Sprechern der Landwirtschaft auf den Wirtschaftswegen durch die Kempener Anbaugebiete fahren. Genauer genommen waren es die zwei schwarzen Friesenpferde, "Janosch" und "Lola", die die zwei Kutschen zogen und von den Kutschern Peter Josef Coenen und Gustav Gentges geleitet wurden.

Coenen ist auch Vorsitzender der Ortsbauernschaft Kempen. Sein Vize Josef Impelmanns war ebenso mit dabei wie der Chef der Kreis-Bauernschaft, Heinz Nothofer. Brigitta Coenen und Petra Impelmanns hatten für die erste Rast Kaffee gekocht und einen Kuchen gebacken, den sich die Equipe im Schatten der Bäume an der Kapelle St. Peter schmecken ließ.

Es war diesmal ein mobiler "Tag der Landwirtschaft", nachdem sich der Bürgermeister in den vergangenen Jahren Sauställe und milchgebende Rindviecher angeschaut hatte. An St. Peter nach etwa 20 Kilometern das erste Fazit der Tour. "Die Vielzahl der Produkte, die auf den Feldern heranwachsen, war schon beeindruckend", sagte Rübo. Er meinte damit, dass man nicht nur an Getreide-, Kartoffeln-, Rüben- oder Kappesfeldern vorbei gefahren sei, sondern an vielen anderen Anbauflächen, so von Rote Bete, Zwiebeln oder Sellerie. An der Ziegelheide habe man sogar ein Getreidefeld mit speziellem Roggen gesehen, aus dem der Betreiber sogar ein hochwertiges Saatgut für die Landwirtschaft macht.

Coenen und Impelmanns bestätigten die Artenvielfalt und die sehr guten Böden im Kempener Raum. Die beiden kamen aber auch darauf zu sprechen, dass die Anzahl der Betriebe immer weiter zurückgehe. "Vor etwa fünf Jahrzehnten hatten wir hier in Kempen noch hundert Betriebe, jetzt sind es nur noch etwa 35", bedauerte dies nicht nur Coenen. Auch Rübo konnte sich bei der Tour davon überzeugen, dass viele Höfe nicht mehr bewirtschaftet werden. Teilweise waren ihre Felder von anderen Landwirten gepachtet und mit übernommen worden.

Natürlich stellten die Teilnehmer bei ihrer Tour fest, dass die Nässe vor allem im Frühjahr für Schäden beim Getreide, Gemüse und Obst gesorgt hatten. Coenen dazu: "Wir sind aber noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen, in vielen anderen Regionen waren die Niederschläge noch intensiver, die Folgen viel verheerender."

Wenn es vor Monaten so viel geregnet hat, warum bewässern denn jetzt nach einigen trockenen Tagen viele Landwirte ihre Felder wieder? Diese Frage beantworteten die Sprecher der Landwirtschaft an einem Beispiel. Impelmanns: "Die Wurzel beim Kappes ist etwa nur eine Faust groß und bei normaler Witterung, also beim Wechsel von nassen und trockenen Tagen, schafft es die Pflanze selbst, sich vom Unterboden das Wasser zu holen. Ist genügend Wasser im Oberboden, begnügt sich die Wurzel damit, kann sich aber nicht richtig entwickeln und ausdehnen. Daher muss Wasser nachgeschüttet werden, um auch die unteren Lagen zu erreichen."

"Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert einwandfrei, unsere Wirtschaftswege sind größtenteils in einem sehr guten Zustand", lobt Coenen die Stadt. Volker Rübo versicherte, dass dies auch so bleiben werde. Er erinnert daran, dass die Stadt die Mittel für die Instandsetzung der Wirtschaftswege in diesem Jahr aufgestockt habe. Und Josef Impelmanns ergänzt: "Wir werden auch weiterhin, wenn es einmal haken sollte, das direkte Gespräch mit den Verantwortlichen suchen.

Coenen appellierte noch daran, dass bei der Zunahme der versiegelten Flächen in den innerstädtischen Bereichen dies nicht zu Lasten der guten Ackerflächen gehen dürfe. Bei ökologischen Ausgleichsmaßnahmen plädiere Coenen außerdem dafür, nicht generell alte oder neue Bereiche mit Bäumen und Pflanzungen zu versehen, sondern erst einmal zu dichte Aufforstungen aufzulockern und dadurch einen optimalen Lebensraum für die Flora und Fauna zu gewährleisten: "Einen Busch vor einen Busch zu pflanzen, bringt überhaupt nichts."

Quelle: RP
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