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Stadt Kempen
Burg-Sanierung soll zehn Millionen kosten

Stadt Kempen: Burg-Sanierung soll zehn Millionen kosten
Die Kempener Burg beherbergt noch bis Ende 2020 das Kreisarchiv. Erst danach könnte sie saniert und umgebaut werden. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Die Machbarkeitsstudie zum Projekt "Bürger-Burg" liegt vor. Sie wird im Stadtrat am kommenden Dienstag erstmals öffentlich vorgestellt. Wahrscheinlich gibt es eine Sondersitzung am 6. Februar 2018. Von Andreas Reiners

Es war eigentlich zu erwarten, dass das keine preiswerte Angelegenheit wird: Die Sanierung der Kempener Burg mit einer entsprechenden Umgestaltung als sogenannte Bürger-Burg mit Gastronomie, Standesamt und Kreisvolkshochschule dürfte etwa zehn Millionen Euro kosten. Auf eine genaue Kostenkalkulation kann sich das von der Stadt mit einer Machbarkeitsstudie beauftragte Planungsbüro, Assmann-Gruppe aus Dortmund, zum derzeitigen Zeitpunkt nicht festlegen. Denn frühestens nach dem Umzug des Kreisarchivs in den geplanten Neubau nach Dülken im Laufe des Jahres 2020 könnte mit der Modernisierung des unter Denkmalschutz stehenden Kempener Wahrzeichens begonnen werden.

Es gibt also noch sehr viele Unwägbarkeiten bei dem Plan, dass die Stadt Kempen die ehemalige kur-kölnische Landesburg vom derzeitigen Eigentümer, dem Kreis Viersen, übernimmt und selbst nutzt. In der Machbarkeitsstudie werden die Baukosten, die auf die Stadt Kempen im Falle der Übernahme und Umnutzung zukämen, mit einer angenommenen Kostenschwankungsbreite von plus-minus 20 Prozent angegeben. Die Kostenspanne liegt laut Gutachter zwischen 7,12 und 10,68 Millionen Euro. Der Kostenrahmen berücksichtigt dabei nicht zu erwartende Preisentwicklungen in der Baubranche bis zum möglichen Realisierungszeitraum von 2021 bis 2023. Eine genauere Kostenschätzung, so Assmann, sei erst möglich, wenn man in die konkrete Planung für Sanierung und Umbau gehen würde. Aber die ist derzeit noch Zukunftsmusik.

Zukunftsmusik ist derzeit auch, ob sich aus Sicht der Stadt Kempen die Übernahme der Burg vom Kreis Viersen finanziell überhaupt stemmen lässt. In den kommenden Jahren steht eine Vielzahl von Großprojekten an, die erhebliche Investitionen erfordern. Selbst wenn es für den dringend erforderlichen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze oder der Sanierung der Schulen Landes- oder Bundesmittel geben sollte, muss die Stadt jeweils mit erheblichen Eigenanteilen bei den Projekten rechnen. Auch die Sanierung des Rathauses am Buttermarkt wird enorme Kosten verschlingen. Experten gehen davon aus, dass man - wenn man es richtig macht - hierbei von Kosten weit über zehn Millionen Euro ausgehen muss. Klar ist also: Auf die Stadt Kempen kommen in den nächsten Jahren erhebliche Kosten für die angepeilten Projekte zu.

Das alles wird die Politik sorgsam betrachten müssen. Demzufolge ist es logisch und konsequent, die Entscheidung über die Zukunft der Kempener Burg weiterhin zu vertagen. Ob es bis zu einer Sondersitzung des Stadtrates Anfang Februar kommenden Jahres neue Erkenntnisse für Finanzierungsmöglichkeiten geben wird, ist fraglich. Offen ist zudem auch, ob möglicherweise ein Investor zu finden ist, der die Burg übernimmt und ein Hotel daraus macht. Branchenkenner sind da sehr skeptisch.

Landrat Andreas Coenen als derzeitiger "Burgherr" wird sich weiterhin gedulden müssen. Er hatte der Stadt die Übernahme der Burg angeboten und gleich die Kreisvolkshochschule als Ankermieter mit versprochen. Allerdings wollte Coenen ein Votum aus Kempen eigentlich bis spätestens zum Sommer dieses Jahres haben. Diese Frist ist längst verstrichen, ein Termin für eine Entscheidung des Kempener Stadtrates derzeit nicht absehbar.

Quelle: RP
 
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