| 00.00 Uhr

Kreis Viersen
Check In: Beteiligung könnte besser sein

Kreis Viersen: Check In: Beteiligung könnte besser sein
IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz (links) und Kreisdirektor Dr. Andreas Coenen (rechts) zeichnete Vertreter von bei "Check In" besonders engagierten Schulen aus. FOTO: Wolfgang Kaiser
Kreis Viersen. Für das kommende Jahr wünschen sich die Organisatoren der regionalen Ausbildungsinitiative eine größere Beteiligung von Betrieben und Schulen. Der jährliche Aktionstag bietet Jugendlichen Gelegenheit zu einem Schnupper-Praktikum. Von Willi Schöfer

Die nächste Ausbildungsinitiative unter dem Namen "Check In" läuft im Kreis Viersen am 28. Juni 2016. Dann haben Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13 wieder die Gelegenheit, sich bei Betrieben oder Hochschulen, die sich an dem Aktionstag beteiligen, über Ausbildungsmöglichkeiten zu erkundigen. Jetzt wurde eine Bilanz der Aktion im Juni dieses Jahres gezogen. Fazit: In der Regel gut, aber vor allem in den ländlichen Regionen noch ausbaufähig. Es gibt vor allem im Viersener Westkreis noch einige weiße Flecken. Und Kreisdirektor Dr. Andreas Coenen stellte fest: "Es fehlt mir noch das eine oder andere Unternehmen, das sich daran beteiligt."

Diese Initiative hatte 2009 unter anderem die Wirtschaft - Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein und Kreishandwerkerschaft -, Arbeitsagentur, Kreis Viersen und Hochschule Niederrhein ins Leben gerufen. Und die Zahlen für 2015 hören sich erst einmal gut an, beziehen sich aber insgesamt auf die Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie die Kreise Neuss und Viersen. Danach hatten sich 239 Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber an der Aktion beteiligt - mit insgesamt rund 4500 "Schnupper-Praktikanten" aus etwa 200 Schulen. Im Jahr zuvor hatten sich 4800 Schüler und Schülerinnen an dem Aktionstag beteiligt. Allerdings zählte damals noch die Jahrgangsstufe 8 dazu. In diesem Jahr hatte es zeitgleich andere Aktionen zum Landesprogramm KAOA (Kein Abschluss ohne Anschluss) gegeben.

Viersens Kreisdirektor Coenen brach die Zahlen bei der Bilanz-Pressekonferenz im Hause der Stadtwerke in Willich auf den Kreis Viersen herunter. Danach machten 44 Betriebe (zwölf mehr als im vergangenen Jahr) mit, sieben Schulen mit 576 Schülern und Schülerinnen. "Dies ist aber noch ausbaufähig", sagte Coenen. Erstmals hatten sich beispielsweise das auch in Dülken ansässige Unternehmen Schwarzkopf & Henkel sowie die Stadtwerke Willich beteiligt.

Lob für die teilnehmenden Betriebe gab es von mehreren Seiten, so vom neuen IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. "Check In ist zu einer Marke geworden, hat sich etabliert", meinte unter anderem Peter Hauptmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Kreises Viersen. Von einem "sinnvollen Angebot, weil die Schüler initiativ sind und sich selbst auf den Weg machen müssen", sprach Annett Richter, die beim Rhein-Maas-Berufskolleg den Willicher Schulstandort leitet.

Apropos "Auf den Weg machen": Aus Lehrerkreisen wurden die weiten Wege, die die Schüler im Kreis Viersen zu den Betrieben hätten, angesprochen. Da wünschten sie in irgendeiner Form eine Hilfestellung. Auch wurde an die Unternehmen appelliert, nicht nur beim "Check In"-Aktionstag mehr Angebote für Schüler mit einem besonderen Förderbedarf zu machen.

Axel Weidehoff, operativer Geschäftsführer der Krefelder Arbeitsagentur, brachte interessante Zahlen mit. Zum 31. Juli gab es im gesamten Bezirk, also in der Stadt Krefeld und im Kreis Viersen, 843 unbesetzte Ausbildungsstellen und 1072 junge Leute mit unterschiedlichen Abschlüssen, die Stellen suchen, aber noch keine gefunden hatten. "Für viele kommen nur die Top- Ten-Ausbildungsberufe infrage", erklärte Weidehoff. Er wünschte sich bei den Jugendlichen eine größere Flexibilität, auch auf andere Lehrberufe auszuweichen. Es würden unter anderem in den Gastronomie- und Hotelbetrieben zahlreiche Auszubildende fehlen, aber auch im Bereich Sanitär, Heizung und Klima.

Am nächsten Aktionstag im Kreis Viersen am 28. Juni 2016 können sich wieder sowohl Schulen als auch Betriebe beteiligen. Anmeldungen sollten bis zum Beginn der nächsten Osterferien per E-Mail an: info@checkin-berufswelt.de eingehen. Ansprechpartner im Organisations-Büro ist Thomas Feldges, Ruf: 02159 8143190.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kreis Viersen: Check In: Beteiligung könnte besser sein


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.