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Gemeinde Grefrath
Cruisen mit dem Gyrokopter

Gemeinde Grefrath: Cruisen mit dem Gyrokopter
Einen Flug mit diesem "Ding" hat Georg Nionskowski zu seinem 70. Geburtstag geschenkt bekommen. Pilot und Gast sitzen beim Gyrokopter im Freien. Da muss alles gut befestigt sein. FOTO: WOLFGANG KAISER
Gemeinde Grefrath. Mit den unterschiedlichsten Flugobjekten in die Luft gehen, einen Fallschirmsprung wagen oder einfach auf einem Kaffee oder eine Fliegerpfanne einkehren. Auf dem Flugplatz Niershorst ist alles möglich. Von Bianca Treffer

Die Vorfreude ist Georg Nionskowski anzumerken. "Ich bin schon Ballon gefahren, habe unter dem Gleitschirm im Tandemflug gehangen und bin im Segelflieger, im Hubschrauber sowie in ein- und zweimotorigen Flugzeugen mitgeflogen", berichtet Nionskowski. Doch heute ist es eine Premiere, die den Anrather auf dem Flugplatz Niershorst erwartet. Er wird zum ersten Mal in einem Gyrokopter einsteigen. Der Flug ist ein Geschenk seines Sohnes zum 70. Geburtstag. Fliegen gebe einem ein unheimliches Freiheitsgefühl. Keine Ampeln, alles sei frei, schwärmt er von der Fortbewegung in der Luft. Seine Augen leuchten daher auf, als er den Tragschrauber in Richtung Landeplatz ankommen sieht.

Doch noch heißt es hinter dem roten Tor warten, wo ihn Pilot Oliver Roßbruch abholen wird. Langsam laufen die Drehungen des Rotorblattes aus, bis das rotierende Geräusch ganz verstummt. Roßbruch und sein Fluggast steigen aus. "Es war hervorragend. Das war nicht das letzte Mal", strahlt Thomas aus Jüchen, der den halbstündigen Flug zu seinem 50. Geburtstag bekommen hat. Für Nionskowski heißt es nun Helm mit Freisprechanlage aufsetzen, seine Kamera per Schlaufe fest mit dem Handgelenk verbinden, hinter dem Piloten Platz nehmen und anschnallen. "Alles muss befestigt sein, schließlich sitzen wir im Freiem. Gyrokopter fliegen ist wie Shopper fahren in der Luft. Wir cruisen wie mit einer Harley Davidson. Es geht langsam und gelassen zu", sagt Roßbruch und nimmt hinter der Trennscheibe, die an ein Motorrad erinnert, in dem 250 Kilogramm schweren Tragschrauber Platz.

Gelächter schallt indes von der Außenterrasse des Flugplatzrestaurants "Niershorst" herüber. "Das glaub ich nicht", meint Eva-Maria Brüggemann und schüttelt verneinend den Kopf. Ihre vier Begleiterinnen haben ihr gerade eröffnet, dass es auch für sie in die Luft geht. "Wir feiern ihren Junggesellinnenabschied und das einmal ein wenig anders. Es ist quasi ihr letzter Flug in Freiheit", bemerkt Silke Schreiber grinsend. Für die angehende Braut ist der Flug eine totale Überraschung, bei der sie noch nicht weiß, wie es wird, denn "eigentlich habe ich Angst vorm Fliegen", gibt die junge Frau ehrlich zu.

Das ist bei Ralf nicht der Fall. Zusammen mit Freundin Susanne hat er es sich im Restaurant bequem gemacht und genießt dort nach seinem Flug mit dem Gyrokopter eine Auszeit. "Es war herrlich. Wir sind über das Borussen-Stadion geflogen, die Heimat meines Lieblingsvereins. Zudem habe ich nie gewusst, wie Grün der Niederrhein ist. Von oben ist es eine ganz andere Perspektive", berichtet er voller Begeisterung von seinen Eindrücken. Im Restaurant wird es immer voller. Die Besucher genießen die direkt am Flugfeld gelegene Terrasse mit dem Blick ins Grüne. Andere haben im gemütlich modern eingerichteten "Niershorst" Platz genommen, wobei auch hier der Blick auf das Flugfeld fällt, wo reger Betrieb herrscht. Einmotorige Maschinen starten und landen, wenn vom Tower grünes Licht gegeben wird. Dazwischen gehen die Gyrokopter an den Start. Hinter der Flugfeldabsperrung winken Besuchern ihren Lieben hinterher.

"Uns besuchen nicht nur die Flieger. Wir haben sehr viele Stammgäste, die gar nichts mit der Fliegerei zu tun haben", sagt Slavka Buzov, Inhaber vom "Niershorst". Ihre Küche ist weit über Grefrath hinaus bekannt. Ihre Bratkartoffeln und der speziell zubereitete Reis gehören bei den Gästen zu den Insidertipps. Das gilt auch für die frisch zubereiteten Waffeln. An diesem Samstag gibt es aber auch Gäste, die ein wenig ein langes Gesicht ziehen. Sie wollten nämlich einen Tandemsprung beim Fallschirmsport Grefrath wagen. Doch dort verkündet ein Aushang, dass aufgrund des Wetters das Fallschirmspringen nicht möglich ist. "Schade, ich hatte mich wirklich auf einen Fallschirmsprung gefreut. Es war ein spontaner Entschluss, heute hierhin zu fahren", meint Tim Schubert aus Mönchengladbach.

Inzwischen ist der Flug von Brüggemann näher gerückt. Pilot Dieter Schaper hilft mit einer Jacke aus, denn in den anvisierten Höhen ist es nur für ein T-Shirt eindeutig zu kalt. Brüggemann mustert den orangen Tragschrauber skeptisch. Etwas zögerlich steigt sie ein, dann rollt der Gyrokopter auf die Startbahn. Sekunden später fliegt sie winkend an ihrer Frauengruppe vorbei. Das Fazit nach 15 Minuten: Schön!

Quelle: RP
 
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