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Stadt Kempen
Damit die Mitarbeiter kühlen Kopf bewahren

Stadt Kempen. Der Unternehmerkreis Kempen besichtigte jetzt das Unternehmen "Lumitronic" im Gewerbegebiet Vaetsbruch in Tönisberg. Von Willi Schöfer

Wäre schon ganz schön praktisch, wenn man bei heißem Wetter ein kühlendes Aggregat am Körper hat, bei kaltem Wetter natürlich ein warmes. Dies ist möglich, bezogen auf Büros, Privat- oder Betriebsräume. So bietet seit einiger Zeit das Tönisberger Unternehmen "Lumitronic" in Verbindung mit der Erdwärme und den Wärmetauschern spezielle Heiz- und Kühldecken für Räume an.

"Diese Decken legen sich wie ein Schwamm um einen herum", sagte der Elektromeister, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Lumitronic, Ulrich Konen. Der 49-Jährige, der eigentlich aus St. Tönis stammt, aber schon lange in Tönisberg wohnt ("mit meinen Kindern und Ehefrau Svenja, die mir stets den Rücken freihält"), wird bald seinen Silbernen Meisterbrief bekommen. Vor etwa 18 Jahren startete Ulrich Konen mit einem kleinen Elektrobetrieb und zwei Mitarbeitern. Heute beschäftigt er 17 Angestellte, gibt es Lumitronic seit zehn Jahren am Vaetsbruch 5 a in Tönisberg.

Der Unternehmerkreis Kempen (UKK) mit seinen beiden Sprechern Karin Drabben und Martin Alders stattete der umweltbewussten Firma jetzt einen Besuch ab. Vor dem Betriebsgebäude war schon richtig was los. Erdwärme-Bohrer waren zu sehen. "Wir bohren gerade 80 bis etwa 100 Meter tief in die Erde, benötigen neue Sonden, um die Heiz- und Kühlsysteme bei uns zu erweitern und damit die Leistungen zu erhöhen", erklärte Ulrich Konen.

Wenig später hatte der Inhaber in seinem Besprechungsraum etwa 50 mal 50 Zentimeter große Stecksysteme mit dünnen Wasserkanälen in der Hand. "Die werden einfach oben an den Rigipsplatten installiert. Damit wird sowohl im Winter als auch im Sommer mit dem Wärmetauscher die richtige Temperatur geregelt", sagte er.

In seinem Büro schwärmte Konen außerdem von speziellen Wärmeschutzfolien an den Fenstern: "Die sorgen unter anderem dafür, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei strahlendem Sonnenschein blendfrei an den Computern arbeiten können."

Schon sein Großvater Johannes Pasch hatte die Erde als Energiespender genutzt und mit der Erdwärme gearbeitet. Dies könne, sagte Konen, sowohl für Privathäuser bei Um- oder Neubau, als auch für die Betriebsgebäude sehr effektiv sein. Wobei der Firmenchef künftig wegen der immer höheren Auflagen und Energie-Audits den Schwerpunkt neben den Neubauten auf die Heiz- und Kühldecken im gewerblichen Bereich legen will und diese dann die teuren und herkömmlichen Klimaanlagen ersetzen sollen. Konen erinnerte daran, dass es für die entsprechende Umrüstung von Altbauten mit Erdwärme und den Heizkühldecken Zuschüsse bis zu 10.000 Euro gibt. Lumitronic ist relativ breit aufgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt neben der Erdwärme und dem Einsatz regenerativer Energien ist die Planung, der Bau und die Wartung von Kleinkläranlagen. Der Geschäftsführer bedauerte, "dass es nicht mehr genügend Auszubildende und Facharbeiter gibt". Vor wenigen Monaten fuhr Konen selbst auf der Suche nach einem Auszubildenden durch die Gegend, lernte in einem Kinderheim in Wachtendonk, dort hatte die Firma mal Wärmepumpen installiert, den Jugendlichen Lukas Redzepi kennen. Lukas absolvierte zunächst ein mehrwöchiges Praktikum bei Lumitronic und hat nun bei dem Tönisberger Unternehmen eine Lehre als Sanitär- und Heizungsinstallateur begonnen.

Der Unternehmerkreis Kempen (UKK) wird als nächste Veranstaltung am 6. Dezember die Dornbusch Gravuren GmbH im Gewerbegebiet Am Selder 31 in Kempen besuchen. Geplant ist dabei auch ein Vortrag von Dr. Sarah Werth, pädagogische Fachkraft bei der Kreisverwaltung Viersen, zum Thema "Kein Anschluss oder Abschluss".

Quelle: RP
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