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Gemeinde Grefrath
Das Eisstadion ist ein Stück grüner

Gemeinde Grefrath: Das Eisstadion ist ein Stück grüner
Sie präsentierten die Energiemaßnahmen (v.l.):Frank Brand (Thürlings), Uwe Deyle, Bernd Bedronka, Christian Kappenhagen (Aufsichtsrat), Andreas Küpper (SWK), Markus Schirmer (Thürlings), Nils Johannsen, Bernd Schoenmackers, und Erik Ix. FOTO: jan Lnkes
Gemeinde Grefrath. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten verbrauchen die Maschinen deutlich weniger Energie. In den Wärme- und Kühlbereich wurden 350.000 Euro investiert. Von Heiner Deckers

Von einem "gigantischen Meilenstein" sprach gestern Bernd Schoenmackers, Geschäftsführer des EisSport & EventParks, als er gemeinsam mit ausführenden Firmen Einzelheiten zur Umsetzung der energetischen Sanierung vorstellte. Drei Jahre habe das Projekt gedauert: "Nun sind wir mit unserem deutlich geringeren Energieverbrauch ein Stück grüner geworden." 350.000 Euro haben die Verantwortlichen in das Projekt gesteckt, die Investition soll sich in 6,5 Jahren amortisiert haben. Der Besuchermagnet mit seinen Bereichen öffentlicher Eislauf, Veranstaltungen und Sport ist nun energetisch zukunftssicher.

Angesichts des hohen Energieverbrauchs war man stets auf der Suche nach Einsparpotenzialen. Dabei, so Schoenmackers, sei man aufgrund des mangelnden Know-hows auf externe Partner angewiesen gewesen, an erster Stelle auf den ständigen Partner Gemeindewerke. "Es war ein logischer Schritt, das Eisstadion zu unterstützen", sagte deren Geschäftsführer Erik Ix.

Das Stuttgarter Planungsbüro Deyle hatte die Gesamtleitung der verschiedenen Maßnahmen. Uwe Deyle kam vieles vertraut vor, weil sein Vater bei der Installation der Maschinen in den 70er Jahren beteiligt war. Ihm kam es sehr gelegen, dass zahlreiche Verbrauchsdaten vorlagen, auf deren Basis man eigene Vorstellungen entwickeln konnte: "Wir haben überall Sparpotenziale gefunden", sagte Deyle gestern. Und auch umgesetzt: In der abgelaufenen Saison sank der Stromverbrauch um rund 140.000 auf 829.640 Kilowattstunden.

Die Firma Thürlings hat auf dem Gelände des Eisstadions in Zusammenarbeit den Krefelder Stadtwerken (SWK) ein Blockheizkraftwerke gebaut. Andreas Benz, Leiter Energiemanagement bei den SWK, betonte, man haben einen riesigen Pufferspeicher eingebaut, mit dem man den Kraft-Wärme-Kreislaufentkuppeln könne, um den Strom nur dann zu erzeugen, wenn es nötig und sinnvoll ist. Der Kontakt mit den Krefelder Werken ist dabei nur auf den ersten Blick überraschend. Man arbeitet sei Jahren miteinander, beide Werke sind etwa Bestandteile derselben Beschaffungskooperation für Strom.

Neben der Wärme ist Kälte naturgemäß ein zentrales Thema im Eisstation. Darauf spezialisiert ist die Firma Arctos aus der schleswig-holsteinischen Gemeinde Sörup. Bisher war es so, dass allein der Eismeister für einen vernünftigen Untergrund zum Schlittschuhfahren sorgte. Der machte das rein nach Bauchgefühl, Automatismen existierten nicht. Fachleute von Arctos haben Fühler eingebaut und diesen Mangel nachhaltig beseitigt. "Die Anlage war vorher ohne jegliche Intelligenz", sagt Kai Jessen. "Wir haben sie optimiert, damit künftig möglichst wenig Energie verbraucht wird. Das ist besser als der Eismeister, der seinen Finger aus dem Fenster hält." Sein Kollege Nils Johannsen erläuterte die Funktionsweise der Fühler: "Sie sorgen dafür, dass der Zufluss von Ammoniak automatisch geregelt wird, und zwar rund um die Uhr."

Bernd Bedronka, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, erwähnte dass es gar nicht so einfach sei, einen Stromlieferer davon zu überzeugen, dabei zu helfen, Strom einzusparen. Geschäftsführer Ix aber betonte: "Wir sind keine reinen Verkäufer. Wir verstehen uns eher als Energiedienstleister."

Quelle: RP
 
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