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Stadt Kempen
Das Frühjahr belebt den Arbeitsmarkt

Stadt Kempen: Das Frühjahr belebt den Arbeitsmarkt
Evelyn Schotten (3.v.r.) präsentierte gestern die neue Arbeitsmarkt-Statistik und konnte dabei über eine Frühjahrsbelebung berichten. FOTO: afa
Stadt Kempen. Auch in Kempen und Grefrath ist die Zahl der Arbeitslosen im März zurückgegangen. Nicht so optimal ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Erfolgreich war jedoch die Erstauflage des Azubi-Speed-Datings. Von Heiner Deckers

/grefrath Die Stärke von Tief "Niklas", das gestern kräftigen Sturm mit sich brachte, erreicht sie zwar nicht, aber immerhin gab es auf dem hiesigen Arbeitsmarkt eine erfreuliche Frühjahrsbelebung. Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Viersen ist um 148 auf 11 229 gesunken, die Quote vom 8 auf 7,9 Prozent. "Mit diesem positiven Ergebnis bringt der März die erwartete, saisontypische Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt", kommentiert Evelyn Schotten, Geschäftsführerin operativ der Arbeitsagentur Krefeld-Kreis Viersen, die aktuelle Lage. Besonders die Jugendlichen und jungen Erwachsenen hätten von der Entwicklung profitiert, sagt Schotten weiter. Sie sieht darin ihre Erwartung bestätigt, dass gerade Ausbildungsabsolventen, die zunächst nicht übernommen worden sind, als Fachkräfte schneller in den Markt kommen.

Der positive Trend gilt für alle drei Geschäftsstellen im Kreis Viersen: Sowohl in Kempen (mit Grefrath und St. Tönis) als auch in Nettetal (mit Brüggen) und Viersen (mit Niederkrüchten und Schwalmtal) ist die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat zurückgegangen.

Nicht so optimal ist aktuell die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Die Zahl der Bewerber ist allerdings leicht gesunken, während die Anzahl der gemeldeten Lehrstellen einen leichten Zuwachs aufweist. "Es muss sich aber noch einiges tun", betont die Geschäftsführerin. Die Berater der IHK und der Kreishandwerkerschaft sowie die Berufsberatung stehen Betrieben mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um Fragen rund um das Thema Ausbildung geht.

Evelyn Schotten zeigt sich aber gestern durchaus optimistisch: "Meine jetzige Bilanz fällt gemischt aus, aber ich glaube, dass sich noch eine weitere positive Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt der Region zeigen wird." Den Bewerbern rät Schotten, zum jetzigen Zeitpunkt auf keinen Fall den Kopf hängen zu lassen: "Jetzt beginnt die zweite Halbzeit und da kann man das Blatt auf jeden Fall noch wenden. Man sollte aber nicht nur nach einem Beruf schauen, sondern auch Alternativen checken." In der Region habe man die Auswahl aus etwa 200 verschiedenen Ausbildungsberufen."

Deutlich weiter auf diesem Weg ist Ben Rehms von der Willicher Robert-Schuman-Gesamtschule. Er hat nämlich einen Ausbildungsvertrag bei der Firma Meccanica Ricci in Krefeld-Linn unterzeichnet. Beim Azubi-Speed-Dating ist der Funke übergesprungen. Fachkräfte zu finden, sei eine schwierige Angelegenheit geworden, weiß Pasquale Ricci, der sich vor 15 Jahren mit seiner Kfz-Werkstatt selbstständig gemacht hat: "Mit Ben habe ich einen Bewerber gefunden, der zu uns passt. Er ist gut vorbereitet auf mich zugekommen und hat im Praktikum überzeugt."

Evelyn Schotten unterstreicht bei dieser Gelegenheit einmal mehr, dass Ausbildung der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit sei. Andererseits gelte mit Blick auf die Arbeitgeberseite: "Ausbildung ist auch der beste Schutz vor Fachkräftemangel." Ben Rehms sei gelungen, was sie sich für alle jungen Menschen wünsche: "Ohne Umwege von der Schule in die Ausbildung. Da gehört schon eine Portion Ehrgeiz und Selbstbewusstsein dazu."

Dr. Frank Lorenz, Geschäftsführer des IHK-Bereichs Aus- und Weiterbildung, freut sich, dass die Erstauflage des Azubi-Speed-Datings so ein großer Erfolg war: "Der Ausbildungsmarkt ist im Wandel. Unternehmen müssen deshalb neue Wege gehen, um ihre Fachkräfte von morgen zu finden."

Quelle: RP
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