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Stadt Kempen
Das Gefühl, "wenn et Trömmke jeht"

Stadt Kempen. Nach wie vor hat das Schützenwesen in der Region einen großen Stellenwert. Je kleiner der Ort, desto größer ist er. Auch in diesem Jahr findet wieder eine Reihe von Schützenfesten statt. Von Manfred Baum

Schützenschwester oder Schützenbruder zu sein, ist weitaus mehr, als nur Vereinsmitglied zu sein. Wer einer Schützenbruderschaft angehört teilt sein Hobby mit Gleichgesinnten, hilft Menschen oder auch einer Kirchengemeinde. Es ist für viele einfach ein unbeschreibliches Gefühl "wenn et Trömmke jeht." Es gibt nicht nur die Schützenfeste, sondern auch Einkehrtage, die Teilnahme an Prozessionen nach Kevelaer, oder am Patronatsfest. In Vinkrath haben Schützen vor rund einem Vierteljahrhundert die Laurentiusschützen mächtig mitgeholfen bei der Restaurierung und Sanierung der Kirche St. Josef. Die Matthiasschützen in Schlibeck bauten eine eigene Kapelle, die jetzt 25 Jahre alt ist. Sie erinnert an die Gotthardusprozession in Vorst, die Vitusprozession in Oedt und die Prozession nach St. Peter in Kempen.

Je kleiner ein Ort ist, desto lebendiger ist das Schützenleben. Die ehemalige Landgemeinde Schmalbroich ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel. Der jetzige Bezirksbundesmeister Uli Loyen (Sebastianus-Schützenbruderschaft Vorst) hat immer betont, dass zu einer Bruderschaft auch das Miteinander mit den Kirchengemeinden gehört. In Bruderschaften sind heute auch Frauen weitestgehend anerkannt, was nicht immer so war. Den Verantwortlichen ist längst klar, dass man sich öffnen muss. Über Muslime muss man ebenso nachdenken wie über eine gleichgeschlechtliche Beziehung.

Die Sportschützen gehören ebenso zur Bruderschaft. Bundestreffender Königinnen und Könige oder Diözesantreffen und Diözesanjungschützentage sind herausragende Ereignisse im Schützenkalender. Im 21. Jahrhundert müssen die Bruderschaften allerdings mit immer höheren Auflagen kämpfen, sei es bei den Schützenfesten oder beim Vogelschuss.

Der Bezirksverband Kempen im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften kann im Jahr 2018 das 90-jährige Bestehen feiern. Auch im 21. Jahrhundert sind Schützenfeste noch herausragende gesellschaftliche Ereignisse. Erinnert sei nur an das große Bürgerschützenfest in Neuss. Die Zeitabstände, in den ein Schützenfest stattfindet, sind sehr unterschiedlich. Mal wird jedes Jahr gefeiert, etwa bei Bruderschaften in Viersen oder Niederkrüchten. Beide Kommunen sind "Hochburgen der Schützen" mit zusammen weit mehr als einem guten Dutzend Schützenbruderschaften.

Den längsten Abstand zwischen zwei Schützenfesten gibt es im Bezirksverband Süchteln, wo es fünf Jahre sind. In Schmalbroich und Klixdorf sind es vier Jahre. In Vorst, Oedt und Grefrath Vorst drei. Auch Vorst ist mit vier Schützenbruderschaften "gut bestückt." Alt-Kempen hat eigentlich nur noch die Blauen Husaren. Es gibt auch heute noch Bruderschaften oder Schützengesellschaften, die nicht Mitglied im Bund der Historischen Schützenbruderschaften sind. Mit Petra Volgmann aus Mülhausen gab es in Mülhausen (St.Heinich-St.Vitus-Bruderschaft) die erste Schützenkönigin im vergangenen Jahr. Sie ist zudem die erste Bezirkskönigin im Bezirksverband Kempen. Auch Voesch hat zwei Bruderschaften. Doch im Kendeldorf St. Hubert gibt es keine Schützenbruderschaft, die aktiv ist. Schmalbroich /Klixdorf hat sogar drei Bruderschaften.

Neben Uli Loyen (Bezirksbrudermeister) gehören dem Bezirksvorstand an: Herbert Nopper (Kempen) als Stellvertreter. Dr. Thomas Eicker als Bezirkspräses. Geschäftsführer ist Norbert Winges (Kempen). Schatzmeister Robert Reiners ( Ex-Bezirkskönig) aus Vorst. Bezirksschießmeister ist Klaus Noske (Kempen). Sein Stellvertreter ist Thomas Fasselt aus Oedt. Bezirks-Jungschützenmeister ist Johanns Hoff (Kempen), Stellvertreter Michael Windeck aus Kempen. Petra Volgmann (Mülhausen) als Bezirkskönigin.

Quelle: RP
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