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Serie Zuhause In . . . St. Hubert (4)
Das Rote Kreuz ist eine Familienaufgabe

Serie Zuhause In . . . St. Hubert (4): Das Rote Kreuz ist eine Familienaufgabe
Gregor, Kathi und Karl-Heinz Braun (v.l.n.r.) engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für das Deutsche Rote Kreuz in St. Hubert. Vor allem die Blutspendeaktionen organisieren sie regelmäßig. FOTO: Achim Hüskes
Kempen. Bei Familie Braun aus St. Hubert ist es in vierter Generation Ehrensache, sich im DRK zu engagieren . Ob bei Blutspenden, im Krebsnachsorge-Gesprächskreis, bei Seniorenfahrten oder Wallfahrten - Familienmitglieder sind immer mit von der Partie. Von Willi Schöfer

Tischlermeister Karl-Heinz Braun packt mit an, stellt bei der Blutspendeaktion die Liegen ins Forum, Ehefrau Kathi schmiert mit ihrem Team die Brötchen und draußen steht Sohn Gregor (37) am Grill. Die Rede ist von der Familie Braun, die seit vielen Jahrzehnten im Kendeldorf ehrenamtlich für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) tätig ist. Mittlerweile ist Gregor Braun in vierter Generation der Gemeinschaftsleiter. Sein Urgroßvater Karl Braun gehörte zu den Männern, die im Jahr 1912 die Sanitätskolonne in St. Hubert gegründet hatten.

Mehr durch Zufall kam die heute 65-jährige Kathi Braun dazu. "Wäre das nichts für dich?" hatte sie Anfang der 1970er-Jahre ihre Arbeitskollegin Anneliese Bisges gefragt. Beide arbeiteten damals bei Kaiser's Kaffee in Kempen, Anneliese Bisges gehörte zu der Zeit schon dem DRK in St. Hubert. Kathi Braun, eine waschechte Kempenerin, ließ sich überreden, trat im Januar 1971 ein. Und es war so oder so eine gute Entscheidung, denn bei einer DRK-Veranstaltung lernte sie Karl-Heinz Braun kennen. 1977 heirateten die Beiden.

Und fortan gehörte für Kathi Braun der Sanitätsdienst zu ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung. Sie organisiert seit vielen Jahren in St. Hubert und Tönisberg die Blutspendeaktionen, die es schon seit 1959 gibt und die seit langem jeweils viermal im Jahr stattfinden. Beim großen DRK-Jubiläum 2012 waren es sogar 337 Spender gewesen. Etwas enttäuscht war Kathi Braun schon, als zuletzt nur 171 gekommen waren. Darüber hinaus macht sie schon lange mit Wilma Jansen, stellvertretende Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes, beim Krebsnachsorge-Gesprächskreis in Vorst mit, organisiert ferner mit anderen die Seniorentouren des Kreisverbandes. Gerade war sie einige Tage im polnischen Kolobrzeg (Kolberg), wohin eine 14-tägige Tour wahrscheinlich im September 2016 führen soll.

Ehemann Karl-Heinz (64), der nach wie vor in St. Hubert Bestatter ist und im Speefeld 5 eine Tischlerei hat, brauchte über einen DRK-Eintritt nicht besonders nachzudenken. "Das war früher bei uns Zuhause überhaupt kein Thema, der Beitritt zum DRK gehörte einfach dazu", erzählt der Senior. Er trat im Alter von 16 Jahren der Kolonne bei. Von 1994 bis 2007 war er in St. Hubert der Gemeinschaftsleiter, ehe er dann seinen Vorsitz an seinen Sohn weitergab.

Noch heute erinnert sich der 64-Jährige an Erzählungen seines Vaters August Braun über die vielen Einsätze der Sanitäter im Zweiten Weltkrieg. Bei den Luftangriffen auf St. Hubert mussten sie damals viele Verletzte versorgen. Viele Männer waren im Wehrdienst, so dass auch ihre Frauen und Töchter helfen mussten. Als 1943 Bomben das Kempener Krankenhaus trafen, erhielten die St. Huberter DRK-Mitglieder den Auftrag, die Kranken in benachbarte Krankenhäuser zu bringen. Bei jedem Fliegeralarm waren DRK-Leute fortan vor Ort, um die Patienten in die Luftschutzkeller zu begleiten.

"St. Hubert ist mein Heimatort, und ich möchte weiterhin durch mein Engagement zeigen, dass ich dazu gehöre", sagt Karl-Heinz Braun, dessen Hilfe nach wie vor geschätzt wird. Kürzlich bereitete er die große Kevelaer-Wallfahrt mit vor, begleitete die Fußpilger, während sich sein Sohn um die Radpilger kümmerte. Ob es irgendwann einmal die fünfte DRK-Generation bei den Brauns gibt, steht indes noch nicht fest. Im Februar hatte erst einmal Gregor Braun seine Barbara geheiratet; die kirchliche Trauung ist erst am 11. Juni 2016.

Quelle: RP
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