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Stadt Kempen
Das Schweinchen mag kein Wasser

Stadt Kempen: Das Schweinchen mag kein Wasser
Boule von Französisch "die Kugel" ist ein ruhiger Sport, der volle Konzentration erfordert. Die Teilnehmer der Kempener Stadtmeisterschaft probierten beim Wurf verschiedene Techniken aus. FOTO: ACHIM HÜSKES
Stadt Kempen. Das Wetter spielte nicht mit: Mit einer Runde Verkürzung ging die 18. Boule-Stadtmeisterschaft von Kempen zu Ende. Frank Halbach ist der neue Stadtmeister. 36 Teilnehmer spielten in verschiedenen Team im Park rund um die Burg. Von Bianca Treffer

Kaum sind die beiden Striche auf dem aus Kiesweg gezogen, da wirft Martin Becker auch schon das Schweinchen. "Sehr gut platziert", kommt der Kommentar von seinen drei Mitspielern, als die kleine gelbe Kugel nach ungefähr sechs Metern ausrollt. Becker greift zur ersten Boule-Kugel. Das Schweinchen fest im Blick, holt er aus und lässt die rund 700 Gramm schwere Boule-Kugel folgen. Ein dreistimmiges "Ohh" erklingt, denn der Wurf ist bestens gelungen. Im Wechsel versucht jeder der Spieler, seine Kugeln so nah wie möglich an die gelbe Kugel heranzubekommen.

Nur das leise Klacken der Kugeln ist zu hören, wenn sie sich berühren. Ansonsten herrscht Stille. Konzentration ist angesagt. Aber nicht nur hier: Auf den Wegen im Park rund um die Kempener Burg sind insgesamt neun Teams zu vier Spielern mit den Kugeln unterwegs. Die Boule-Stadtmeisterschaft in der Thomasstadt ist angelaufen. Zum nunmehr 18. Mal richten die Bouler Kempen die etwas andere Meisterschaft aus. "Wir spielen auf keinem Boule-Platz, sondern auf den Wegen um die Burg und genau das macht das besondere Ambiente dieses Turnieres aus. Es ist ursprüngliches Boule und das ohne Leistungsdruck, da es ein lizenzfreies Turnier ist", sagt Uwe Krause, der Vorsitzende des Vereins. Er selber hat gerade das Ergebnis seiner ersten Runde am blauen Pavillon durchgegeben.

Dort sind die Mitglieder Ralf Röttinger, Rüdiger Pechan und Klaus Brecl nicht nur mit dem Notieren der Spielergebnisse der ersten Runde beschäftigt, sondern auch mit den Auslosungen der Spieler für Runde Nummer zwei. Gespielt wird nämlich nach dem sogenannten Super Melée Prinzip. "Die 36 Spieler haben sich einzeln angemeldet und werden in jeder Runde von uns zu neuen Paarungen per Losung zusammengestellt", erklärt Röttinger. Die Spieler kommen nicht nur aus Kempen und dem Kreis Viersen. Krefeld ist ebenso vertreten wie Geldern und Venlo. Mitglied Reinhard hat indes die Outdoor-Küche aktiviert, denn nach der zweiten Runde ist eine Pause angesagt. Am Himmel türmen sich derweil mehr und mehr dunkle Wolken auf. So mancher Spieler wirft einen besorgten Blick nach oben. Ein bisschen Regen macht keinem etwas aus, aber wenn "es richtig schüttet, schwimmen uns die Schweinchen weg, die sind nämlich in der Regel aus Holz", bemerkt Krämer. Verschiedene Wurftechniken kommen zum Einsatz. Zentimetermaße werden gezogen, um die Abstände von Kugeln zum Schweinchen exakt zu vermessen, denn manchmal liegen die Kugeln in einem auf den ersten Blick identischen Abstand zu dem kleinen runden Modell, und erst das Maßband gibt Klarheit, wer es näher an das Schweinchen geschafft hat. "Es ist einfach ein schöner Sport, den wirklich jeder ausüben kann. Es macht riesig Spaß", sagt Oliver Schulte, der amtierende Stadtmeister, der bei allen 18 Meisterschaften mitgespielt hat. Die Stimmung ist bestens, aber das Wetter nicht. Nach der dritten Runde fällt der Entschluss: Abbruch. Der aktuelle Zwischenstand wird zum Endstand und bei dem hat Frank Halbach die Nase vorn. Er ist der neue Stadtmeister.

Quelle: RP
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