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Kempen
Dem Stadtsportverband droht das Aus

Kempen: Dem Stadtsportverband droht das Aus
Hier war die Kempener Sportwelt noch in Ordnung. 2012 präsentierte der Stadtsportverband einen neuen Vorstand, der in dieser Zusammenstellung schon lange nicht mehr tätig ist. Hauptsächlich dem 2. Vorsitzenden Frawi Tönnis (rechts) ist es zu verdanken, dass demnächst wenigstens die Sportlerehrung durchgeführt werden kann. FOTO: Kaiser
Kempen. Bei der Sitzung des Kempener Sportausschusses war erneut kein Vertreter des Verbandes anwesend. Das Zukunftsforum Sport tritt auf der Stelle. Ein SPD-Antrag für den Sportpark Königshütte-See wird weiter diskutiert. Von H.-G. Schoofs

kempen Ein Thema, das am Dienstagabend bei der Sitzung des Sportausschusses im Kempener Rathaus am Buttermarkt gar nicht auf der Tagesordnung stand, wurde dann heftig diskutiert. Es ging um das "Zukunftsforum Sport". Seit der Auftaktveranstaltung im Februar vergangenen Jahres ist nicht mehr viel passiert. Bereits bei der Ausschusssitzung im November 2015 hatte Dezernent Michael Klee den Stadtsportverband (SSV) kritisiert. Er müsse deutlicher in die Rolle eines Akteurs treten. "Dazu gehören natürlich auch Politik und Verwaltung. Aber der SSV ist ein Gremium, das im Interesse der Vereine selbst gestalten und entscheiden kann. Der SSV muss uns und der Politik eine Perspektive aufzeigen und sagen, was er erwartet", erklärte der Beigeordnete. Er könne als Sportdezernent sagen, "wir lassen alles so und verwalten weiter unsere Sportstätten. Aber wir brauchen eine Entwicklung, dazu gehören halt die Vereine, die ihre Interessen nennen müssen", betonte Klee.

Er schlug den Politikern ein interfraktionelles Gespräch nach den Osterferien vor: "Wenn die Akteure, sprich Vorstandsmitglieder, die wir gerne mit im Boot hätten, nicht dabei sein wollen, müssen wir überlegen, wie wir vorgehen und dem Sport ein Sprachrohr geben." Er wolle den SSV nicht tot reden, aber der Verband müsse erstmal selber aus der Misere herauskommen: "Wenn das nicht gelingt, müssen wir halt andere Wege gehen. Aber wir hätten dann einen wichtigen Akteur verloren, nämlich den Lobbyisten des Sports." Die 50.000 Euro, die im städtischen Haushalt für den Sportstättenentwicklungsplan veranschlagt wurden, sollen weiter genutzt werden können.

Klees Sorge um die Zukunft des SSV ist durchaus berechtigt. Seit 2012 ist ein neuer Vorstand im Amt, der zwei Jahre später bis auf die Geschäftsführerin, die nicht mehr kandidierte, im Amt bestätigt wurde. Seitdem ist dieser Posten vakant. Andreas Pasch, einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden, hat seine Tätigkeit eingestellt. "Seit den letzten Wahlen gab es keine Vorstandssitzung mehr", sagte Pasch im Gespräch mit der Rheinischen Post. Der SSV-Vorsitzende Andreas von Brechan hat sich beruflich verändert und befindet sich für drei Monate in Bayern. Die Funktion des Sachkundigen Bürgers im Sportausschuss nehmen er oder einer seiner Stellvertreter schon länger nicht mehr wahr. Der 2. Vorsitzende Frawi Tönnis ist nach wie vor tätig. Er kann Klees Kritik nicht nacjhvolluziehen. "Man soll uns doch endlich mal sagen, was wir tun sollen", sagte er gestern. Tönnis kümmert sich auch um die Sportlerehrung. "Es ist sehr schwer, mit dem Sportamt einen Termin zu finden. Entweder können Klee oder Rübo nicht oder das Kolpinghaus ist besetzt", erklärte er. Mit der aktuellen Situation des SSV ist er allerdings auch nicht zufrieden: "Unser Vorsitzender wird sich im nächsten Jahr nicht mehr zur Wahl stellen. Ich werde weitermachen, aber nur als Stellvertreter." Es sei sehr schwierig, neue Leute für den Vorstand zu gewinnen. "Wir haben vor zwei Jahre alle Vereine zum Thema Sportstättenentwicklungsplan eingeladen, gerade mal sieben sind erschienen", so Tönnis.

Der Antrag der SPD-Fraktion, im Bereich des Königshütte-Sees einen neuen Sportpark zu errichten, um die Platzprobleme in St. Hubert und Tönisberg zu lösen, wurde zur Beratung an den Haupt- und Finanzausschuss weitergeleitet.

Quelle: RP
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