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Stadt Kempen
Den Schulanschluss nicht verpassen

Stadt Kempen: Den Schulanschluss nicht verpassen
Sie unterschrieben den Kooperationsvertrag zwischen Schule und Berufskolleg (von links): Peter Anders, Fachbereichsleiter Schulen beim LVR, Ingo Schabrich, Dezernent Jugend und Bildung beim Kreis Viersen Dr. Hans-Joachim Kornblum, Schulleiter des Rhein-Maas-Berufskollegs, sowie Herbert Kajosch, Leiter der Hanns-Dieter-Hüsch-Schule. FOTO: Busch
Stadt Kempen. Das Rhein-Maas-Berufskolleg Kempen und die Hanns-Dieter-Hüsch-Schule des LVR in Süchteln haben eine Kooperation vereinbart. Beide Schulen wollen eng zusammenarbeiten, um Schülern den Weg in den Beruf zu ebnen. Von Bianca Treffer

Eigentlich arbeiten die Hanns-Dieter-Hüsch-Schule des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) in Süchteln und das Kempener Rhein-Maas-Berufskolleg schon seit rund zwei Jahren zusammen. Jetzt erhielt die Zusammenarbeit durch einen Kooperationsvertrag einen offiziellen Rahmen. "Ziel ist es, den Schülern beider Schulen Hilfen anbieten zu können", betonte Dr. Hans-Joachim Kornblum, Leiter des Kempener Rhein-Maas-Berufskollegs, bei der Unterzeichnung des Vertrages.

Mit einer lebenspraktischen Hilfe ging auch alles los, denn der Kontakt zwischen den beiden Schulen entstand, als ein Schüler des Berufskollegs psychisch erkrankte und im Rahmen der Behandlung die Hanns-Dieter-Hüsch-Schule auf dem Gelände des LVR in Süchteln besuchte. Damit der auf dem Berufskolleg angestrebte Abschluss real blieb, brachte sich das Berufskolleg in den Unterricht mit ein. "Die Zusammenarbeit funktionierte gut und das war unsere Basis, auf der wir gestartet sind", berichtete Kornblum. Mit dem Kooperationsvertrag sollen künftig Bildungspläne und Lehrerteams aufeinander abgestimmt werden. Dazu gehören unter anderem auch gemeinsame Lehrerfortbildungen. Ein personeller Kontakt findet zugunsten der Schüler statt. Dinge erfahren Austausch und Ressourcen können zur Verfügung gestellt werden. "Es ist wichtig, dass unsere Schüler ihren schulischen Werdegang weiter fortsetzen können. Die Förderplanerstellung und die individuelle Begleitung helfen dabei. Mit der Kooperation bereiten wir den Weg in den Beruf ein stückweit vor", hob Herbert Kajosch, Leiter der Hanns-Dieter-Hüsch-Schule, hervor.

Während sich das Berufskolleg in den Unterricht der Hanns-Dieter-Hüsch-Schule einbringt und auf diesem Weg den Schülern den Einstieg in die Schulform Berufskolleg erleichtert, kann das Berufskolleg als solches von den sonderpädagogischen Kompetenzen der anderen Schule profitieren. "Wir haben aktuell zwei autistische Schüler bei uns. An der Hanns-Dieter-Hüsch-Schule können wir uns fachlichen Rat holen. Es ist wichtig, zu wissen, wie man genau mit dieser Klientel umgeht", sagte Kornblum. Vor dem Hintergrund, dass gerade psychische Erkrankungen zunehmen, sieht der Schulleiter die neue Kooperation als immens wichtig an. Durch pädagogische Begleitung und Hausaufgaben verlieren die Jugendlichen den schulischen Anschluss nicht. Ingo Schabrich, Dezernent für Jugend, Bildung, Gesundheit und Soziales des Kreises Viersen, bezeichnete den Vertrag als einen wichtigen Teil der Inklusion. "Das inklusive Schulsystem, das ansonsten gebündelt ist, bekommen wir durch den Vertrag ein weiteres Stück in die Fläche", sagte Peter Anders, Leiter des LVR-Fachbereiches Schulen. Wobei die beiden Schulen die Inklusion schon lebten, als dieser Begriff noch gar nicht in aller Munde war und auch noch nicht gesetzlich verankert war. Mit der Kooperation baue sich ein weiteres Netzwerk in der Region auf.

In Kürze gibt es einen gemeinsamen Tag zur Inklusion sowie einen Fortbildungstag zum Thema "Autismus", bei dem Lehrer der Hanns-Dieter-Hüsch-Schule referieren werden. Schabrich ist sich sicher, dass viele junge Menschen dank der guten Zusammenarbeit ihren Weg in den Beruf finden werden.

Quelle: RP
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