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Stadt Kempen
Der Hausmeister hat volles Programm

Stadt Kempen: Der Hausmeister hat volles Programm
Während der Schulbetrieb ruht, hat Hausmeister Werner Kleinofen alle Hände voll tun. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Während die Schüler sechs Wochen Ferien genießen, herrscht in der Schule reges Treiben. Die RP schaute im Gymnasium Thomaeum Werner Kleinofen über die Schulter. Von Bianca Treffer

Vor der Hausmeisterloge des Gymnasiums Thomaeum stapeln sich die Mülleimer. Ein ungewohnter Anblick, denn normalerweise hängt ein jeder der Blechkästen in den Halterungen, verteilt auf dem Außengelände des Kempener Gymnasiums. "In den Sommerferien werden die Eimer sechs Wochen lang nicht geleert und daher montiere ich die Kästen allesamt ab. Wir hatten schon sehr unschöne Befüllungen während der Ferien und so kommen die Mülleimer während dieser Zeit ab", erklärt Werner Kleinofen, der gerade aus dem Sekretariat kommt und einen dicken Stapel mit neuen Raumschildern in der Hand hält.

Die Montage der Schilder muss aber noch ein wenig warten. Erst wenn Kleinofen die Klassen anhand des vorgegebenen Planes der Schulleitung mit Tischen und Stühlen entsprechend der jeweiligen Schülerzahl fertig eingerichtet hat, kommen auch die neuen Schilder in die dafür vorgesehenen Halterungen. Dort verraten sie, welche Klasse den jeweiligen Raum bezieht. Der Hausmeister greift in seinem Büro derweil zu den Schraubendrehern und einer Kiste mit Zylindern. Der nächste Einsatzort ist der naturwissenschaftliche Trakt. Dort sollen sämtliche Zylinder ausgewechselt werden, damit die Lehrer zukünftig alle mit einem Schlüssel die Räume betreten können. Kleinofen schiebt sich an den Tischen und Stühlen entlang, die den Gang vor den Bio- und Chemieräumen bevölkern. "Die Räume im naturwissenschaftlichen Trakt bekommen eine neue Stromversorgung und dafür musste alles raus, weil an den Böden gearbeitet wird. Außerdem kommen auch neue Tische", informiert der Hausmeister, der zügig Zylinder für Zylinder austauscht. Danach kommt die Leiter zum Einsatz. Der gelernte Betriebsschlosser sowie Groß- und Einzelhandelskaufmann tauscht in einem Arbeitsgang defekte Lampen im Trakt aus. "In den Ferien kriegt man richtig was geschafft, weil dann keiner stört", bemerkt Kleinofen mit einem Lächeln.

Während die Schüler ihre sechs Wochen Sommerferien genießen, hat Hausmeister ein volles Arbeitsprogramm. Von sechs Wochen Ferien kann nicht die Rede sein. Die eigene Urlaubzeit beträgt gerade einmal zwei Wochen, die in der Mitte der Ferien liegten. Neben der eigenen langen Liste mit unterschiedlichsten Aufgaben, die abgearbeitet werden muss, ist Kleinofen auch der Ansprechpartner für die Handwerkerfirmen. Wie in allen Schulen wird die lange Zeit der Sommerferien für Arbeiten genutzt, die nicht während der Schulzeit stattfinden können. So bekommt das Thomaeum im Obergeschoss des Neubaus eine neue Heizungsanlage, und die Flure sowie das Treppenhaus im Erweiterungsbau werden komplett gestrichen. Nicht zu vergessen die neue Stromversorgung für den naturwissenschaftlichen Trakt.

Kleinofen eilt derweil durch das Pädagogische Zentrum. Die erste Lieferung der Heizkörper ist gerade eingetroffen. Die große Palette auf der "Schildkröte" geht nicht durch die eine Seite der Flügeltür. Kleinofen muss die Haube vom Nothebel abnehmen und den zweiten Flügel ebenfalls öffnen. Die Palette mit Materiallieferung wird erst einmal im PZ abgesetzt. Kleinofen informiert die Lieferfirma, wo die Heizkörper hingebracht werden müssen und ist dann auch schon wieder selbst im Einsatz.

Auch für ihn ist jetzt Tragen angesagt. Es geht in die dritte Etage. 15 Tische und 30 Stühle aus dem Musikraum müssen in den Keller hinunter transportiert werden. Der Musikraum bekommt neue Möbel und dafür müssen die alten raus. "Die ersten fünf Tische sind noch leicht, danach wird es schwerer", bemerkt Kleinofen, der sich den ersten Tisch auf die Schulter packt und das Treppenhaus ansteuert. Einen Aufzug gibt es im Thomaeum nämlich nicht. Ein Fitnessprogramm in Sachen Ausdauer und Kraft hat für Kleinofen eingesetzt.

Quelle: RP
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