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Kreis Viersen
Der Kampf gegen den Fachkräftemangel

Kreis Viersen: Der Kampf gegen den Fachkräftemangel
Zahlreiche gemeinsame Ziele haben Paul Neukirchen (Kreishandwerkerschaft, l.) und Jürgen Steinmetz (IHK). Die beiden Hauptgeschäftsführer vertreten zusammen rund 90.000 Unternehmen in der Region. FOTO: IHK
Kreis Viersen. IHK und Handwerkerschaft wollen künftig verstärkt zusammenarbeiten. Man will sich auch um die Integration der Flüchtlinge kümmern. Wichtig seien schnelle Internetverbindungen und neue Gewerbegebiete.

Fachkräftemangel, die Integration von Flüchtlingen, duale Ausbildung, schnelles Internet: Bei ihrem ersten Arbeitstreffen in der Kreishandwerkerschaft Niederrhein hatten die beiden Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz (IHK) und Paul Neukirchen (Kreishandwerkerschaft) viel zu besprechen. Trotz der langen Themen-Liste wurde bei dem Gespräch schnell klar: IHK und Kreishandwerkerschaft haben in der Region weitgehend übereinstimmende Ziele. Den Kampf gegen den Fachkräftemangel etwa bezeichneten Steinmetz und Neukirchen als eine der wichtigsten Aufgaben des nächsten Jahrzehnts

In vielen Wirtschaftsbereichen werde das Problem durch den Hang zur Akademisierung verstärkt. "Nicht jeder mit Abitur sollte studieren", sagte Steinmetz mit Blick auf Studienabbrecher-Quoten von bis zu 40 Prozent, und Neukirchen ergänzte: "Keine Gesellschaft kann es sich auf Dauer leisten, dass auf der einen Seite so viele Studenten vorzeitig aufhören und es auf der anderen Seite zu wenige Auszubildende im dualen System gibt." Gerade Gymnasiasten müssten intensiver über die Möglichkeiten der dualen Ausbildung und die Chancen einer "Karriere mit Lehre" informiert werden.

"Integration durch Arbeit oder Ausbildung", so lautet das Angebot von Industrie und Handwerk für Flüchtlinge. Viele Unternehmen möchten hier einen Beitrag leisten, betonten Steinmetz und Neukirchen, aber: "Sie brauchen Rechts- und Planungssicherheit. Jeder Arbeitgeber will doch wissen, ob der Flüchtling, den er heute als Auszubildenden einstellt, in drei Monaten noch in Deutschland sein darf."

Zunehmend existenziell wichtig werde für die Unternehmen die schnelle Übertragung von Daten. Der Ausbau des schnellen Internets müsse von Band, Land und Kommunen gleichermaßen forciert werden. "Wer sich hier ausklinkt, stellt sich gegen Wachstum und technischen Fortschritt und gefährdet Ausbildungs- und Arbeitsplätze", erklärten Steinmetz und Neukirchen.

Mit Blick auf die Kommunen in der Region fordern die beiden Hauptgeschäftsführer die Ausweisung neuer Gewerbegebiete: Die Wirtschaft brauche neue Flächen, die Nutzung von Industriebrachen reiche alleine nicht aus. Sie regen insbesondere die Schaffung von interkommunalen Gewerbegebieten an. Wichtig sei, dass dabei auch kleiner parzellierte Flächen etwa für Handwerksbetriebe angeboten würden.

Künftig wollen Steinmetz und Neukirchen noch enger kooperieren, wenn Interessen des Handwerks und der IHK gleichermaßen berührt sind. Zusammen vertreten sie rund 90.000 Unternehmen in der Region.

Quelle: RP
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