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Stadt Kempen
Der Kommissar ermittelt im Milieu der NSU

Stadt Kempen. Krimiautor Horst Eckert las in der Stadtbibliothek aus seinem neuen Buch "Wolfsspinne". Von Silvia Ruf-Stanley

Trotz des sommerlichen Wetters fanden viele Besucher den Weg in die Stadtbibliothek. Statt Fernsehkrimi lockte die Lesung des neuesten Krimis von Horst Eckert. Der in der Oberpfalz geborene, aber seit fast 30 Jahren in Düsseldorf lebende Autor las aus seinem neuesten Roman "Wolfsspinne". Dazu hatte der Förderverein der Stadtbibliothek eingeladen.

Hauptfigur ist wieder Kommissars Vincent Che Veih. Eigentlich wollte Eckert in seinen Krimis eine Hauptfigur nur einmal benutzen, erzählte er am Anfang, aber irgendwie scheint ihn diese Figur zu verfolgen. Die Mutter seines Kommissars war bei der Rote Armee Fraktion, er wuchs bei den Großeltern auf, weil sie im Gefängnis war. Weil der Großvater Polizist war, ging er dann auch zur Polizei.

In seinem neuen Fall bewegt sich sein Kommissar wieder im politischen Milieu. Ganz aktuell setzt sich Eckert mit den Ermittlungen zur Untergrundbewegung NSU auseinander. "So hieß mein erstes Auto", sagte er grinsend, um dann gleich wieder ernst zu werden und an frühere Terroranschläge in den 80er Jahren zu erinnern. Er habe sich lange mit der Geschichte des NSU beschäftigt, sagte er, und sich erst nicht an das Thema herangetraut. Dann aber habe er sich gedacht, dass es gerade jetzt wichtig sei, sich damit zu befassen.

In seinem Krimi beginnt alles mit einem Bankraub in Eisenach. Die Bankräuber werden wenig später in einem ausgebrannten Wohnmobil gefunden. Ein Zeuge hat nur zwei Räuber gesehen. Es muss aber noch den Fahrer des Wohnmobils geben. Ein V-Mann des Landeskriminalamts kommt ins Spiel, eine Drahtzieherin, bei der man sich unschwer Beate Zschäpe vorstellen kann, taucht als Liese auf. Später ist der V-Mann Ronny, der inzwischen in Düsseldorf arbeitet, in Drogenhandel im Schicki-Micki-Viertel von Düsseldorf involviert.

Eckert schaffte es, die Spannung seiner Geschichte immer mehr zu vermitteln. Er wechselte die Stimmlage, manchmal auch seine Mimik und Gestik, lehnt sich manchmal über das Rednerpult, wenn es besonders eindringlich wurde. Man hatte das Gefühl, dass er sich im Laufe der Lesung genauso wie seine Zuhörer in die Geschichte hinein steigerte, als ob sie für ihn auch neu wäre.

Nach der Lesung erzählte Eckert noch, dass er ursprünglich mit seinen Krimis nur habe unterhalten wollen. Aber dann sei es für ihn immer interessanter geworden, Aktuelles in seine Bücher einfließen zu lassen. Das sei reizvoll und gebe dem ganzen mehr Würze. Er mag es, sich mit Themen zu beschäftigen, und dann zu recherchieren. "Wenn man sich die Zeit dafür nimmt, findet man ganz viele Fotos und Dokumente", sagte er. Das fließt dann in seine Romane ein. Offensichtlich mit Erfolg, denn es ging kaum einer ohne Buch aus der Bibliothek heraus. Und auch die Mitarbeiterinnen der Bibliothek erzählten, dass die anlässlich der Lesung ausgestellten Bücher von Horst Eckert in kürzester Zeit bereits ausgeliehen waren.

Das Buch "Wolfsspinne" ist im Wunderlich-Verlag erschienen, hat 496 Seiten und kostet als Buch gebundenes Buch 19,95 Euro, als E-Book 16,99 Euro. ISBN: 978-3-8052-5099-3

Quelle: RP
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