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Kreis Viersen
Der Mann, der den Kirchen Licht brachte

Kreis Viersen: Der Mann, der den Kirchen Licht brachte
Joachim Klos' Sohn Sebastian mit Ehefrau Christiane und Sohn Moses sowie den Autorinnen Eva-Maria Willemsen und Waltraud Hagemann. FOTO: Knappe
Kreis Viersen. Eine Ausstellung würdigt den Glaskünstler Joachim Klos, der am ganzen Niederrhein mehr als 1000 Glasfenster für rund 130 Kirchen schuf - seine erste Auftragsarbeit entstand in Krefeld. Ein schöner Katalog dokumentiert sein Schaffen. Von Birgitta Ronge und Jens Voss

Es ist eine gute Gelegenheit, mal einen Ausflug in ein hübsches Nachbarstädtchen zu machen: Eine Ausstellung in der Städtischen Galerie im Park in Viersen will ab Sonntag die Aufmerksamkeit auf Leben und Werk eines Mannes lenken, dessen Arbeiten viele Gläubige seit Jahrzehnten begleiten. Die Rede ist vom Glaskünstler Joachim Klos. Die Chance, dass Kirchgänger - sei es als Gläubige oder kunsthistorisch Interessierte - mal eine von Klos' Arbeiten gesehen haben, ist groß. Klos hat am ganzen Niederrhein zahllose Fenster gestaltet; die Liste seiner Arbeiten ist lang, die Orte seines Wirkens reichen von Bocholt und Kleve über Mönchengladbach und Krefeld bis nach Düsseldorf. Der Niederrhein war ihm Heimat und Arbeitsstätte. Die Initialzündung für dieses Werk ging von Krefeld aus: Klos' erster Auftrag erfolgte 1955 für die katholische Kirche St. Andreas in Gellep-Stratum. Der Grafiker und Glasgestalter Joachim Klos, Jahrgang 1931, kam als 20-Jähriger von Thüringen an den Niederrhein. In Weimar hatte er ein Studium der Glasmalerei aufgenommen, das er 1952 an der Werkkunstschule in Krefeld fortsetzte. 1955 heiratete er die Kunststickerin Dora Stammen und zog mit ihr nach Mönchengladbach. Dort wurde er schnell bekannt: 1958 erhielt er den Auftrag, 13 Seitenschifffenster und die Chorfenster für die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt zu fertigen - die heutige Citykirche.

Klos zog mit seiner Familie nach Nettetal-Schaag und entwarf in den folgenden Jahrzehnten mehr als 1000 Glasfenster für rund 130 Kirchen, viele davon am Niederrhein und im Ruhrgebiet, sowie Arbeiten für etwa 60 Profanbauten. Er fertigte Fenster unter anderem für die Kirche St. Peter in Uerdingen, für die Kirchen St. Vitus in Mönchengladbach und St. Helena in Rheindahlen.

Auch diese Arbeiten von Joachim Klos sind in Viersen zu sehen. FOTO: BIRO

Einen Überblick über sein Schaffen gibt es nun ab Sonntag in der Galerie am Rathauspark in Viersen. Die Ausstellung wird um 11 Uhr eröffnet, dann stellt die Kempener Kunsthistorikerin Eva-Maria Willemsen Klos' Werk den Besuchern vor. Mit der evangelischen Pfarrerin und Religionspädagogin Waltraud Hagemann hat Willemsen ein umfangreiches Buch geschrieben. Es soll "beitragen zu einem besseren, tieferen Verständnis der Arbeit von Joachim Klos", sagt Willemsen. Sie verbindet damit auch die Hoffnung, dass die Fenster bei Entwidmungen oder Umbauten in Kirchen keinen Schaden nehmen: "Vielleicht trägt das Buch auch dazu bei, den Leuten klarzumachen, was sie da haben."

Texte und Bilder machen Lust, Klos' Spuren zu folgen und all die Kirchen zu besuchen. Möglich wurde das Buch durch die Unterstützung der Sparkassenstiftung "Natur und Kultur", die es als Band 8 ihrer Reihe "Leben und Werk niederrheinischer Künstler" zufügte.

Die Ausstellung in der Galerie im Park, Rathauspark 1 in Viersen, wird am morgigen Sonntag, 11 Uhr, eröffnet. Katalog: Band 8 der Reihe "Leben und Werk niederrheinischer Künstler", B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach

Quelle: RP
 
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