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Gemeinde Grefrath
Der Nachwuchs kann in die Luft gehen

Gemeinde Grefrath. Eigens für die Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen hat der Luftsportverein Grenzland seinen Flugpark aufgestockt. Der Verein nennt ein weiteres Segelflugzeug sein eigen. Eine Investition von 34 000 Euro war notwendig. Von Natascha Becker

"Komm gut hoch und heil wieder runter. Hiermit taufe ich dich auf den Namen Alpha Bravo", sagt Manfred Lommetz. Ein letzter Schüttler der Sektflasche und der Grefrather Bürgermeister lässt den Sekt über die transparente Kunststoffabdeckung des Cockpits laufen. Für Lommetz ist es eine Premiere, denn ein Flugzeug habe er noch nie getauft, wie der Bürgermeister verrät.

Für den Luftsportverein (LSV) Grenzland dagegen bedeutet das neue Segelflugzeug vom Typ "Discus CS" eine dringend benötigte Erweiterung des Flugparks im Hinblick auf den Bereich Jugend. Der LSV hat nämlich eine sehr starke Jugendabteilung. Allein 45 Jugendliche gehören dem Verein an. 20 davon stecken derzeit in der Anfängerausbildung. Aufgrund der großen Nachfrage musste sogar für ein Jahr ein Aufnahmestopp von Jugendlichen eingelegt werden. Was dem Verein sehr leid tat, da er sich über das große Interesse freut. Mit dem neuen Segelflugzeug ist dieser Stopp nun aufgehoben. "Wobei dieser Typ ein ideales Flugzeug für die Ausbildung von Jugendlichen ist, da es sich gutmütig fliegt und Fehler verzeiht. Gleichzeitig ist es aber sehr leistungsstark und kann für Leistung und Strecke fliegen eingesetzt werden. Der Segelflieger hat das Leistungsprofil für die Deutsche Meisterschaft", erklärt Heiko Meertz, erste Vorsitzender des LSV.

Das heißt, die Anfängerausbildung, aber auch die weitere Förderung von Jugendlichen betreffend den Strecken- und Leistungsflug kann über das neue Segelflugzeug erfolgen. Dass der Grefrather Nachwuchs gut ist stellte er in der NRW Landesliga unter Beweis. Im Streckensegelflug gab es nämlich einen ersten Platz. Als Schnäppchen bezeichnet Meertz den Einsitzer-Neuzugang zu den bestehenden vier Einsitzern, drei Doppelsitzern, einem Motorsegler, einem Ultraleicht und zwei Motorflugzeugen. "Wir haben lange gesucht und wurden dann bei einem LSV in der Nähe von Kleve fündig. Sie haben dort Nachwuchsprobleme und verkauften daher den zehn Jahre jungen Leistungseinsitzer für 34.000 Euro", sagt Meertz. Neu hätte der Flieger mit einer Spannweite von 15 Meter, sieben Meter Länge und einem Gewicht von rund 450 Kilogramm gut 100 000 Euro mehr gekostet. Von den Jugendlichen gibt es indes viel Lob. "Der Leistungseinsitzer fliegt sich schön. Im Gegensatz zu den anderen ist er vom Steuern her leichtgängiger", meint Dominik (16 Jahre), der den Neuzugang schon dreimal ausprobiert hat. Der Name Alpha Bravo in Form eines großen A-B auf dem Seitenleitwerk steht dabei übrigens für Albin Mertens und Bernd Lohberg. Über Jahrzehnte haben sich die beiden nämlich ehrenamtlich für den Grefrather Flugsport eingesetzt.

Quelle: RP
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