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Stadt Kempen
Der neue Macher fürs Hagelkreuz

Stadt Kempen: Der neue Macher fürs Hagelkreuz
Bringt viel Erfahrung aus der Sozialarbeit mit ins Hagelkreuz: Ingo Behr betreut die altengerechte Weiterentwicklung des Kempener Stadtviertels. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Nach wenigen Wochen im Amt hat sich Quartiersmanager Ingo Behr einen ersten Eindruck über den Kempener Stadtbezirk verschafft. Er soll im kommenden Jahr ein Büro im Stadtviertel beziehen. Von Silvia Ruf-Stanley

Er möchte sich eigentlich gar nicht Quartiersmanager nennen, sondern lieber Quartiersentwickler, sagte Ingo Behr bei seinem ersten Treffen mit der Presse im Kempener Rathaus. Seit Mitte November ist der Duisburger bei der Stadt Kempen als Quartiersmanager für das Hagelkreuz angestellt.

Die ersten vier Wochen hat er erst einmal genutzt, um das Umfeld kennen zu lernen - sowohl das Viertel als auch die Stadt. Das gab ihm Gelegenheit, eine Bestandsaufnahme sowohl der vorhandenen Aktivitäten zu machen, als auch die Ansprechpartner kennen zu lernen. Daraus sind schon erste Ideen für den Beginn seiner Arbeit entstanden. Ab Anfang 2016 will er Spaziergänge im Viertel unternehmen. Er möchte so präsent sein, die Leute sollen ihn direkt ansprechen können, ihn kennen lernen. Er möchte die Bürger befragen, welches ihre Lieblingsplätze sind, aber auch was sie als "Schwarzen Fleck" empfinden. Deshalb soll auch die Fragebogenaktion, die ganz am Anfang der Entwicklung eines Quartierskonzept stand (die Rheinische Post berichtete mehrfach), wiederholt werden - vielleicht auch per Internet. Das Ganze soll in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern, die sich bereits jetzt im Viertel engagieren, allen voran den Mitgliedern des Bürgervereins und der Senioren-Initiative, geschehen. Behr stellt sich vor, an verschiedenen, häufig von Bürgern besuchten Plätzen "Wunschboxen" aufzustellen. Die Fragestellungen könnten dann lauten "Ich lebe hier gerne, weil..." oder "ich wünsche mir mehr Lebensqualität durch ..."

Die Begleitgruppe, die sich aus den Workshops im vergangenen Jahr ergeben hat, will er eng einbinden. Er brauche solche Partner, so Behr. In der Begleitgruppe sind Vertreter von Bürgerverein, Senioren-Initiative, Händlern und Institutionen vertreten. Langfristig soll im kommenden Frühjahr eine Fotosafari durch das Viertel folgen. Behr möchte dazu aufrufen, das Hagelkreuz einmal anders zu sehen, Dinge zu entdecken, an denen man sonst vielleicht achtlos vorbei läuft.

Kempens Sozialdezernenten Michael Klee ist mit der bisherigen Arbeit seines neuen Mitarbeiter sehr zufrieden. Er findet den Ansatz gut, die Bürger aufzufordern, genau hin zu schauen, was ihr Hagelkreuz ist, und mit den Bürgern einen intensiven Dialog zu führen. Dazu gehört, auch das Büro des Quartiersmanagers langfristig im Viertel anzusiedeln. Das könnte in der Alten Post am Concordienplatz sein. Dann würde die Jugendberatungsstelle eventuell in die Pavillons der Astrid-Lindgren-Schule umziehen. Aber es gibt auch Überlegungen, das Büro in Privaträumen einzurichten. Auf jeden Fall soll es ganz nahe am Concordienplatz sein. Bislang hat Behr sein Büro noch im Rathaus am Buttermarkt.

Auch Willi Stenhorst, Vorsitzender des Bürgervereins im Hagelkreuz, signalisierte den Willen zur Zusammenarbeit. Das Viertel befinde sich im Umbruch, meint Stenhorst. Es ziehen immer mehr junge Leute dorthin. Deren Interessen wie auch die der älteren Bewohner müssen in Einklang gebracht werden. Mit dem Modellbauprojekt der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft für den Kreis Viersen (GWG) an der Hammarskjöldstraße sei schon ein erster Schritt getan.

Das bestätigt auch Dezernent Klee. Die Anforderungen an Wohnraum änderten sich. Barrierearmes Wohnen, Parkplätze für E-Bikes, barrierefreie Sanitäranlagen und vieles mehr seien künftig verstärkt gefragt. Klee kann sich durchaus auch vorstellen, im Viertel eine Wohnmöglichkeit für pflegebedürftige Menschen zu errichten - ähnlich wie sie derzeit in St. Hubert entsteht. So könnten viele im hohen Alter in ihrem angestammten Viertel bleiben. Darin sieht auch Ingo Behr einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Das Leben im Viertel soll lebenswert bis ins hohe Alter bleiben.

Quelle: RP
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