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Bürgermeisterkandidaten Kirsten Peters
Der Plan: "Die Kommunikation verbessern"

Kempen. Die Rheinische Post stellt die drei Kandidaten vor, die in Grefrath Bürgermeister werden möchten. Die CDU-Vorsitzende möchte wichtige Dinge im Dialog umsetzen. Die Gemeinde müsse ihre Potenziale nutzen. Von Heiner Deckers

kempen Schon seit 30 Jahren betreibt Kirsten Peters (CDU) Politik. "Mit Leidenschaft", fügt sie hinzu. In den vergangenen sechs Jahren habe sie sich oft geärgert, sagt sie und ist überzeugt: "Grefrath kann mehr." Um das unter Beweis zu stellen, möchte sie Manfred Lommetz als Bürgermeister ablösen. Beschäftigt hat sie sich mit der Kandidatur schon länger, irgendwann Ende November fiel die Entscheidung. Einen bestimmten Anlass habe es damals nicht gegeben, erinnert sie sich. Mit der Familie sei die Entscheidung im Vorfeld natürlich abgesprochen worden: "Es war schon ein großer Schritt." Aus dem Freundes- und Bekanntenkreis und der CDU habe sie viel Zuspruch bekommen: "Ich bin gut vernetzt, auch über Grefrath hinaus", sagt Kirsten Peters.

Warum gewinnt sie die Wahl am 13. September? "Ich habe die Kompetenz und viele Ideen, die ich verwirklichen werde." Sie habe, erzählt sie, in 90 Prozent der Straßen Grefraths ihren Flyer mitverteilt. Sie habe dabei zahlreiche Gespräche mit Bürgern geführt, zu verschiedenen Themen: "Dabei habe ich viel Zuspruch bekommen, das macht mich sehr zuversichtlich, die Wahl zu gewinnen."

Was werden im Erfolgsfall die ersten Maßnahmen sein, die sie ergreift? Am Anfang stehe eine genaue Bestandsaufnahme, zunächst müsse sie erst einmal alles sortieren. Von höchster Priorität sei es dann, in den Dialog mit allen wichtigen Akteuren zu treten - Mitarbeiter der Verwaltung, Politiker und nicht zuletzt mit den Grefrather Bürgern.

Auch die Wirtschaft liegt Kirsten Peters sehr am Herzen. Einige Unternehmer hätten sich mehrfach bei ihr beschwert, dass sie im Rathaus keinen Ansprechpartner hätten. Gerade kleine Handwerker fühlten sich, so ihr Eindruck, nicht mitgenommen, beispielsweise in Sachen Gewerbegebiet. "Das zu ändern, liegt mir am Herzen." Vorstellen kann sich Peters, in regelmäßigen Abständen ein Unternehmerfrühstück anzubieten. In einigen Nachbarkommunen sei das schon gang und gäbe: "Das muss hier auch passieren." Außerdem hat sie sich vorgenommen, regelmäßig die Bewohner der einzelnen Stadtteile einzuladen, um sie zu fragen, wo sie der Schuh drückt. Bei den Mitarbeitern der Verwaltung gebe es viele Ideen, die es abzufragen gelte.

Wichtiges Thema in Grefrath sei das Haushaltssicherungskonzept. Die Stellungnahme des Landrats müsse man kritisch hinterfragen, zum Beispiel die Absage an einen neuen Physikraum in der Sekundarschule: "Dann ist doch kein anständiger Unterricht möglich. Eine Schule braucht doch einen Physikraum."

Verstärkt sei Grefrath auch bei der Unterbringung von Flüchtlingen gefordert. Für Kirsten Peters steht fest: "Ich will keine Zeltstädte in Grefrath und keine Unterbringung von Asylbewerbern in Turnhallen. Das ist menschenunwürdig." In der Verwaltung möchte Peters einen Mitarbeiter als Wirtschaftsförderer abstellen, der sich auch um den Tourismus kümmert, "und zwar serviceorientiert". Man müsse auch dahin kommen, Fördermöglichkeiten von Land und Bund auszuloten: "Das ist sicher Einiges drin." Nicht zuletzt müsse sich Grefrath mit anderen Kommunen des Kreises besser vernetzen und nicht als Einzelkämpfer agieren.

Was Kirsten Peters sehr am Herzen liegt, ist eine Verbesserung der Kommunikation, sowohl im Rathaus als auch in der Politik: "Ich möchte zwischen den Parteien vermitteln, damit wirklich wichtige Dinge gemeinsam abgearbeitet werden. Wir sollten uns nicht nur um das Tagesgeschäft kümmern, sondern gemeinsam die Potenziale der Gemeinde ausreizen." Es sei die Aufgabe eines Bürgermeisters, die Parteien an einen Tisch zu holen, um zu einer Lösung zu kommen, und zwar mit möglichst wenig Reibungsverlusten.

Welche Erfahrungen hat sie denn in ihrer zehnjährigen Zeit als ehrenamtliche Bürgermeisterin gemacht? Viele Menschen habe sie kennen gelernt, sagt sie, und zahlreiche Gespräche geführt. "Das war eine große Bereicherung für meine Leben", sagt sie. Sie habe die Aufgaben gern erfüllt und eine Menge von Veranstaltungen besucht. Ganz genau erinnert sie sich an ihren ersten offiziellen Termin als ehrenamtliche Bürgermeisterin. Es war die Einweihung des Gedenksteins, der an die zu Tode gekommenen Grefrather Juden gedenkt. Der damalige Bürgermeister Herbert Kättner war in Urlaub, da musste die Stellvertreterin ran. Kirsten Peters wäre nicht unglücklich, wenn sie ab Mitte September ihrerseits einen Stellvertreter hätte, der bisweilen ran muss.

Quelle: RP
 
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