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Stadt Kempen
Der Sommer bringt mehr Arbeitslose mit sich

Stadt Kempen. Im Kreis stieg die Zahl um 199. Das sei saisontypisch, sagt die Agentur für Arbeit, und werde sich legen. Von Heiner Deckers

/ grefrath Keine gute Kunde vom Arbeitsmarkt: Im Kreis Viersen ist die Zahl der Arbeitslosen binnen Monatsfrist um 199 auf 10.955 gestiegen. Was bei Dirk Strangfeld, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld-Kreis Viersen, aber keineswegs zu Sorgenfalten führt. Dieser Anstieg sei saisontypisch. Betroffen sind vor allem die Jüngeren. Bei den bis zu 25-Jährigen stehen zum Monatsende 192 mehr Arbeitslose zu Buche. Grund: In den Sommermonaten enden viele Ausbildungsverhältnisse, und längst nicht alle jungen Menschen werden übernommen. Strangfeld gibt aber Entwarnung: "Aus Erfahrung wissen wir, dass gerade diese jungen Fachkräfte nach der Sommerpause schnell in den Arbeitsmarkt aufgenommen werden."

Trotz der Sommerferien zeigte sich der Arbeitsmarkt auch im Juli dynamisch. Im Kreis Viersen meldeten sich 2337 Personen arbeitslos, auf der anderen Seite verabschiedeten sich 2133 aus der Arbeitslosigkeit. Im Geschäftsstellenbezirk Kempen (mit Grefrath und Tönisvorst) beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 5,4 Prozent (Juni 5,3), im Bezirk Nettetal (mit Brüggen) 7,3 (7,1) und im Bezirk Viersen (mit Schwalmtal und Niederkrüchten) 7,4 (7,3). Für die einzelnen Kommunen des Kreises Viersen meldete die Agentur für Arbeit gestern folgende Arbeitslosenzahlen: Brüggen 557 (Juni 534) Grefrath 448 (438) Kempen 1007 (993) Nettetal 1716 (1688) Niederkrüchten 454 (447) Schwalmtal 693 (694) Tönisvorst 857 (846) Viersen 3944 (3856) Willich 1279 (1260).

Weiterhin auf hohem Niveau befindet sich die Kräftenachfrage. Im Juli wurden im Kreis Viersen 555 neue Stellen gemeldet, seit Jahresbeginn sind es 3748. Momentan stehen für den Kreis 2165 Stellen zur Verfügung. "Das hohe Niveau zeigt, dass weiterhin Bedarf an Arbeitskräften besteht. Das stimmt mich optimistisch, dass der Arbeitsmarkt in unserer Region auch in den nächsten Monaten stabil bleibt. Gesucht werden aber weiterhin vor allem Fachkräfte", sagt Strangfeld.

Auch auf dem Ausbildungsmarkt, der sich im Endspurt befindet, herrscht aktuell noch viel Bewegung. Seit Oktober wurden der Agentur für ihren Gesamtbezirk 2769 Ausbildungsstellen gemeldet, 286 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Zugleich jedoch haben sich 4075 Jugendliche gemeldet, die eine Lehrstelle suchen, in etwa so viele wie im Vorjahr. Rechnerisch stehen damit 100 Bewerbern 68 Stellen zur Verfügung. Auch wenn hier der demografische Wandel und das Plus an Stellen für eine rechnerische Verbesserung sorgen, reicht das Angebot nicht aus: "Zudem ist die betriebliche Ausbildung eine bedeutende Säule zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Daher wird regelmäßig ein großes Angebot an attraktiven betrieblichen Ausbildungsstellen benötigt", betont Agenturleiter Strangfeld.

Quelle: RP
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