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Serie Unsere Stadtwerke (1)
Der Strom steht immer unter Spannung

Serie Unsere Stadtwerke (1): Der Strom steht immer unter Spannung
Leo Elsemann kontrolliert in der Umspannanlage am Industriering Ost in Kempen die Umwandlung der so genannten Hoch- in Mittelspannung. Das geht vollautomatisch. Bei der Kontrolle trägt Leo Elsemann Schutzkleidung. FOTO: Kaiser
Kempen. Strom ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ganz viele Dinge funktionieren ohne Strom gar nicht. Wo der Strom herkommt, erklären die Fachleute der Stadtwerke Kempen im ersten Teil der Serie für Grundschüler. Von Stephanie Wickerath

Kühlschrank, Waschmaschine, Leselampe, Computer, Fernseher - in jedem Haus gibt es etliche Geräte, die ohne Strom nicht funktionieren würden. Aber wo kommt der Strom her und wie kommt er dahin? Ein Besuch an der Umspannanlage der Stadtwerke am Industriering Ost gibt Aufschluss. Ein leises Summen ist hier zu hören. "Das ist der Strom", erklärt Reinhard Bretzke, zuständiger Teamleiter für den Fachbereich Stromversorgung bei den Stadtwerken, "das heißt, es sind die Schwingungen der Spannung."

Spannung, Hochspannung, Umspannung, das scheinen wichtige Begriffe in der Strom-Sprache zu sein. "Die großen Masten mit den Leitungen sind Teil des Hochspannungsnetzes", erklärt der Fachmann weiter. Mit 110 000 Volt Spannung kommt der Strom zu den beiden Transformatoren. Diese Transformatoren verringern die ankommende Hochspannung, damit sie in das städtische Stromnetz eingespeist werden kann. Einen Teil des Stroms, der aus der Steckdose kommt, kaufen die Stadtwerke, einen anderen Teil erzeugen sie im Heizkraftwerk selber.

Die Verteilung des Stroms läuft über hochmoderne Computersysteme, die mit vielen Schaltflächen ausgestattet sind. So wird die Stromversorgung überwacht und die Stadtwerke wissen ganz genau, wie viel Strom die Bürger tagsüber und am Abend verbrauchen und wie viel Strom die Stadtwerke also bereitstellen müssen. "Gibt es eine Störung im System meldet das der Computer sofort auf mein Handy", sagt Reinhard Bretzke.

Und was hat es mit den Begriffen Hochspannung und Mittelspannung auf sich? "Der Strom kommt von unserem Zulieferer, der Westnetz GmbH, als so genannte Hochspannung, also mit 110 000 Volt zu uns", erklärt Reinhard Bretzke, "in der Umspannungsanlage wird diese Spannung durch zwei so genannte Transformatoren auf 10 000 Volt verkleinert. Das ist dann die Mittelspannung."

Über das Mittelspannungskabelnetz werde die nun niedrigere Spannung in der Stadt verteilt, erklärt der Experte weiter. In den Ortsnetzstationen - etwa 270 davon gibt es im Stadtgebiet - wird die Spannung erneut gesenkt. "Aus den Steckdosen in den Häusern kommt sie dann mit 400 beziehungsweise 230 Volt, der so genannten Niederspannung, an", sagt der Teamleiter. Und damit dieses System auch gut funktioniert, müssen die Mitarbeiter der Abteilung Strom ständig die Netze überprüfen. Zumal es immer wieder Neuerungen gibt. So fließen in die Planung für die Zukunft auch die Fragen ein, wie viele Menschen etwa im Jahr 2030 in Kempen leben werden, wie viel Energie sie verbrauchen und woher dieser Energie dann kommt.

Schon heute haben viele Häuser ihre eigenen kleine Energieanlage zur Stromerzeugung. Photovoltaik-anlage heißt diese Technik. Platten auf dem Hausdach nehmen die Sonnenstrahlen auf und die Photovoltaikanlage verwandelt die Sonnenergie in Strom. Wird mehr Strom erzeugt, als im Haus verbraucht wird, kann der Hausbesitzer den überschüssigen Strom an die Stadtwerke verkaufen. "Floss früher der Strom immer nur in eine Richtung, nämlich vom Kraftwerk und der Umspannungsanlage in die Häuser, fließt er jetzt auch in umgekehrter Richtung", erklärt Bretzke. Dafür braucht man dann aber wieder eine andere Technik und neue Leitungen.

Auch der Strom, den die Stadtwerke in das Netz einspeisen, stammt übrigens zum Teil aus umweltfreundlichen Sonnenenergie-Anlagen. Ein anderer Teil kommt über die so genannte Kraft-Wärme-Kopplung aus dem eigenen Heizwerk, wieder ein anderer Teil stammt aus der ebenfalls umweltfreundlichen Windenergie.

Quelle: RP
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